Fünf mögliche Trassen für eine Holzkirchner Südspange
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Fünf Varianten für die Südspange stellte das Staatliche Bauamt Anfang 2020 vor. Drei davon seien nicht genehmigungsfähig, so die Behörde.

Fraktionen geben erstes Stimmungsbild ab

Südspange: Gemischte Gefühle zu neuester Untersuchung

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Die Diskussion zur Südspange flammt wieder auf. Die Fraktionen geben Stimmungsbild zur neuen faunistischen Analyse ab. Die Gefühle sind gemischt.

Holzkirchen – Das Urteil in Sachen Holzkirchner Südspange fiel deutlich aus: Wie berichtet, rät das Staatliche Bauamt Rosenheim nach einer faunistischen Analyse aus naturschutzrechtlichen Gründen von den Trassen zwei und drei ab. Beide Routen umfahren Kurzenberg und Großhartpenning im Süden, verlaufen aber nördlich des Tannholzes. Variante zwei erstreckt sich dann weiter zwischen Sufferloh und Waldrand und trifft südlich von Lochham auf die B 318. Die dritte Variante schwenkt zwischen Großhartpenning und Sufferloh nach Norden und umfährt Sufferloh nördlich. Der Gemeinderat muss eine Entscheidung treffen. Ein erstes Stimmungsbild zeigt, wie die Fraktionen auf die Neuigkeit reagieren.

Die CSU hält trotzdem eine ortsferne Südumfahrung südlich von Großhartpenning für umsetzbar, erklärt Fraktionsvorsitzender Sebastian Franz. Insbesondere die Variante drei nördlich von Sufferloh werde durch das Gutachten gestützt und von der CSU weiter präferiert. 95 Prozent dieser Variante seien realisierbar, auch wenn es in kleineren Abschnitten, südlich von Kurzenberg und Sufferloh, „zu überbrückbaren Konfliktbereichen“ komme. „Wir wünschen uns jetzt zielorientierte Lösungen von den Fachbehörden für die letzten fünf Prozent der Trasse.“ Die CSU fordert, dass die Bereiche südlich von Kurzenberg überbrückt, umgangen oder durch Ausgleichsmaßnahmen kompensiert werden. „Eine ortsferne Südumfahrung entlastet nicht nur Holzkirchen, sondern insbesondere auch Großhartpenning und Kurzenberg“, sagt Vize-Fraktionssprecher Josef Sappl junior. Die Variante vier, die zwischen Groß- und Kleinhartpenning verlaufe, schließt die CSU aus. „Die CSU steht für eine ortsferne Südumfahrung aus einem Guss für alle drei Ortsteile.“

Auch die FWG sei für eine „Lösung aus einem Guss“, betont Fraktionssprecher Torsten Hensel. Man wolle die kleinen Ortsteile nicht aussparen. Insofern könne er sich keine reine Holzkirchner Umfahrung vorstellen, auch die vierte Variante – bei der die Gefahr bestünde, dass die Kleinen in der Warteschleife hängen (wir berichteten) – hält er für ungut. Der von der FWG favorisierten ersten Variante durchs Tannholz hatte das Bauamt bereits 2020 eine Absage erteilt, weil sie nicht genehmigungsfähig sei. Die Trassen zwei und drei wären „zweite Wahl“ der FWG gewesen, weil sie für eine ortsferne Lösung stehe. Dass die beiden Routen jetzt auch durchfallen, stelle Holzkirchen vor ein Dilemma.

Robert Wiechmann, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen, triumphiert indes: „Es erfüllt mich mit großer Genugtuung, dass sich meine fachlichen Einschätzungen, was die mögliche Trassenführung einer Südumfahrung angeht, als die richtigen erwiesen haben.“ Weder die Waldtrasse eins, noch die Varianten zwei und drei seien genehmigungsfähig. „Das haben wir nun schriftlich.“ Die Fachbehörde hätte sorgfältig gearbeitet. Die beiden „mit großem Tamtam kommunizierten CSU-Südumfahrungsvorschläge“ seien nun Geschichte. Dank der neuen Ergebnisse habe die mögliche Südumfahrung nun ein Gesicht. Das müssten auch diejenigen anerkennen, die eine Umfahrung befürworten. Man dürfe den Menschen „kein X für ein U vormachen“. Nur eine Trasse fünf oder vier kämen jetzt noch in Frage. Wem das als Befürworter nicht gefalle, „den lade ich herzlich ein, in das Lager der Gegner zu schwenken.“ Denn die Grünen lehnen jegliche Umfahrung ab.

Auch Elisabeth Dasch (SPD) hat damit gerechnet, dass beide Trassen durchfallen. Jetzt bleibe nur noch die „rechtskonforme Trasse“ übrig, also die reine Holzkirchner Umfahrung, womöglich noch die Nummer vier. In der SPD-Fraktion gebe es dazu keine einheitliche Meinung, tendenziell würden Varianten vier und fünf aber kritisch gesehen. „Weil wir dann Hartpenning im Regen stehen lassen würden.“ Dasch hofft, dass nun endlich Ruhe im Gemeinderat einkehrt, und „die CSU und FWG nicht mehr falsche Hoffnungen“ für durchgefallene Trassen wecken. Die Bürger sollten gehört werden.

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