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Gerlinde Dalder aus Warngau zieht verwaiste oder aus dem Nest gefallene Vogelküken groß.
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Gerlinde Dalder aus Warngau zieht verwaiste oder aus dem Nest gefallene Vogelküken groß. Hier füttert sie winzige Spatzen. 
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Gerlinde Dalder aus Warngau zieht verwaiste oder aus dem Nest gefallene Vogelküken groß. Hier füttert sie winzige Spatzen. 
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Gerlinde Dalder aus Warngau zieht verwaiste oder aus dem Nest gefallene Vogelküken groß. Hier füttert sie winzige Spatzen. 
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Gerlinde Dalder aus Warngau zieht verwaiste oder aus dem Nest gefallene Vogelküken groß. 
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Gerlinde Dalder aus Warngau zieht verwaiste oder aus dem Nest gefallene Vogelküken groß. 

Tierschutzverein will Netzwerk im Landkreis aufbauen

Diese Vogel-Ersatzmama braucht dringend Hilfe

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Einen kleinen Wildvogel aufzupäppeln, bedeutet viel Aufwand und Geduld. Ein großes Herz für den gefiederten Nachwuchs hat Gerlinde Dalder: Die Warngauerin pflegt in ihrem Zuhause knapp 30 Piepmätze. Der Tierschutzverein will das Netzwerk an Helfern im Landkreis nun dringend erweitern.

Warngau– Die jungen Vögel, die Gerlinde Dalder (52) in ihrem Haus in Warngau aufnimmt, hätten ohne menschliche Hilfe keine Überlebens-Chance. Es sind Wildvögel, die beispielsweise aus dem Nest gefallen sind und nicht mehr von den Eltern versorgt werden. Jede Stunde will so ein gefiedertes Baby, das selbst noch nicht fressen kann, gefüttert werden. Als Standard-Nahrung dienen überwiegend Insekten wie Heimchen oder verschiedene Larvenarten. „Die bestelle ich im Internet“, erzählt Dalder, die in ihrer kleinen Auffangstation derzeit 28 Vögel versorgt. „In der Spitze waren es schon mal 51“, berichtet die freiberufliche Texterin, die von zu Hause aus arbeitet und sich somit um ihre Schützlinge ausreichend kümmern kann.

Trotzdem bräuchte die Warngauerin, die sich ihr Fachwissen selbst übers Internet angeeignet hat, dringend Mitstreiter. Mit ihrem Engagement für die Wildvögel sei sie im Landkreis Miesbach nämlich ziemlich allein auf weiter Flur, meint sie. „Mir ist zumindest keine andere Pflegestelle bekannt.“

Das deckt sich mit den Erfahrungen des Tierschutzvereins Tegernseer Tal, der die Wildvogelhilfe in der Region jetzt mit Hilfe der Warngauerin auf eine breitere Basis stellen möchte. Denn auch das Tierheim in Rottach-Egern kann die aufwendige Aufzucht von Spatz, Mauersegler & Co. nicht mehr bewältigen. „Wir suchen Tierfreunde, die sich hier engagieren möchten“, sagt Vorsitzende Johanna Ecker-Schotte. Gerlinde Dalder würde den neuen Helfern mit ihrer Erfahrung zur Seite stehen und für die Pflege auch entsprechend schulen.

Auch interessant: Einen Hund aus dem Ausland aufnehmen? Tierschutzverein klärt auf

„Niemand muss 20 Vogelbabys bei sich aufnehmen“, stellt die Warngauerin klar. Aber wenn sich ein paar Leute fänden, die sich um drei bis vier hilflose Wildvögel bis zur Auswilderung kümmern könnten, „wäre das schon eine Riesenerleichterung“. Auch anderweitige Hilfe sei willkommen, sagt sie. So werden zum Beispiel auch Leute benötigt, die bei einem Wildvogel-Notfall einen Fahrdienst übernehmen können. Schließlich ist nicht jeder, der ein hilfloses oder verletztes Vögelchen im Garten findet, auch mobil.

Dalder selbst ist per Zufall zu ihrem Engagement gekommen. Vor sieben Jahren haben sie und ihr Mann einen nackten Spatz im Garten gefunden, der aus dem Nest gefallen war. Gemeinsam recherchierte das Paar im Internet und zog den kleinen Piepmatz groß. Aus diesem Vorfall habe sich nach und nach ihre kleine Pflegestelle entwickelt, erzählt die 52-Jährige. Inzwischen ist Dalder auf mehreren einschlägigen Plattformen auf Facebook und auf entsprechenden Internet-Seiten vertreten, so dass ihr die Vögel-Notfälle nur so „zufliegen“.

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Ihr Zuhause hat die Warngauerin eigens für ihre gefiederten Schützlinge aufgerüstet. „Für die Babys habe ich einen eigenen Brutschrank, denn die brauchen eine Nestwärme von 35 bis 38 Grad“, erzählt die Tierfreundin. Im Wintergarten ihres Hauses ist eine kleine Innenvoliere entstanden, wo die jungen Vögel langsam flügge werden können. Wenige Wochen vor der Auswilderung bringt Dalder die Tiere an Stellen mit Außenvolieren, wo sich die Vögel noch an Helligkeit, Wind und Wetter gewöhnen können. „Das ist dann der allerletzte Schritt.“ Natürlich braucht nicht jeder, der einen Vogel aufziehen möchte, eine solch professionelle Ausstattung. „Das einzige, was die Helfer mitbringen müssen, ist Zeit“, stellt Gerlinde Dalder klar.

Wer sich als Wildvogel-Helfer engagieren möchte, kann sich jederzeit per E-Mail beim Tierschutzverein Rottach-Egern melden. 

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