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Den richtigen Takt hat der Trachtenverein bei seinem Aufrtitt im Saal des Gasthofs Mehringer gefunden.

Theater: „Der galaktische Unterschied – oder eig’schlagn hat’s“

Ein Loch erschüttert ein Dorf

Wall - Der Waller Trachtenverein hat mit dem Stück „Der galaktische Unterschied – oder eig’schlagn hat’s“ eine gelungene Premiere im Gasthof Mehringer gefeiert. 

Ein „brutaler Schebberer“ erschüttert das beschauliche Dörfchen Hinterberg. Auf einer vormals „jungfräulichen“ Wiese tut sich ein Loch auf und sorgt für jede Menge Aufregung in dem Stück „Der galaktische Unterschied – oder eig’schlagn hat’s“, mit dem die Theatergruppe des Waller Trachtenvereins jetzt Premiere im Gasthof Mehringer gefeiert hat. 

Aus dem Loch wird per Dorfklatsch ein veritabler Krater. „So liabe Leit, weg von dem Krater. Und nicht die Steine anfassen, de san verstrahlt“, ruft der Bürgermeister aufgeregt vom Bühnenrand. Klaus Kremmer als Dorfoberhaupt wechselt zwischen staatstragend, verliebt säuselnd und hysterisch zeternd – bis das Blumensträußchen am Küchentisch wackelt. Neben seiner tragenden Rolle auf den Brettern ist er heuer übrigens zum ersten Mal Regisseur. 

Dialoge und Szenen greifen geschmeidig ineinander. Die ganzen Fresken seien von der Wand „obabräslt“ durch den „Schebberer“, klagt Marinus Fahrnbauer als Seelsorger. Der predige Verkehrsregeln. Dabei habe er selbst nicht mal einen Führerschein, gankerlt ihn Bürgermeisterssekretärin Fräulein Kugler (Sissi Bernöcker) an. Eine Zeitung titelt „Servus aus dem All“. RTL und Sat1 schicken Reporter (einer von ihnen: Martin Stumböck). Der Bürgermeister ist aus dem Häuschen. Er formt mit seinen Händen eine Merkel-Raute. Annegrit Pötzinger als seine Gattin stemmt ihre Hände in die Hüften. Sie ist genervt von dem „Gschiß“ um den vermeintlichen Meteoriten- Einschlag und reißt resche Sprüche.

Was es mit dem ominösen Loch auf der Wiese wirklich auf sich hat, will man dann doch wissen. Neugierde hält bei der Stange. Als des Rätsels Lösung sich langsam abzeichnet, droht der Inszenierung die Luft auszugehen. Was im dritten Akt hilft, den Spannungsbogen aufrecht zu halten: Burgls und Benes Ehekrise. Sie zieht sich wie ein roter Faden durch das Stück. Annelies Meßmer und Johann Fahrnbauer liefern eine bemerkenswerte schauspielerische Leistung. Bene torkelt betrunken umher. Aus seinem Hosenstall ragt ein Zipfel seines schlampigen Hemds. „Sog amoi, host du giftige Schwammerl gfressn? Wie redst denn du mit deim Ernährer?“ Von wegen Ernährer. Mit derlei Abhängigkeiten ist jetzt Schluss, schimpft Burgl und schwingt ihren Gummistiefel. 

Peter Huber, erster Vorstand des Trachtenvereins, ist am Ende rundum zufrieden. Dass bei der Premiere gleich alles „so gut hinhaut“, hätte er nicht gedacht. Zumal mit Hannes Waldschütz, Peter Poensgen und Marinus Fahrnbauer gleich drei Debütanten mitwirkten. Und Resi Grabmaier, die „Leihgabe“ vom Partnerverein in Gotzing. „Aus Hinterberg bei Gotzing“, meint er schmunzelnd. Für reichlich originelle Sprüche bürgt Autorin Ulla Kling. Die Waller Trachtler finden den richtigen Takt beim Inszenieren des Stoffes. Souffleuse Michaela Pötzinger konnte eine ruhige Kugel schieben. Alles lief wie am Schnürchen.

Von Johanna Wieshammer

Weitere Vorstellungen

sind zu sehen am Samstag und Sonntag, 9. und 10. April. Los geht’s jeweils um 20 Uhr im Saal des Gasthofs Mehringer. Karten gibt es bei der Metzgerei Killer in Wall.

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