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Bald geht’s los: Große Schilder künden bereits von der Tieferlegung der B 318.

Tieferlegung der B318 in Warngau

Das kommt auf die Bürger zu

Warngau – Der Countdown läuft: Ab 16. August beginnen die Arbeiten für die Tieferlegung der B 318. Was auf die Bürger während der eineinhalbjährigen Bauzeit zukommt, erläuterten Straßenbauamt und Gemeinde am Donnerstag beim Infoabend.

Jahrzehntelang kämpfte die Gemeinde um die Absenkung der Bundesstraße im Ortsbereich Oberwarngau. „Es hat lange gedauert, aber jetzt steht es bevor“, erklärte Matthias Geitz, zuständiger Abteilungsleiter am Straßenbauamt Rosenheim, vor rund 160 Besuchern im Gasthof Zur Post. Von der Baufirma war noch niemand dabei. Die Behörde hat sich zwar für einen Anbieter aus der europaweiten Ausschreibung entschieden, doch erst Ende kommender Woche läuft die Frist ab, bis zu der theoretisch noch Einsprüche eingehen könnten. Der Startschuss für den Bau der sechs Meter breiten Behelfsfahrbahn westlich der B 318 fällt aber am Montag, 16. August. Der offizielle Spatenstich mit Politprominenz wurde aus terminlichen Gründen nochmal verlegt, auf 2. September. 

Auf rund einem Kilometer Länge wird die B 318 in leichtem Gefälle auf bis zu sechs Meter unter heutigem Niveau abgesenkt. Die Seitenwände werden im Bohrpfahlverfahren gesetzt. Die Untertunnelung bekommt einen Deckel, der mit 70 Zentimetern Erdreich abgedeckt wird. Auf dieser 79 Meter breiten Grünbrücke wird die Kreisstraße (Bahnhof- und Taubenbergstraße) mit Rad- und Gehweg über die abgesenkte B 318 geführt, an die Seiten kommen 1,10 Meter hohe Geländer. Angebunden werden Kreis- und Bundesstraße künftig mit Schleifenrampen. 

So wird’s: Die abgesenkte Bundesstraße (M.) und die Kreisstraße (unten) werden über Schleifenrampen angebunden. Zwischen B 318 und West-Ast (hier r.) ist transparent die Behelfsfahrbahn eingezeichnet.

„Das ist nicht die Ideallösung, aber im Vergleich zum Status quo eine deutliche Verbesserung“, sagte Geitz auf Anmerkungen von Bürgern hin; so sind aus Platz- und Kostengründen keine Beschleunigungsstreifen vorgesehen. „Da muss man ehrlich sein: Wenn die Maßnahme teurer wäre als jetzt, würde sie gar nicht kommen“, so Geitz. Für größere Änderungen ist der Zug ohnehin abgefahren: Der Planfeststellungsbeschluss erging wie berichtet vor über zwei Jahren. „Wir sind sehr froh und glücklich, dass wir für diese Lösung die Zustimmung bekommen haben“, betonte auch Bürgermeister Klaus Thurnhuber. Als Baukosten sind 6,215 Millionen Euro angesetzt, davon tragen der Bund 4,451 und und die Gemeinde 1,764 Millionen. 

Das Straßenbauamt gibt der Baufirma nur einen zeitlichen Rahmen vor, damit die Arbeiten flexibel verlaufen können. Als erstes muss die Behelfsfahrbahn gebaut werden, die mit Betonschutzwänden eingerahmt wird. „Wir fahren den Anliegern direkt durch den Garten – das ist schon einen Applaus wert“, betonte Geitz; sie bekommen eine 2,50 Meter hohe Holzwand als Abschirmung. Parallel zur Tieferlegung – die wohl von Süd nach Nord erfolgt – wird wohl erst der östliche Ast der Schleifenrampen, dann der West-Ast gebaut. Die Verkehrsfreigabe der B 318 ist für September 2017 vorgesehen, die Gesamtfertigstellung für November 2017. 

Der Saal des Gasthofs Zur Post war rappelvoll. Matthias Geitz (stehend) und Bürgermeister Klaus Thurnhuber (r.) standen Rede und Antwort.

„Wir reden von ungefähr einem Jahr, in dem die Überfahrt der B 318 nicht möglich sein wird“, so Geitz. Eine harte Phase, das sei allen bewusst. „Aber ohne Einschränkungen geht es nicht.“ Das Mausloch wird zunächst noch für Fußgänger und Radfahrer nutzbar sein, sobald der Verkehr auf der Behelfsfahrbahn fließt, ist damit aber Schluss – je nach Witterung und Baufortschritt im Herbst 2016 oder Frühjahr 2017. Dann wird eine Ampel aufgestellt. Schülerlotsen sollen den Kindern helfen. Eine provisorische Fußgängerbrücke hätte etwa sieben Meter Höhe erreichen müssen und wurde deshalb verworfen, so Geitz auf Nachfrage unserer Zeitung. 

Kraftfahrer müssen von der Ostseite aus über die Ahornallee oder über Reitham und Einhaus ausweichen. Die Westseite behält den Anschluss an die Behelfsfahrbahn – gerade Linksabbieger dürften es bei starkem Verkehr aber schwierig haben, befürchten Bürger. „Wir werden die Situation beobachten und Maßnahmen ergreifen, wenn es nötig ist“, versprach Geitz. Das gilt auch für die Entwicklung an den Einmündungen an der Ahornallee und bei Reitham und Einhaus.

Die Gemeinde plant zwischen Angerweg und Kaiserbichl eine zweite Querverbindung über die B 318, die „Hauserbauernbrücke“. Der Bau beginnt wohl im September 2017, wenn für die Arbeiten die Behelfsfahrbahn genutzt werden kann, kündigte Thurnhuber an.

Von Katrin Hager

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