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Die Traglufthalle am Holzkirchner Moarhölzl könnte schon Ende des Jahres verschwinden. Der Vertrag zwischen Paranet und Landratsamt läuft Mitte Dezember aus. Aktuell wohnen dort 157 Asylbewerber.

Vorbereiten für die Zeit danach

Traglufthalle bald abgebaut: Wohin jetzt mit den Flüchtlingen?

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Holzkirchen - Was passiert mit den Flüchtlingen nach der Traglufthalle? Das Landratsamt sucht neue Unterkünfte. Die Integrationsbeauftragte sorgt sich derweil um Arbeitsstellen für Asylbewerber.

Für die Holzkirchner Integrationsbeauftragte Maria Korell steht eines fest: „Jede Unterkunft ist besser als die Traglufthalle“, sagt sie. Die Asylbewerber, die dort wohnen, würden lieber in den Container an der Erich-Kästner-Straße ziehen. „Weil es dort eigene Zimmer gibt, wo man die Tür zumachen kann.“ In der Traglufthalle seien die Abteile nach oben offen, jeweils eine Seite werde nur durch einen Vorhang geschützt. „Der Lärm ist enorm.“ Und die Hitze ebenfalls, trotz Klimaanlage. Trotzdem bereitet ihr der Gedanke, dass die Halle am Moarhölzl schon Ende des Jahres verschwinden soll, Unbehagen. Ihre größte Sorge: „Über 40 Asylbewerber aus Holzkirchen sind schon berufstätig.“ Werden diese weit weg verlegt, bestehe die Gefahr, dass sie ihren Job verlieren.

Wo genau die Asylbewerber dann hinkommen, ist zwar noch offen. Als relativ sicher aber gilt inzwischen, dass die Halle am Holzkirchner Moarhölzl – angesichts sinkender Flüchtlingszahlen und hoher Kosten(1,154 Millionen Euro Jahresmiete) – abgebaut wird. Der Vertrag zwischen Landratsamt und dem Anbieter Paranet läuft Mitte Dezember nach nur einem Jahr aus (wir berichteten). „Sofern die Regierung von Oberbayern ihre Meinung nicht ändert, wird der Vertrag nicht verlängert“, erklärt Birger Nemitz, Pressesprecher im Landratsamt. Das heißt, dass nach knapp acht Monaten – denn tatsächlich belegt wurde die Halle erst heuer im April – Schluss ist. Das Gleiche gelte weiterhin für die Sammelunterkunft im Birkenmoos bei Rottach-Egern, wo der Vertrag am 30. Januar 2017 ende, bewohnt war sie seit Februar. Doch was passiert dann mit all den Menschen? In Holzkirchen sind laut Nemitz aktuell 157 Personen untergebracht, in Rottach 93.

Die Zuständigkeiten sind komplex. Der Freistaat, vertreten durch die Regierung von Oberbayern, trägt die Kosten, die Organisation vor Ort übernimmt das Landratsamt. „Wir müssen weiter Akquise für Wohnungen betreiben“, erklärt Nemitz. Falls die Suche nicht erfolgreich sei, müsse die Regierung die Asylbewerber auf andere Landkreise verteilen. Im Landkreis München etwa gebe es noch Kapazitäten. „Wir gehen davon aus, dass die Zahl der Asylbewerber langsam sinkt“, sagt der Sprecher. Durch Abschiebungen oder Anerkennungen. Aktuell seien 991 Personen im Landkreis Miesbach untergebracht, im Vormonat waren es um die 1000.

Dass in Holzkirchen ansässige Asylbewerber zunehmend anerkannt werden, berichtet Korell. Vor allem Menschen aus Eritrea, Syrien, Iran und Irak hätten derzeit gute Chancen. In Holzkirchen gebe es viele Eritreer. Es sei gelungen, neun Anerkannte privat unterzubringen. „Das ist eine gute Zahl“, findet sie. Circa zehn würden aktuell noch in der Traglufthalle beziehungsweise in den Containern leben, diese werden als Fehlbeleger bezeichnet.

Für die Unterbringung der Anerkannten ist – wie für jeden einheimischen Obdachlosen auch – die Gemeinde zuständig. „Das ist unsere originäre Aufgabe“, sagt Zweite Bürgermeisterin Elisabeth Dasch (SPD), die Olaf von Löwis (CSU) in dessen Urlaub vertritt. Hinzu kommt, dass Bayern seit Donnerstag als erstes Bundesland den Wohnsitz anerkannter Asylbewerber in einem Landkreis für drei Jahre vorschreibt. Im Auge habe die Gemeinde stets ein Kirchengrundstück im Gewerbegebiet-Ost, wo man schnell Unterkünfte in Holzbauweise hochziehen könnte. „Die Verhandlungen dazu laufen.“ Eventuell lasse sich hier noch eine private Fläche einbeziehen, um mehr Platz zu bekommen.

Für die Asylbewerber ohne Anerkennung sieht die Zweite Bürgermeisterin im alten Polizeigebäude Chancen, das dem Freistaat gehört und das die Regierung von Oberbayern genau für diesen Zweck umbaut. Laut Dasch entstehen hier zwölf Plätze.

In Korells Augen ist derweil das letzte Wort noch nicht gesprochen. Man könne ja nicht einschätzen, wie sich die weltweite Flüchtlingssituation entwickle. „Für mich ist die Halle erst abgebaut, wenn sie tatsächlich abgebaut ist“, sagt sie.

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