In der Heckscheibe eines Polizeiautos leuchtet die Aufforderung „Folgen Polizei“ auf.
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Der Aufforderung der Polizei wollte der Fahrer zunächst nicht nachkommen.

39-Jähriger kann kein Visum vorzeigen

Überladener Lkw flüchtet vor Polizei: Fahrer ohne Führerschein

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Er war mit einem überladenen Transporter unterwegs und wollte sich nicht von der Polizei kontrollieren lassen: Einen 39-Jährigen hat eine Streife auf der A 8 gestoppt.

Holzkirchen - Laut Autobahnpolizei fuhr am Montag gegen 9.30 Uhr ein auffälliger polnischer Transporter Richtung Salzburg. Beamte bemerkten die Schieflage des Fahrzeugs, das eindeutig überladen war. Vor der Anschlussstelle Holzkirchen zeigte der Streifenwagen dem georgischen Berufskraftfahrer das Signal „Bitte Folgen – Follow me“. Doch der Mann reagierte nicht. Das zugeschaltete Blaulicht bewegte den Fahrer dann doch zum Folgen, jedoch überlegte er es sich kurz vor der Ausfahrt Holzkirchen anders und brauste weiter Richtung Salzburg. Die Streife musste wenden, konnte den Lkw aber vor Weyarn einholen. Nach kurzer mündlicher Schelte erklärten die Polizisten dem Mann, dass er dem Polizeiwagen folgen muss, um zur Autobahnpolizeistation Holzkirchen zu gelangen.

Dort angekommen, wurde der Kleintransporter mit einer Brückenwaage gewogen. Bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 3500 Kilo wies der Iveco satte 5060 Kilo auf. Dies muss dem Fahrer laut Polizei bewusst gewesen sein, da in seinen Ladepapieren die Gewichte vermerkt waren.

Nun folge eine ganzheitliche Kontrolle des Fahrzeugs und des Fahrzeugführers. Die Schieflage des Lkw erklärte sich schnell durch einen Defekt an der Luftfederung auf der rechten Seite. Dieser Mangel konnte jedoch mithilfe eines technisch versierten Kollegen behoben werden.

Doch damit nicht genug: Der Fahrer wies sich mit einem georgischen Reisepass aus, einen Führerschein konnte er nicht vorweisen. Er zeigte lediglich ein Handybild von einer verwaschenen Kopie eines Führerscheins vor. Bei Überprüfung des Reisepasses stellten die Beamten ferner fest, dass er das erforderliche Visum, das er zur Erwerbstätigkeit im EU-Raum benötigt, nicht besitzt. Daraufhin wurde die Staatsanwaltschaft informiert, die nun die im Raum stehenden Vergehen des Fahrens ohne Fahrerlaubnis und des illegalen Aufenthalts prüft. Der Mann hinterließ eine Sicherheitsleistung in erheblicher Höhe und konnte seine Heimreise fortsetzen.

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