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Das Holzkirchner Rathaus.

Kommunalwahl 2020  

Unser Ausblick auf den Chefsessel: Was machen die Bürgermeister im nördlichen Landkreis?

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    Florian Prommer
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Die Kommunalwahl 2020 wirft schön langsam ihre Schatten voraus. Wer tritt  in ziemlich genau zwei Jahren für die Chefposten an? Wir haben uns umgehört.

Holzkirchen

Olaf von Löwis

Das Rennen um den Chefsessel im Holzkirchner Rathaus verspricht Spannung. Im Grunde dreht sich alles um eine Frage: Was macht Amtsinhaber Olaf von Löwis (CSU)? Kandidiert er nach 2014 ein weiteres Mal? Oder liebäugelt er mit einem anderen Posten? Die Gerüchte um eine Landratskandidatur des 63-Jährigen halten sich hartnäckig. Er selbst hält sich alle Optionen offen. „Ich bin sehr motiviert und habe weiterhin Interesse, mich kommunalpolitisch zu engagieren“, sagt Löwis. Ob als Bürgermeister („ein tolles Amt“) oder Landrat, darauf lässt er sich nicht festnageln. Angesichts seiner Kandidatur als Bezirksrat sei das aktuell aber auch gar kein Thema. Eine Rolle in seinen Überlegungen spielt freilich das Alter. Bei der Wahl 2020 wäre er 65 Jahre alt, zum Ende seiner Amtszeit 71. Aber: „Ich bin fit und bleibe es hoffentlich auch“, sagt Löwis. „Ich hoffe, dass das Alter letztlich nicht den Ausschlag gibt.“ Für welchen Posten auch immer er sich zur Wahl stellt. Über CSU-Ersatz-Kandidaten für die Bürgermeisterwahl lässt sich derzeit nur spekulieren.

Während bei den Christsozialen vieles im Ungewissen ist, begeben sich die anderen Parteien in Lauerstellung. Der SPD-Ortsverband schlägt aktuell unter neuer Führung einen neuen, jungen Weg ein. Eines steht fest: Zweite Bürgermeisterin Elisabeth Dasch wird 2020 nicht mehr vorneweg gehen. Aus „rein privaten Gründen“, sagt sie, werde sie nicht mehr für das Amt kandidieren. „Das habe ich dem Ortsverband bereits kundgetan“, sagt die 58-Jährige. Wen die SPD an ihrer Stelle ins Rennen schickt, hänge davon ab, „was die anderen Parteien machen“. Gemeint ist wohl insbesondere die CSU. SPD-Ortsvorsitzende Verena Schmidt-Völlmecke bestätigt: Die Suche nach einem Kandidaten habe „höchste Priorität“. Die Partei stellt sich neu auf: „Und wenn wir über Neuerungen sprechen, müssen wir uns über neue Köpfe Gedanken machen“, sagt sie. 

Die Grünen, die mit Robert Wiechmann den Dritten Bürgermeister stellen, haben derweil noch keine Gedanken an die Kommunalwahl in zwei Jahren verschwendet. „Wir kümmern uns erst um die Landtagswahl“, erklärt Ortsvorsitzender Christian Kaiser. Gleiches gilt für die Freie Wähler Gemeinschaft. „Die Landtagswahl steht über allem“, sagt Fraktionssprecherin Birgit Eibl. Sie hatte Olaf von Löwis vor vier Jahren in die Stichwahl gezwungen. Damals: Spannung bis zum Schluss. Für die ist in der Marktgemeinde nun schon weit vor der Wahl gesorgt.

Otterfing

Jakob Eglseder

Das zähe Ringen um ein neues Sportzentrum hat Spuren hinterlassen. Die Stimmung im Gemeinderat ist angespannt, zuweilen offen feindselig – auch wenn es nicht ums Sportzentrum geht. Das Tischtuch zwischen Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU) und seiner Stellvertreterin Ulrike Stockmeier (FWG), die zwölf Jahre gut zusammenarbeiteten, ist zerschnitten. Eglseder liebäugelt zwar mit einer erneuten Kandidatur, es wäre seine vierte Amtszeit, hat aber für sich noch keine Entscheidung gefällt. „Warten wir mal die Haushaltsdebatte ab“, sagt er, „da sind Sachen im Gange, die mir nicht gefallen.“ Zu schaffen macht ihm, dass die Fraktionen von FW, Grünen (ohne Dritten Bürgermeister Karl Einwanger) und SPD offenbar ein „Bündnis“ geschmiedet haben, sich vor wichtigen Entscheidungen absprechen und damit stets eine Mehrheit bilden. „Ein Schattengremium, das mit vorgefertigter Meinung in die Sitzung kommt“, glaubt Eglseder.

Die Frage ist, mit welchen Konkurrenten der CSU-Amtsinhaber zu rechnen hätte. „Es wäre notwendig, dass wir Freien Wähler jemand aufstellen, der als Bürgermeister kandidiert“, sagt Stockmeier. In die Feinplanung sei man aber noch nicht eingestiegen. „Für uns ist das zu früh“, sagt Grünen-Ortsvorsitzende Hertha Böhner nach Rücksprache mit Gemeinderat Thomas Hogger. Die SPD indes ist bestrebt, einen Kandidaten aufzubieten. „Eine Wahl sollte immer eine Auswahl bieten“, sagt Ortsvorsitzender Michael Falkenhahn. Möglich sei aber auch, als SPD einen anderen Kandidaten zu unterstützen. „Noch ist ja Zeit.“

Valley

Der Amtsinhaber in Valley sitzt fest im Sattel. Andreas Hallmannsecker ist seit zehn Jahren Bürgermeister. 2008 bewarb er sich auf den letzten Drücker für die Freien Wähler um das Amt, das damals erstmals an einen hauptamtlichen Rathauschef neu vergeben wurde. Hallmannsecker setzte sich damals überraschend souverän bereits im ersten Wahlgang klar durch - ebenso wie sechs Jahre später, bei jeweils zwei Gegenkandidaten. Und Hallmannsecker wirkt alles andere als abgeneigt, 2020 in die dritte Amtszeit zu starten, auch wenn der Mann der leisen Worte gewohnt diplomatisch auf die Frage nach seinen Ambitionen reagiert: „Wenn ich gesund bleibe und familiär alles passt, dann werde ich mich noch mal bewerben.“ Jung genug wäre er dann mit noch nicht ganz 64 schließlich noch. Und es gäbe auch noch einige Projekte, die Hallmannsecker gerne noch als amtierender Rathauschef zu Ende bringen würde, allen voran die Fertigstellung des Golfhotels.

Konkrete Gegenspieler für Hallmannsecker sind bislang nicht in Sicht, offensiv in Stellung gebracht hat sich noch niemand. Was allerdings nicht bedeuten dürfte, dass die Valleyer Wähler 2020 ohne Auswahl in die Wahlkabinen gehen müssten, denn CSU und Valleyer Liste verfügen durchaus über engagierte Kräfte und dürften diese auch ins Rennen schicken.

Warngau

Klaus Thurnhuber (FW) ist entschlossen: „Wenn es meine Gesundheit erlaubt, trete ich 2020 noch einmal an.“ Nach zwölf Jahren als Rathauschef könnte es für den 53-Jährigen aber auch höher hinaus gehen. Seit 2014 fungiert er als Dritter Landrat, eine Kandidatur um den Chefposten scheint nicht abwegig. „Ausschließen will ich nichts“, sagt Thurnhuber, „aber das will gut überlegt sein.“ Wer als Landrat antrete, müsse auf jeden Fall eine starke Persönlichkeit mitbringen und innerhalb der eigenen Reihen von einer breiten Basis getragen sein.

Von der Zukunft Thurnhubers hängt wohl auch ab, wie sich die Warngauer CSU aufstellt. Wird das Rathaus frei, dürfte die CSU ihre Chance wittern. „Es gibt da bei uns schon Gedankenspiele“, sagt Ortsvorsitzender Henning Fromm, „ist natürlich ein heißes Thema.“ Oder schickt die CSU auf jeden Fall einen Kandidaten ins Rennen – auf die Gefahr hin, gegen den Amtsinhaber eine schmerzliche Schlappe einzufahren? „Wir werden diese Fragen rechtzeitig und strukturiert angehen“, sagt Fromm.

Weyarn

Das Rathaus in Weyarn ist fest in CSU-Hand. Und bleibt es wohl auch. Ein Gegenkandidat zu Amtsinhaber Leonhard Wöhr zeichnet sich nicht ab. Der 58-Jährige kann sich eine erneute Kandidatur „grundsätzlich vorstellen“. „Letztlich obliegt die Entscheidung aber meiner Partei“, sagt er. Der Rückendeckung des Ortsverbandes kann er sich derweil sicher sein. „Wir stehen voll und ganz hinter ihm“, verdeutlicht CSU-Vorsitzender Anton Zwickl.

Einmal will es Wöhr also noch wissen. Dann ist aber Schluss. Bei einer Wiederwahl wäre es definitiv seine „finale Periode“. Ob sich bis dahin ein Gegenkandidat findet, der Wöhr möglicherweise schon frühzeitig in den Bürgermeister-Ruhestand schickt? Es sieht nicht so aus. Die SPD verweist auf die gute Zusammenarbeit mit Wöhr. „Es gibt keinen dringenden Bedarf, etwas zu ändern“, sagt Sozialdemokratin Betty Mehrer. Und auch Sebastian Mayer von der WiGW will sich nicht festlegen, ob seine Partei nach 2014 noch mal einen Kandidaten stellt.

Weitere Berichte

zur Kandidatensuche für die Kommunalwahl 2020 finden Sie auf Miesbach & Umgebung, Tegernsee & Umgebung und Landkreis.

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