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Unter dem Motto Italien unterhielt die Blaskapelle Unterdarching ihr Publikum in der Mehrzweckhalle. Es erklangen zum Beispiel Rossinis Oper „Moses“ und „La donna è mobile“ aus Giuseppe Verdis Oper „Rigoletto“.

Unterdarchinger Blasmusik

Anspruchsvolles Konzert mit Klasse

Unterdarching - Ein anspruchsvolles Konzert hat die Unterdarchinger Blasmusik jetzt präsentiert. 

Bis auf den letzten Platz besetzt war die Unterdarchinger Mehrzweckhalle, als die Blaskapelle Unterdarching jetzt zum traditionellen Konzert einlud. 400 Musikbegeisterte folgten am Freitag dem Ruf, sich in den Süden entführen zu lassen, stand die Veranstaltung doch unter dem Motto „Italien“. So zierten grün-weiß-rote Wimpel und Fahnen die Bühne, die zunächst von den 35 Mitgliedern der Jugendkapelle besetzt wurde. Dirigent Jochen Witt hatte für den Auftakt drei Stücke einstudiert, die die Jugendlichen couragiert darboten. Auch die Tücken, die „To the End of the Earth“ von Timothy Johnson in sich hatte, meisterten sie bravourös. 

Vom ersten Stück an, einem Marsch nach Motiven aus Rossinis Oper „Moses“, zeigte die große 50-köpfige Unterdarchinger Blaskapelle, wo musikalisch der Hammer hängt. Mit vollem Klangvolumen und gekonnten Wechseln in Tempo und Dynamik leitete sie einen Abend mit gepflegter symphonischer Blasmusik ein. Leiter Thomas Brunner hatte mit Geschick und Gespür ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt, durch das er seine Musikanten souverän und mit Herz führte. „Mir ist es wichtig, etwas Besonderes zu bieten, was nicht jeder macht, und auch längere symphonische Stücke zu bringen. Entscheidend ist natürlich immer, dass es den Leuten gefällt“, sagte er. 

Da lag er mit dem opulenten Konzertwalzer „Rosen aus dem Süden“ von Johann Strauss (Sohn) genauso richtig wie bei „Verdi’s Triumphs“, eine Zusammenstellung der bekanntesten Melodien des großen italienischen Komponisten. Diese begann mit dem Triumphmarsch, dann gab es einen berühren Übergang zum Gefangenenchor aus „Nabucco“, es folgte „La donna è mobile“ aus „Rigoletto“ und schließlich ging es wieder mächtig in den Triumphmarsch zurück. 

Für die verbindenden Worte zwischen den Stücken sorgte Pater Stefan Havlik, der launisch und humorvoll immer wieder einen Bezug zu seiner Welt herstellte: „Meine Frau arbeitet im Kultusministerium“ – „Schön, und mein Chef hat die Welt erschaffen.“ Mit derartigen Bonmots hatte der Kirchenmann immer wieder die Lacher auf seiner Seite. 

Dem vor genau hundert Jahren verstorbenen Julius Fucik widmete Brunner unter anderem die Humoreske „Der alte Brummbär“, ein witziges Stück, bei dem sich zeigte, dass es um den Nachwuchs der Unterdarchinger Musi bestens bestellt ist. Der erst siebzehnjährige Malte Jochem übernahm den Solopart auf dem Fagott. Mit viel Selbstvertrauen und hohem Können trat er in einen reizvollen Dialog mit dem Ensemble. 

Ein weiteres Hauptwerk des Abends: Die zehnminütige „New York Ouvertüre“ von Kees Vlak. Dem Anspruch dieses komplexen Werks, das eine wohltuende Abwechslung ins Programm brachte, wurde die Kapelle voll gerecht. Dies galt genauso für „Elisabeth“, einem fulminanten Querschnitt aus dem 1992 uraufgeführten Musical. Gaetano Fabianis „Venezia-Marsch“, die „Brinpolka“ von Karel Hulak und Julius Fuciks abschließender „Florentiner Marsch“ setzten weitere Glanzlichter auf ein beeindruckendes Konzert voller Klasse. 

Lang anhaltender Beifall brachte dem Publikum noch zwei Zugaben ein, ehe Pater Stefan seine Schäfchen wie folgt verabschiedete: „Die regelmäßigen Kirchgänger mit einem herzlichen ‚Bis bald!‘ und von den anderen wäre es schön, wenn sie zwischen Hochzeit und Beerdigung mal wieder bei uns reinschauen könnten.“ Einen zweiten Auftritt gab es am Sonntag.

Von Reinhold Schmid

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