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Glückwunsch zum 90. Geburtstag: Altbürgermeister Josef Mayer bekam gestern auch Besuch vom aktuellen Rathauschef Andreas Hallmannsecker.

Altbürgermeister feiert 90. Geburtstag

Neugieriger Austragler im Elektro-Mobil

Valley - Er hat zwölf Jahre lang die Weichen in Valley entscheidend gestellt: Josef Mayer war von 1984 bis 1996 Rathauschef in der kleinen Gemeinde. Am Ostermontag feierte der Altbürgermeister seinen 90. Geburtstag.

Wenn es nach ihm selber gegangen wäre, hätte er zu seinem „Runden“ bloß in die heimische Stube eingeladen. Aber die gut 70 Gratulanten, die mit Josef Mayer im Unterdarchinger Kegelstüberl feierten, hätten dort wohl gar keinen Platz gehabt. Familie und Freunde, Vertreter der Ortsvereine von den Trachtlern bis zur Feuerwehr, sogar ehemalige Rathaus-Mitarbeiter kamen vorbei, dazu der heutige Bürgermeister Andreas Hallmannsecker mit einem Geschenkkorb.

Die Kommunalpolitik war Mayer schon immer am Herzen gelegen, mehr als 30 Jahre lang war sie Teil seines Lebens. „Er wollte die Bedürfnisse der Bürger immer so gut wie möglich erfüllen“, sagt sein Sohn Josef Mayer jun. Der Unterdarchinger engagierte sich bei der CSU, zog in den 1960er Jahren für die Partei in den Gemeinderat ein. Nach einer Amtsperiode als Zweiter Bürgermeister (1966 bis 1984) wurde er 1984 schließlich zum Bürgermeister gewählt. 

Die Projekte, die Mayer maßgeblich mit auf den Weg brachte, prägen Valley bis heute. Noch als Zweiter Bürgermeister war er mit dem Bau der ersten Kanalisation für die Hauptorte befasst – kein leichtes Unterfangen in der damaligen Zeit, als noch bezweifelt wurde, ob eine Kanalisation für Dörfer auf dem Land überhaupt sinnvoll sei. „Das war ein Kampf für ihn“, erinnert sich sein Sohn. 

Als Bürgermeister baute er die sichere Trinkwasserversorgung mit einem Tiefbrunnen in der Haid auf und begleitete den Neubau des Rathauses in Unterdarching. Das letzte Drittel seiner Amtszeit widmete er dem Neubau einer zentralen Schule für die Gemeinde; bis dahin hatten die Valleyer Kinder getrennt die Schulen in Mitter- und Unterdarching besucht. Auch den Kauf vom Martinshof begleitete er. Für seine Verdienste verlieh ihm der Gemeinderat den Ehrentitel Altbürgermeister. 

Bürgermeister zu sein war zu Mayers aktiven Zeiten noch ein Ehrenamt, die Gemeinde hat erst seit 2008 einen hauptamtlichen Bürgermeister. Neben den Amtsgeschäften führte Mayer weiterhin den Betrieb seines Bauernhofs „Beim Eckmann“. Der Hof zwischen Unterdarching und Hohendilching, auf dem der Jubilar auch geboren wurde, ist der Dreh- und Angelpunkt im Leben Mayers, dem er nie den Rücken gekehrt hat – nur einmal, als er als junger Mann im Zweiten Weltkrieg eingezogen wurde und fast zwei Jahre an der Front verbringen musste. 1954 heiratete er seine Anna. Das Paar bekam zwei Söhne und zwei Töchter. Inzwischen gehören zwölf Enkel und zehn Urenkel zu seiner Familie. Anna Mayer starb vor sieben Jahren – ein schwerer Verlust für den Altbürgermeister. 

Der Austragler bekommt von der Familie die Unterstützung und Pflege, die er im Alltag braucht. Der Hof hält den Jubilar wach, auch wenn der nicht mehr so gut zu Fuß ist: Mit seinem kleinen Elektromobil ist Mayer bis in die Nachbarorte und vor allem rund um den Hof unterwegs. Gleich in der Früh zieht’s ihn nach draußen – und dann fährt er, so lang der Akku durchhält, vier bis fünf Stunden. „Er muss schauen, ob alles passt“, erzählt Sohn Josef Mayer jun., der den Hof längst übernommen hat, und schmunzelt: „Da kommt ihm nichts aus.“ Wenn ein Kalb fehlt, weil es verkauft wurde, fällt dem Austragler das sofort auf. „Das war immer sein Leben, er ist Landwirt mit Leib und Seele.“

Von Katrin Hager

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