Amtsgericht

20-Jähriger rastet auf dem Bahnsteig aus - Verfahren eingestellt

Ein 20-Jähriger aus Valley hat sich von einem Wutanfall am Bahnsteig in Kreuzstraße zu einigen Straftaten hinreißen lassen. Doch das Verfahren am Amtsgericht wurde nun eingestellt.

Valley Es war ein Januarabend in diesem Jahr, als ein 20-jähriger Asylbewerber, wohnhaft in Valley, die Kontrolle über sich verlor. Er wollte mit dem Meridian fahren – und sammelte innerhalb weniger Stunden fünf Straftaten an. Vor dem Miesbacher Amtsgericht zeigte sich der Afghane reumütig. Das Verfahren wurde eingestellt.

Nötigung, Beleidigung, Erschleichen von Leistungen, versuchte Sachbeschädigung sowie versuchter Betrug: Die Anklageliste war lang. Viele Worte verlor der Afghane aus Valley bei seiner Anhörung nicht. „Ich muss mich dafür entschuldigen“, erklärte der junge Mann reumütig. „Ich habe mich mit anderen aus der Asylunterkunft gestritten und daraufhin die Straftaten begangen, weil ich wütend war.“

In dieser Stimmung saß der 20-Jährige an besagtem Januarabend gegen 22 Uhr auf der Bahnsteigkante in Kreuzstraße und wartete auf den Zug. Seine Füße ragten bis über das Bahngleis. Deshalb musste der aufmerksame Zugführer stark abbremsen. Von der daraufhin aussteigenden Fahrschein-Kontrolleurin auf sein Fehlverhalten angesprochen, reagierte der Afghane aggressiv und beleidigte die Frau mit deutlichen Worten. Sie machte ihm klar, dass er so nicht mit dem Zug mitfahren dürfe. Er stieg trotzdem ein. Nur wenige Sekunden später beging der Afghane die nächste Straftat: Er zeigte einen Fahrschein des Vortags.

In Feldkirchen-Westerham stieg der 20-Jährige aus und wartete auf den Zug zurück in Richtung Holzkirchen. Der für diesen Zug zuständige Zugführer war aber bereits von Kollegen gewarnt worden, den Asylbewerber nicht mitfahren zu lassen. Die Türen blieben nach Eintreffen des Zugs für den 20-Jährigen verschlossen, was diesen noch aggressiver machte. Er schnappte sich einen Stein und warf diesen, nach einem kurzen Wortgefecht mit dem Zugführer, gegen den Zug. Zu seinem Glück entstand kein Schaden an der Lok. Der Zugführer verständigte die Polizei, deren Eintreffen das Straftatregister des 20-Jährigen beschloss.

Vor Gericht präsentierte sich der Angeklagte als freundlicher und schüchterner Mann. Selbst die Staatsanwältin zeigte Mitleid. „Sie hatten wohl einfach einen schlechten Tag“, sagte sie in Richtung des 20-Jährigen. Auch Amtsgerichtsdirektor Klaus-Jürgen Schmid zeigte sich gnädig.

Das Verfahren wurde vorläufig eingestellt – allerdings unter der Bedingung, dass der 20-Jährige fünf Tage soziale Dienste ableistet.

hph

Rubriklistenbild: © dpa / Volker Hartmann

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