Oped-Geschäftsführer Stefan Geiselbrechtinger (l.) führt Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (M.) und Landtagspräsidentin Ilse Aigner (r.) durch die Produktion.
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Oped-Geschäftsführer Stefan Geiselbrechtinger (l.) führt Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (M.) und Landtagspräsidentin Ilse Aigner (r.) durch die Produktion.

Wirtschaftsminister und Landtagspräsidentin zu Besuch bei Medizinprodukte-Hersteller

Wie Oped 100 Tonnen Plastik im Jahr einspart

  • Stephen Hank
    vonStephen Hank
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Bei einem Besuch in Oberlaindern haben sich Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Landtagspräsidentin Ilse Aigner am Dienstag von der Leistungsfähigkeit der Firma Oped überzeugt.

Oberlaindern ‒ Es liegt noch nicht allzu lange zurück, da gehörten Termine wie dieser zum Politikeralltag. Jetzt, mitten in der Corona-Pandemie, sind sie zur Seltenheit geworden. „Schön, wenn man mal rauskommt“, sagt der Valleyer Bürgermeister Bernhard Schäfer, während er mit all den anderen im Empfangsbereich der Firma Oped in Oberlaindern auf Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger wartet. Der – zumindest das hat sich nicht geändert – verspätet sich, was Landtagspräsidentin und Stimmkreisabgeordneter Ilse Aigner die Gelegenheit gibt, immer mal wieder auf ihr Smartphone zu schauen. Etwa zeitgleich hat in Berlin die Fraktionssitzung der Union mit Armin Laschet und Markus Söder begonnen, und sie habe da „zwei, drei Leute“, die sie auf dem Laufenden halten. „Du sagst Bescheid, wenn es was Neues gibt“, bittet Landrat Olaf von Löwis.

Besuch bei Oped: Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (l.) im Gespräch mit Hauptgesellschafter Dirk Ippen (r.).

„Corona-Krise führt zu Verkrampfung und Statik“

So weit kommt es dann nicht mehr, denn der Fokus richtet sich mit dem Eintreffen des Wirtschaftsministers dann doch auf den Medizinprodukte-Hersteller Oped, der an diesem Dienstagnachmittag in mehrerlei Hinsicht Zeichen aussenden will: an die Politik und an die Mitarbeiter. „Die Corona-Krise löst Ängste bei den Menschen aus und führt zu Verkrampfung und Statik“, sagt Geschäftsführer Stefan Geiselbrechtinger in die Runde. „Was wir aber brauchen, ist Dynamik.“

Erfolgreich aus kleinsten Anfängen

Oped, so der Firmenchef, stehe mit seinen Produkten für Dynamik und Bewegung. 1992 als kleiner Hersteller für orthopädische Produkte gegründet, beschäftigt das Unternehmen heute weltweit rund 850 Mitarbeiter und generiert einen Jahresumsatz von rund 130 Millionen Euro. Inzwischen, so Finanzchef Christian Puritscher, investiert Oped auch in Sanitätshäuser, sichert sich damit quasi „die letzte Meile zum Patienten“.

All der Erfolg kommt nicht von ungefähr: Motor des immer noch mittelständischen Unternehmens, „das sein Herz in der Region hat“, wie es Hauptanteilseigner Dirk Ippen formuliert, sind die Mitarbeiter. Ihnen gehört ein Drittel der Firma. Und die Zukunft ist gesichert: Allein 22 der rund 330 Beschäftigten am Hauptstandort Oberlaindern sind Auszubildende.

Die Oped-Lehrlinge Laura Freundl und Alfons Meßner.

Firma spart 100 Tonnen Plastik im Jahr ein

Zwei von ihnen dürfen sich kurz vorstellen, ehe der Tross um den Wirtschaftsminister und die Landtagspräsidentin hinüber in die Produktionshalle auf der anderen Seite der Bahnlinie marschiert – vorbei an zehn Demonstranten, die den hochrangigen Besuch aus München nutzen, um ihrem Unmut über die Corona-Politik Ausdruck zu verleihen. In der Produktionshalle wird deutlich, warum das Unternehmen bislang ohne Kurzarbeit und Entlassungen durch die Corona-Krise gekommen ist. Hier werden die Produkte wie die bekannte Fußorthese Vacoped nicht nur hergestellt. Hier erfolgt – mit Unterstützung von Mitarbeitern der Oberland-Werkstätten – auch die Wiederaufbereitung vieler Einzelteile. Rund 100 Tonnen Plastik spart die mehrfach ausgezeichnete Firma auf diese Weise pro Jahr ein. „Durch den Lockdown ist der Bedarf an unseren Produkten zwar deutlich zurückgegangen, weil es weniger Sportunfälle gegeben hat“, berichtet Geiselbrechtinger. „Wir haben das Personal aber gebraucht, um die Orthesen wiederaufzubereiten.“

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (2.v.l.) besuchte am Dienstag die Firma Oped in Oberlaindern. Rechts Geschäftsführer Stefan Geiselbrechtinger, links Finanzchef Christian Puritscher.

Aiwanger: „Medizinsektor mittlerweile eine der bedeutendsten Branchen in Bayern“

Zumindest der Wirtschaftsminister ist gut zu Fuß an diesem Nachmittag. Im Laufschritt eilt er durch die 2018 eröffnete Fertigung und holt damit die anfängliche Verspätung wieder auf. „Respekt vor der Firma, dass sie in Deutschland investiert“, lobt Aiwanger. Mit rund 200 Firmen sei der Medizinsektor mittlerweile eine der bedeutendsten Branchen in Bayern. Das untermauert auch Hauptgesellschafter Ippen, der nicht zuletzt deshalb in das aufstrebende Unternehmen aus Oberlaindern investiert hat: „Die Medizin, das hat auch Corona gezeigt, ist eines der größten Wachstumsthemen der Zukunft.“

Geschäftsführer Geiselbrechtinger freut sich, seine Botschaft platziert zu haben. Die Botschaft, dass es trotz und nach Corona weitergeht. Dieser Impuls sei auch wichtig für die Mitarbeiter. „Wir brauchen nach der Krise Leute, die nicht erschöpft sind, sondern die mit voller Kraft arbeiten“, sagt er. „Deshalb müssen wir ihnen Perspektiven aufzuzeigen und Anreize setzen.“ (sh)

Lesen Sie auch: Wie ein Bombenfund die Firma Oped aufgeschreckt hat.

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