+
Jetzt auf 30 beschränkt, aber die Anwohner wollen mehr: Straße am Hoffeld in Valley.

Das war so nicht erwünscht

Anwohner sauer über Tempo 30 - sie wollten etwas ganz anderes

Die Anwohner der Straße am Hoffeld in Valley trauten ihren Augen nicht: Die Gemeinde pinselte eine Tempo-30-Begrenzung auf ihre Straße. Dabei hatten sie etwas ganz anderes gefordert.

Valley – Mit dem Antrag auf eine Spielstraße sind die Familien aus der Erweiterung des Baugebiets am Hoffeld zwar gescheitert. An ihrer Forderung nach einer Verkehrsberuhigung, die weiter geht als bis 30 km/h, halten sie aber fest. Sie wollen nun einen neuerlichen Antrag stellen: auf Tempo zehn. Für Unverständnis hat derweil gesorgt, dass Gemeindemitarbeiter bereits die Ziffer 30 auf die Straße gepinselt haben.

15 Familien aus dem Hoffeld hatten im Mai beantragt, die Gemeinde möge dort, ab Hausnummer 12, eine verkehrsberuhigte Zone ausweisen, in der Fußgänger, Radfahrer und Kraftfahrer gleichberechtigt den Straßenraum nutzen – bei höchstens Schrittgeschwindigkeit. Der Gemeinderat lehnte mit 11:6 Stimmen ab (wir berichteten).

Die Eltern wollen nun eine Beschränkung auf zehn km/h beantragen, die in der Sitzung zwar zur Sprache kam, über die aber nicht abgestimmt wurde – Bürgermeister Andreas Hallmannsecker wollte dazu fachlichen Rat einholen. Am heutigen Dienstag soll dies in der Sitzung, die um 19 Uhr beginnt, Thema sein.

Die Argumente der Bewohner – von denen allesamt den Antrag mittragen – bleiben wie gehabt: Vielfach sei es in der Straße, die den Kindern als Treffpunkt diene, zu gefährlichen Situationen gekommen, weil Lieferanten oder Besucher zu schnell ins Wohngebiet brausten. Die Eltern wollen eine Regelung, um den betreffenden Fahrern gegenüber eine klare Ansage machen zu können. Die Verkehrsberuhigung würde niemanden stören, argumentieren sie, weil es in der Sackgasse keinen Durchgangsverkehr gibt. Tempo 30, wie im alten Teil des Hoffelds, ist den Familien aber nicht genug. Den vorderen Bereich, wo derzeit gar keine kleineren Kinder leben, wolle man auch nicht in die Sache mit hineinziehen, erklärt eine der Mütter gegenüber unserer Zeitung.

Für Unmut unter den Familien sorgte, dass Mitarbeiter des Bauhofs in der Woche nach dem ablehnenden Beschluss die vermeintlich beschlossene Sache umsetzten und die Ziffer 30 auf die Straße malten. Das fuße auf einem Missverständnis zwischen ihm und dem Bauhof, sagt Hallmannsecker auf Anfrage, und das nimmt er auf seine Kappe. „Wir wollten eigentlich das Zeichen Spielende Kinder aufmalen.“ Das, verspricht er, werde auch noch geändert, Tempo 30 sei noch nicht beschlossen.

Allerdings hat er bereits abermals Rat bei der Polizei gesucht und diesmal auch einen Vertreter des Zweckverbands Kommunale Verkehrssicherheit (KVS) Oberland zur Ortsbesichtigung gebeten. Beide hätten von weniger als Tempo 30 abgeraten. „Sie werden nach den Pfingstferien, wenn der Verkehr ganz normal läuft, eine Verkehrszählung und Geschwindigkeitsmessung über einen längeren Zeitraum durchführen“, sagt Hallmannsecker. „Dann sehen wir weiter.“  

ag

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Junger Regisseur dreht in Holzkirchen - und sucht Komparsen
Der junge Holzkirchner Jonas Breutel ist auf dem besten Weg zum Filmemacher. Für den Abschlussfilm seines Hochschulstudiums dreht er in seiner Heimatgemeinde - und sucht …
Junger Regisseur dreht in Holzkirchen - und sucht Komparsen
Freiwilligendienst: Otterfingerin (18) fliegt nach Ecuador
Von Otterfing hinaus in die weite Welt – dieses Wagnis geht Julia Schöpfer nun ein. Die 18-Jährige wird ein Jahr Freiwilligendienst in Ecuador absolvieren. 
Freiwilligendienst: Otterfingerin (18) fliegt nach Ecuador
Verkehrsschilder entfernt: AfD greift Gemeinde und Landratsamt an
Mit der Traglufthalle verschwanden auch die 70-Begrenzungen an der B13. Die AfD wirft den Behörden indirekt vor, nur Asylbewerber aber keine einheimischen Kinder …
Verkehrsschilder entfernt: AfD greift Gemeinde und Landratsamt an
Götz macht Ausbildung zum Landwirt: „Ich kann eine Kuh melken“
Albert Götz (45), Geschäftsführer der Gemeindewerke Holzkirchen, hat sich zum Landwirt ausbilden lassen. Im Gespräch verrät er, warum er das gemacht und wie er …
Götz macht Ausbildung zum Landwirt: „Ich kann eine Kuh melken“

Kommentare