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Auch ohne freien Himmel ein Erlebnis: Wetterbedingt musste das Benefizkonzert des Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr in der Valleyer Turnhalle stattfinden.

„Klangerlebnis der Extraklasse“

Auch ohne Open Air: Gebirgsmusikkorps beeindruckt bei Benefizkonzert

Aus dem Open Air wurde nichts, das angekündigte „Klangerlebnis der Extraklasse“ des Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr fand trotzdem statt. Die Valleyer Turnhalle wurde zum Konzertsaal.

Valley – Zwei Stunden vor Beginn schlug das Wetter unbarmherzig zu: Das als Open Air auf dem Valleyer Schlossplatz geplante Benefizkonzert des Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr aus Garmisch musste in die Turnhalle der Valleyer Schule verlegt werden. Die Unterdarchinger Blasmusik, deren Jugendförderung das Konzert zu Gute kam, Burschenverein, Feuerwehr und Schule packten den Valleyer Zusammenhalt aus und machten es möglich, dass fast 500 Besucher in den Genuss eines gepflegten sinfonischen Blasmusikkonzerts kommen konnten.

Musikmeister Thomas Brunner von der Blaskapelle Unterdarching war sichtlich stolz auf den gelungenen Kraftakt. Und Oberstleutnant Karl Kriner, der musikalische Chef des Gebirgsmusikkorps nahm’s locker: „Dann muss man sich das Schloss halt dazu denken“, meinte er lakonisch, um sogleich mit dem einleitenden Marsch „Wir präsentieren“ von Hans Ailbout zusammen mit seinem knapp 50 Mann starken Klasse-Blasorchester die Zuhörer auf eine beeindruckende musikalische Reise zu entführen.

Los ging es mit der großen Operette „Maske in Blau“ von 1937. Sie spielt in Italien und Südamerika, entsprechend temperamentvoll präsentierte sich das Potpourri aus ihren Melodien. Das historische Arrangement bestach durch permanente Tempo- und Rhythmuswechsel und auf den Punkt genaues Zusammenspiel. Bemerkenswerte solistische Leistungen durfte das erfreute Publikum bestaunen, an Trompete, am Saxofon, an der Piccoloflöte und am Flügelhorn.

In der modernen Ballade „Night Dream“ sorgte Lokalmatador Hubert Huber an seinem Hauptinstrument – wegen seiner musikalischen Vielseitigkeit bezeichnete ihn Kapellmeister Kriner als „Tausendsassa“ – für Gänsehautfeeling und überzeugte mit vollem Ton und starkem Ausdruck. Huber ist auch Leistungsträger bei der Unterdarchinger Musi und so quasi der Verbindungsmann zu den Garmischern.

„O Vitinho“ von Francisco Marques Neto ist einer der schönsten Märsche aus Portugal mit Elementen des Paso Doble. Das professionelle Blasorchester interpretierte das intensive und tiefgründige Musikstück unter der souverän-leichten Hand von Kriner ebenso überzeugend wie die weiteren Ausflüge ins musikalische Ausland: in die USA mit Jazzer Chick Corea und „Zirkuskomponist“ Karl King, nach Tschechien mit Vaclav Vackars nachdenklichem „Abend am Meer“. In Schweden hatte Kriners Kapelle, in der Dienstgrade keine Rolle spielen, eine Verabredung mit ABBA, der Kultband, die fast 400 Millionen Tonträger verkauft hat. Das sechsteilige Medley von Guido Rennert begann zart mit „I have a dream“ und endete wuchtig mit „Thank you for the music“. Danke für die Musik!

Das schien auch der üppige Schlussapplaus des beeindruckten Publikums auszudrücken. Ganz am Ende zeigte die Jugendkapelle der Unterdarchinger Musi, dass der Gebirgsmusikkorps die Richtigen unterstützt: Der Nachwuchs mischte sich unter die Profis, durfte mit ihnen den „Kaiserjägermarsch“ spielen und das „Klangerlebnis der Extraklasse“, das das Orchester in der Ankündigung zu Recht versprochen hatte, beenden.

Von Reinhold Schmid

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