Sie packen heuer an: die Künstler (vorne v.l.) Sibylle Kobus, Stefanie und Emmanuel Heringer, Tobel und Christiane Ahlhelm, Fernando Pinto, Takeshi Kubo sowie (h.) Chris Peterson. Teresa Glatt fehlt im Bild.
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Sie packen heuer an: die Künstler (vorne v.l.) Sibylle Kobus, Stefanie und Emmanuel Heringer, Tobel und Christiane Ahlhelm, Fernando Pinto, Takeshi Kubo sowie (h.) Chris Peterson. Teresa Glatt fehlt im Bild.

Auf der Lichtung bei Tobel wird wieder gewerkelt

Valley: Internationales Skulpturen-Symposium ist eröffnet

  • VonHeidi Siefert
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Auf der Skulptur-Lichtung in Valleys wird wieder gewerkelt: Das internationale Skulpturen-Symposium ist am eröffnet. Acht Bildhauer und Künstler arbeiten dort zwei Wochen lang, Besucher willkommen.

Hohendilching – „Wir kennen die Künstler. Wir haben schönes Wetter. Dann kann’s jetzt losgehen!“ Aufbruchstimmung herrschte in der Skulptur-Lichtung in Anderlmühle bei Hohendilching, als Emil Ahlhelm am Sonntag zwischen imposanten Sandsteinblöcken mit der Vorstellung der Akteure das 9. Internationale Skulpturen-Symposium des Vereins Kunstdünger eröffnete. Der Valleyer Bildhauer Tobel und seine Frau Christiane Ahlhelm haben dort zwei Wochen lang internationale Künstler zu Gast.

Voriges Jahr hatte Corona zu einer Minimalst-Version gezwungen. Umso spürbarer war heuer die Freude, mit gebührendem Abstand Kunst wieder leben zu dürfen. „Es ist sehr gut, wieder hier zu sein“, eröffnete Chris Peterson die Vorstellungsrunde. 2017 war der Steinbildhauer aus dem niederländischen Zwolle schon in Valley dabei – eine „magische Zeit“. Damals hatte er seinen „Moon Trickle“ aus tief grauem Schwarzwald-Granit in die Mangfall gesetzt, die aktuell so viel Wasser führt, dass sich das Objekt nur erahnen lässt. Aktuell errichte er Zäune, weil ihn der Gedanke umtreibt, was Menschen trennt und was sie zueinander bringt. Wie wird das mit dem für ihn ungewohnten, vergleichsweise weichen Pfälzer Sandstein klappen? Ein paar Skizzen konnte man darauf schon erkennen.

Zäune, Daumen und Strumpfhosen

Ebenso auf den Blöcken des sichtlich aufgeregten Japaners Takeshi Kubo, der von seinem kulturellen Kontext her eine ganz andere Herangehensweise an Stein habe. „Er bringt Leichtigkeit in dieses wahnsinnig schwere Material“, erklärten die Kollegen, von denen Fernando Pinto und Tobel schon 2010 gemeinsam in Taiwan arbeiteten. Seitdem habe man gegenseitig die künstlerischen Wege verfolgt, die auch Pinto schon an die Mangfall führten. Am Wasserschloss Reisach ist zu sehen, wie er damals sein beherrschendes Thema bearbeitete. „Es ist dasselbe“, kündigte er an, „aber diesmal ganz anders.“ Daheim in Kolumbien seien viele überzeugt vom Stein als Gedächtnis der Welt. Uraltes Wissen, das die Wissenschaft neuerdings aufgreife. Und brauche es für digitale Speichermedien nicht auch Komponenten des Steins?

Während Tobel mit „Identity“ plant, seinen künstlerischen Daumenabdruck nach Argentinien und Taiwan nun auch in der Heimat zu hinterlassen, bearbeitet Teresa Glatt mit geradezu archaischer Kraft Eichenstämme, intuitiv und wie ein Konzentrat ihrer „Wut über die Ausbeutung und das Nicht-Gesehen-Werden von Frauen“. In Abwesenheit der jungen Münchnerin verlas Christiane Ahlhelm deren Credo: „Frauen, die kämpfen, sind Frauen, die leben.“

Sibylle Kobus will im Wäldchen an der Mangfall auch Passanten in Beobachtung und Entwicklung ihres vor Jahren zwischen die Bäume gespannten, von Moosen und Flechten überzogenen Strumpfhosengeflechts einbinden. Ein paar Schritte weiter stellen ihm Stefanie und Emmanuel Heringer ein Geflecht aus Metall, Weidenzweigen und Rinden zur Seite. „Es soll ein Ort zum Entdecken, Nachdenken und Genießen für alle werden“, stellt das Paar aus Schechen in Aussicht. Ein paarmal hat es „diesen speziellen Ort“ schon besucht und auf dem Stück Land, das Nachbar Beppo März zur Skulptur-Lichtung beisteuert, einen optimalen Platz gefunden.

Dabeisein vor Ort

Interessierte sind bis Freitag, 17. September 2021, werktags von 10 bis 17 Uhr eingeladen, bei der Entstehung der Objekte zuzuschauen. Am Samstag, 11. September, um 15 Uhr führt Christiane Ahlhelm durch die Skulptur-Lichtung (Anmeldung: info@kunstduenger. info). Die Finissage mit Enthüllung der Skulpturen findet am Samstag, 18. September, um 17 Uhr statt.

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