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Vom Baubeginn im Februar 2017 bis zum ersten Rundgang durch die Halle (oben) vergingen gut anderthalb Jahre. Der Bau kostete laut einer Oped-Sprecherin zwölf Millionen Euro, die technische Ausstattung sechs Millionen.
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Zur Eröffnungsfeier begrüßte Geschäftsführer Stefan Geiselbrechtinger (links, 2.v.l) den Oped-Mitgründer Andreas Haßler (l.), Staatsministerin Ilse Aigner und den Hauptgesellschafter Dirk Ippen.
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Valleys Bürgermeister Andreas Hallmannsecker (r.) überreicht ein Andenken an Oped-Geschäftsführer Stefan Geiselbrechtinger.
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Staatsministerin Ilse Aigner spricht bei der Eröffnung des Medizinparks II.
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Pater Stefan Havlik segnet den Neubau.
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Diese Splitterbombe wurde während der Bauarbeiten entdeckt.
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Die Eröffnungsfeier des neuen Medizinparks II.
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Die Eröffnungsfeier des neuen Medizinparks II.

Im Gewerbegebiet

Automatisiertes Bekenntnis an die Wurzeln: Medizinpark II eröffnet

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In der neuen Produktionshalle von Oped liefern Transportroboter den Mitarbeiter die Orthesen-Einzelteile künftig an den Arbeitsplatz. Am Freitag wurde der Medizinpark II eröffnet. Er ist ein Bekenntnis der Firma an ihre Wurzeln.

Oberlaindern – Der Schritt nach Asien wäre möglich gewesen, ja vielleicht sogar logisch. Die Medizintechnik-Branche boomt, da hat die Produktion in Fernost ihren Reiz. Hierzulande erhöhten regulatorische Vorgaben und der Kostendruck den Druck auf Unternehmen, erklärte Stefan Geiselbrechtinger, Geschäftsführer von Oped. Der Orthesen-Hersteller entschied sich dennoch bewusst gegen eine Auslagerung der Produktion – und für seinen Standort in Oberlaindern. Das Ergebnis dieses Kurses wurde nun offiziell eröffnet: der Medizinpark II. Der 18-Millionen-Euro-Erweiterungsbau jenseits der Bahngleise, indem die neue automatisierte Produktionshalle integriert ist.

„Für unsere Kernmärkte – und das sind nunmal Deutschland und die Schweiz – brauchen wir eine Produktion vor der Haustür“, sagte Geiselbrechtinger. Mit der Entscheidung gegen China, pro Oberlaindern lief der Oped-Chef bei den Gesellschaftern offene Türen ein. „Das Vorhaben haben wir besonders gerne unterstützt, weil wir und das Unternehmen hier zuhause sind“, sagte Hauptgesellschafter Dirk Ippen bei der Eröffnungsfeier, an der neben Oped-Mitgründer Andreas Haßler Ehrengäste aus Landes- und Kommunalpolitik sowie zahlreiche Mitarbeiter teilnahmen.

Zur Eröffnungsfeier begrüßte Geschäftsführer Stefan Geiselbrechtinger (links, 2.v.l) den Oped-Mitgründer Andreas Haßler (l.), Staatsministerin Ilse Aigner und den Hauptgesellschafter Dirk Ippen.

Statt Orthesen am anderen Ende der Welt zu fertigen und in die Heimat zu schiffen, feilte Oped also an seinen Abläufen vor Ort. „Zeitliche Puffer“ habe man eliminieren können. Aus separaten Fertigungsschritten – teils in anderen Hallen – entwickelte man eine effizientere Produktionskette unter einem Dach. Geiselbrechtinger: „Nur mit einer effektiven Produktion kann sich Made in Germany gegen China behaupten.“

Möglich macht das das voll automatisierte Lagersystem des österreichischen Herstellers Servus, das in der Halle installiert ist. Ein geschlossener Kreislauf, von der Warenrücksendung bis zum Versand. Oped bereitet seine Produkte, im Sinne von Nachhaltigkeit und Umweltschutz, wieder auf. Pro Jahr versorgt die Firma nach eigenen Angaben circa 180 000 Patienten nach einer Verletzung mit ihrer Ware. Schickt ein Kunde etwa seine Knöchelorthese zurück, wird diese zunächst gereinigt. Das Auseinanderbauen und Sortieren übernehmen dann Mitarbeiter, die die Oberland Werkstätten im Rahmen einer seit Jahren bestehenden Kooperation vermitteln. Die Einzelteile werden anschließend gefeilt und geschliffen, sodass sie wie neu aussehen. Über das neue Schienensystem unter der Decke gelangen sie ins Lager und werden dort automatisch in einem der 18 000 Lagerplätze verstaut. Per Knopfdruck können die Mitarbeiter in der Fertigung – 150 finden insgesamt im Erweiterungsbau Platz – die Teile zu dem sogenannten Bahnhof an ihrem Arbeitsplatz liefern lassen.

Früher legten sie die Strecken ins Lager und zwischen den Fertigungsstationen per pedes zurück. Wege, die nun wegfallen. Bestellungen, erläuterte Geiselbrechtinger, können so innerhalb von 24 Stunden abgewickelt werden. Ins Unternehmerdeutsch übersetzt: Eine „Just-in-Time-Produktion“.

Die ersten blauen Kisten sausten bei der Eröffnung dann auch schon über die Gäste hinweg. Im Lager feilen die Techniker derzeit noch an der Software. Mitte Oktober sollen dann aber alle Kisten und Kartons aus der Produktionshalle im Endlos-Lager verstaut sein.

Lesen Sie auch: Wie eine Fliegerbombe die Oped-Baustelle lahm legte.

fp

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