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Pater Stefan in Aktion: In Darching schätzen die Gläubigen seine offene Art. 

Pater Stefan wird versetzt

Beliebter Seelsorger muss Darching verlassen

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Es ist ein Abschied, der keinem der Beteiligten leicht fällt: Pater Stefan Havlik, seit fünf Jahren Seelsorger in Ober- und Unterdarching, wird vom Deutschen Orden nach Hessen versetzt. Havliks Nachfolger steht bereits fest.

Valley Erschrocken horchten die Gläubigen auf, als Pater Stefan am Sonntag bei der Erstkommunionsfeier in Unterdarching die Neuigkeit verkündete. Zum 1. Oktober verlässt der Kaplan den Pfarrverband Weyarn, in dem er neben Pfarrverbandsleiter Pater Norbert Thüx und Vikar Pater Damian Hungs das Seelorge-Team bildete.

Tags darauf erwischt man ihn am Handy, er ist mit den Kommunionkindern auf Ausflug. Havlik redet nicht um den heißen Brei herum: „Ich bin sehr traurig“, gesteht der 37-Jährige, „würde ich etwas anderes sagen, niemand würde mir das glauben.“ Kurz vor Ostern habe ihm Pater Christoph Kehr, Prior des Deutschen Ordens, über die Versetzung informiert. „Keine leichte Situation“, sagt Pater Stefan, „aber ich weiß, dass es in meinem Orden Gehorsam gibt. Dem muss ich folgen.“

Havlik wird ab Herbst den Pastoralverbund Marburg in Mittelhessen verstärken und dafür in den Konvent nach Frankfurt oder Wetter umziehen. „Er wird dort gebraucht“, betont Prior Kehr. Es sei zudem Zeit geworden, dass der 37-Jährige im Zuge seiner Kaplans-Ausbildung eine andere Seelsorge-Struktur als die einer bayerischen Gemeinde kennenlerne. In zwei Jahren könnte Havlik sein Pfarrexamen machen, dann wäre er als Pfarrer einsetzbar.

Dass Havlik in Valley sehr geschätzt wird, weiß der Prior. „Seelsorger-Wechsel sind nicht ungewöhnlich, manchmal geht es nicht anders.“

In den fünfeinhalb Jahren gewann Pater Stefan das Vertrauen vieler Darchinger und Valleyer. „Da wächst etwas zusammen“, sagt der Seelsorger. Man begleite die Menschen von der Wiege bis zur Bahre. „Gerade die vielen kleinen Begegnungen haben mich bereichert.“ Der Draht auch zu den Vereinen war so gut, dass der 37-Jährige sogar als pfiffiger Moderator bei Konzerten der Unterdarchinger Musi glänzte.

Für Havlik kehrt sein Ordensbruder Pater Michael De Koninck zurück in den Weyarner Konvent. Der 45-Jährige kennt das Kloster noch aus der Diakonszeit. Zuletzt fungierte Pater Michael zehn Jahre als Pfarradministrator des Pfarrverbands Altomünster (Landkreis Dachau). Auch ihn lassen die Gläubigen dort nur ungern ziehen, seine unkonventionelle Art brachte ihm viele Sympathien ein.

So taucht Pater Michael gerne in der Lederhose auf, die zu seinem Markenzeichen avancierte. Überregional für Aufsehen sorgte 2015 seine „Bierwette“, um junge Leute zum Kirchenbesuch zu animieren. Fünf Burschen aus drei Vereinen mussten jeden Sonntagsgottesdienst besuchen. Dafür lobte Pater Michael 100 Liter Freibier aus – und verlor gerne.

Ehe der 45-Jährige dem Orden beitrat, hatte er lange als Pädagoge und Berater für Eltern erziehungsschwerer Kinder gearbeitet. Die Priesterweihe erfolgte 2007 in Weyarn. Wie Pater Michael im Pfarrverband eingesetzt wird, ist noch unklar.

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