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Start in eine digitale Zukunft: Das Kompetenzzentrum Planen und Bauen wurde am Fraunhofer Institut in Valley eröffnet. Das symbolische rote Band wurde dabei noch ganz klassisch durchschnitten – mit einer Schere.

Kompetenzzentrum für Bauen und Planen

Digitale Baustelle: Hilfe vom Fraunhofer Institut für mittelständische Betriebe

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Das neu gegründete Kompetenzzentrum Planen und Bauen will mittelständische Unternehmen bei der Digitalisierung unterstützen. Baustellen gibt es einige. So soll‘s funktionieren.

Oberlaindern – Fliesenlegen auf Knopfdruck, das geht. Neue Technologien machen es möglich. Gut, das Verlegen an sich ist noch klassische Handarbeit. Aber für die Planung gibt es mittlerweile spezielle Programme und Gerätschaften. Statt jede Fliese einzeln abmessen und zurechtschneiden zu müssen, vermisst ein Laserscanner den Raum, berechnet, wie viele Fliesen in welcher Größe benötigt werden, ermittelt den Verschnitt und spukt aus, wie viel Fugenkitt einzuplanen ist.

Die erforderliche Technologie ist auf dem Markt, allerdings gerade für kleine und mittelständische Betriebe oft zu teuer. Was fehlt, ist eine Plattform, auf der sich mehrere Betriebe vernetzen können, die diese Technologie im Austausch nutzen und davon profitieren können – vom Verputzer bis zum Fliesenleger.

Eine ebensolche Plattform könnte beziehungsweise soll sich bestenfalls aus dem neuen „Mittelstand 4.0“-Kompetenzzentrum Planen und Bauen entwickeln, das gestern am Fraunhofer Institut für Bauphysik (IBP) in Oberlaindern eröffnet wurde. Das IBP ist eines von fünf bundesweiten Teilzentren mit themenspezifischen Kompetenzen (siehe unten). Verschiedene Spezialgebiete, aber ein gemeinsames Ziel: Mittelständischen Unternehmen der Bau- und Immobilienwirtschaft digitale Werkzeuge in die Hand zu drücken, um sie darin zu unterstützen, die Digitalisierung aktiv anzugehen und diese für ihre Geschäftsmodelle erfolgreich zu nutzen.

Denn dieser „fundamentale Wandel“ macht freilich auch vor der Bau-Branche nicht halt, wie Thomas Kirmayr, der Leiter des Kompetenzzentrums, erläuterte. Noch hinke die Bauwirtschaft allerdings etwas hinterher. „Wir sind eine Branche, die noch nicht so auf diesen Wandel vorbereitet ist“, sagte Kirmayr. Das Gefälle zwischen Unternehmen, die sich mit den Chancen der digitalen Welt bereits beschäftigt haben, und denen, die es bislang nicht gemacht oder es sich angesichts Herausforderung nicht getraut haben, gelte es auszugleichen.

Damit das gelingt, müsse man die „kleinteilige Bauwirtschaft“ zunächst vernetzen und Architektur-Büros virtuell zusammenbringen mit handwerklichen Betrieben. Die Technologie gibt es teils bereits. Unter anderem die sogenannten Demonstratoren, die die Teilzentren gestern vorgestellt haben und in kostenlosen Workshops und Vorträgen künftig interessierten Mittelständlern näherbringen wollen. Im Kompetenzzentrum, das vom Bund über drei Jahre mit rund 5,2 Millionen Euro gefördert wird, sollen die Lösungsansätze nun gebündelt und den Betrieben zugänglich gemacht werden.

Die Anwendungsfelder sind vielfältig. Elektronische Managementsysteme, Online-Marketing, Nachwuchsgewinnung oder eine Vereinfachung der bürokratischen Abläufe. „Wenn wir die richtigen Leute zusammenbringen, erschließen sich diese Felder schnell“, sagte Kirmayr. Zurückgreifen will man dabei natürlich auf die Erfahrung der Zielgruppen, die das Kompetenzzentrum ansprechen will: die Unternehmen. Mit ihnen wollen sich die Teilzentren zusammen- und auseinandersetzen, um von den Anwendern zu erfahren: Wo drückt der digitale Schuh? „Der Handwerker kann uns sagen, was er braucht“, sagte Kirmayr. Das Kompetenzzentrum könne dann konkrete Lösungen geben, um die Betriebe fit zu machen für das digitale Zeitalter.

Die fünf Hauptpartner

Das Kompetenzzentrum Planen und Bauen bietet in Deutschland fünf Teilzentren. Dabei handelt es sich um regionale Anlaufstellen, die spezifische Probleme adressieren. Das Fraunhofer Institut für Bauphysik in Oberlaindern (Region Süd) übernimmt die Gesamtkoordination und wird vorrangig zum Thema Betreiben unterstützen, die Jade Hochschule (Region Nord) kümmert sich um das Thema Planen, das Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFFin Magdeburg (Region Ost) um das Thema Bauen, das Institut für Mittelstandsforschung Mannheim (Region West) um die Projektentwicklung und das eBusiness-Kompetenzzentrum Kaiserslautern (Region Mitte) erarbeitet seine Angebote vorrangig für Handwerksbetriebe erarbeiten.

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