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Gemeinde Valley investiert 2019 kräftig in Infrastruktur

Ein fettes Jahr zum Buttern

Null Schulden und fast neun Millionen auf der hohen Kante: Valley hat, was andere gerne hätten. Die Gemeinde investiert heuer kräftig in die Infrastruktur.

Valley – Während viele nähere und entferntere Kommunen ächzende Finanzen beklagen, kann die Gemeinde Valley aus dem Vollen schöpfen. Den Haushalt 2019 und den Finanzplan bis 2022 hat der Gemeinderat nun einstimmig und ohne weitere Diskussion verabschiedet. „Wir haben unser Tafelsilber nicht verscherbelt, um Löcher zu stopfen“, sagte Bürgermeister Andreas Hallmannsecker (FWG). „Wir können positiv in die Zukunft schauen.“

Die Gemeinde Valley hat auch schon magere Jahre hinter sich, nachdem sie dem Bund das frühere Sendergelände abkaufte und Gewerbesteuerrückzahlungen an große Unternehmen leisten musste – aber 2019 wird wieder ein fettes Jahr. Das Geld der Bürger bekommen Kommunen freilich nicht zum Horten, sondern um es in die öffentliche Infrastruktur und Versorgung zu stecken. Entsprechend dick buttert Valley ins Investitionsprogramm. Allein 3,1 Millionen Euro fließen heuer in Straßensanierungen. Dabei schlagen zwar 765 000 Euro für Projekte aus dem vergangenen Jahr noch zu Buche, weil sie erst heuer von den Firmen abgerechnet werden. Dennoch geht’s in den warmen Monaten rund auf den Gemeindestraßen – etwa an der Schlossallee (Schätzung 486 000 Euro) und der Dilchinger Straße (655 000 Euro). Dickster Brocken sind Sanierung und Ausbau der Alpenblickstraße (685 000 Euro), die nach Pfingsten beginnen sollen und etwa drei Monate in Anspruch nehmen dürften, wie Hallmannsecker schätzt.

Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer setzte Kämmerin Heike Finsterbusch laut eigenen Angaben vorsichtig mit etwa drei Millionen Euro an. Weil die Gemeinde Valley gar so gut dasteht, bekommt sie freilich keine Schlüsselzuweisung mehr. Die Umlage, die sie an den Landkreis abführen muss, sinkt derweil trotzdem leicht, weil der Kreistag die Bemessung um einen Punkt reduziert hat: von 2,71 auf 2,67 Euro. Von ihrer Gewerbesteuer muss Valley 540 000 Euro an Bund und Land weiterreichen. Als freie Spanne für die Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt bleiben 1,1 Millionen Euro.

Für den kommunalen Wohnungsbau am Sportplatz werden wohl 920 000 Euro heuer fällig. Hier rechnet die Gemeinde mit 164000 Euro Zuschuss vom Staat. In den Ausbau der Breitbandversorgung sollen heuer knapp 200 000 Euro fließen, dazu sollen 166 000 Euro an Zuschüssen eingehen. Bekanntlich nahm das Projekt mit Verspätung Fahrt auf, die Ausgabe war schon voriges Jahr geplant. Für die Ortsentwicklung in Unterdarching sind heuer 300 000 Euro reserviert, dafür werden 194 000 Euro Zuschuss erwartet. Jeweils 100 000 Euro steckt die Gemeinde in ihre Kläranlage und die Sanierung von Trinkwasserleitungen, jeweils 50 000 Euro in den Kindergarten St. Felicitas in Unterdarching und die Mittagsbetreuung an der Grundschule. 

Die Gemeinde zapft für ihr Investitionsprogramm ihre derzeit 8,67 Millionen schweren Rücklagen an. Bis Ende 2022 sollen immer noch recht komfortable 3,0 Millionen Euro auf der hohen Kante liegen – bei weiterhin 0 Euro Schulden. An den Hebesätzen für Grundsteuern A und B (jeweils 250 Prozent) und Gewerbesteuer (380 Prozent) zu schrauben, steht daher nicht zu Debatte.

„Man sieht, dass es uns gut geht und wir gut gewirtschaftet haben“, merkte Paul Hechenthaler jun. (FWG) an, „darauf können wir stolz sein.“ 

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Rubriklistenbild: © Thomas Plettenberg

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