Ein Mädchen für alles, das Gold wert ist: So lobt die Rektorin Elisabeth Hechenthaler, die an der Valleyer Grundschule den Bundesfreiwilligendienst absolviert.
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Ein Mädchen für alles, das Gold wert ist: So lobt die Rektorin Elisabeth Hechenthaler, die an der Valleyer Grundschule den Bundesfreiwilligendienst absolviert.

Bundesfreiwilligendienst an der Valleyer Grundschule

Ein Jahr voller Erfahrungen: Elisabeth Hechenthaler über ihren Einsatz als Bufdi in Valley

  • Christine Merk
    vonChristine Merk
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Seit rund zehn Jahren gibt es den Bundesfreiwilligendienst in Deutschland. Nicht ganz so lange sind in der Schule in Valley schon „Bufdis“ im Einsatz. Während die Gemeinde die Stelle fürs kommende Schuljahr ausschreibt, berichtet die aktuelle Helferin, wie ihr Dienst läuft und was sie davon hat.

Valley – Mit Kindern hatte Elisabeth Hechenthaler bis zum September vergangenen Jahres nicht viel zu tun. Als sie ihren Realschulabschluss machte, plante die 16-Jährige auch nicht, sich beruflich in Richtung Pädagogik zu orientieren. Trotzdem – oder vielmehr: gerade deshalb – entschied sie sich für den Bundes-Freiwilligen-Dienst (BuFDi) an der Grundschule Valley. Sie hat es nicht bereut.

„Ich war mir damals mit der Ausbildung noch nicht ganz sicher“, erzählt Hechenthaler, „und ich wollte nichts anfangen und dann abbrechen.“ In der Schule habe sie zu der Zeit einen Vortrag über das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) gehört. „Das ist ja etwas ähnliches wie der Bufdi.“ Gleichzeitig fand sie es reizvoll, vor der Ausbildung noch mal „etwas ganz anderes“ zu machen. „Einfach um festzustellen, ob ich mir so etwas vorstellen kann.“

Elisabeth Hechenthaler ist nicht die erste Bufdi an der Schule Valley. „Die Gemeinde schreibt die Stelle schon seit einigen Jahren aus“, berichtet Rektorin Anja Rettich, die über diese Unterstützung von Seiten der Kommune sehr froh ist. Die Aufgaben der „Bufdis“, wie sie liebevoll genannt werden, seien sehr vielseitig und reichen vor der Aufsicht an der Bushaltestelle über die Unterstützung der Lehrer im Unterricht und der Betreuung einzelner Schüler bis zum Einsatz in der Nachmittagsbetreuung. „Gerade wegen Corona ist Elisabeth momentan unser Mädchen für alles“, sagt Rettich anerkennend. „Sie ist für uns wirklich Gold wert, weil wir sie auch in der Notbetreuung einsetzen können.“

Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Einschränkungen und Auflagen haben den BuFDi-Job an der Schule Valley also noch vielschichtiger gemacht. Hechenthaler kommt damit gut zurecht. Die Notwendigkeit, sich flexibel auf immer wieder neue Situationen einstellen zu müssen, fördere die Eigenverantwortung und die Sozialkompetenz, sagt sie. Sie hat in den vergangenen Monaten auch mal den Hausmeister unterstützt, Schulklassen beaufsichtigt, die von den Lehrern vorbereitete Aufgaben erledigten, und vor allem eben die Notbetreuung mitgetragen. Zu den Kindern dort habe sie eine viel engere Beziehung aufgebaut, als es sonst wohl der Fall gewesen wäre, weil ja alle in feste Gruppen eingeteilt sind. „Wir sind dadurch viel mehr zusammengewachsen“, sagt die 16-Jährige. Und auch einige Lehrer habe sie sehr persönlich kennengelernt.

Im September startet Hechenthaler in einen neuen Job. Sie beginnt eine Ausbildung als Sozialversicherungsfachangestellte. Etwas ganz anderes, auf das sie sich sehr freut. Hechenthaler kann sich heute aber auch vorstellen, mal etwas mit Kindern zu machen, vielleicht sogar im Lehramt. „Das Jahr als Bufdi gibt mir dafür viel Sicherheit“, sagt sie. „Ich konnte richtig viel Erfahrung sammeln.“ Das FSJ oder den BuFDi würde sie sofort weiterempfehlen. „Man kann richtig gut herausfinden, was zu einem passt, und ein Jahr gibt viel mehr Einblick, als wenn man nur ein Praktikum macht.“

Die BuFDi-Stelle an der Schule Valley wird ab September neu besetzt. Der Gemeinderat hat die Mittel dafür bewilligt. Rektorin Rettich freut sich über Interessenten und verspricht ein sehr abwechslungsreiches Aufgabenfeld, bei dem auch persönliche Stärken berücksichtigt werden könnten. „Wir hatten mal einen Jungen, der in der DLRG war, der hat dann natürlich beim Schwimmunterricht geholfen.“

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cmh

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