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Auf der schmalen Staatsstraße zwischen Holzkirchen und Darching passierte der Unfall. 

Brummifahrer soll bei Valley auf Gegenspur geraten sein

Fahrerflucht ohne Führerschein: Lkw-Fahrer vor Gericht

Ein 58-Jähriger aus dem sächsischen Freital musste sich jetzt vor dem Amtsgericht Miesbach verantworten. Der Lkw-Fahrer war nach einem Unfall davongefahren - dabei hatte er nicht mal einen Führerschein. 

Darching – Im Mai 2019 soll der Sachse mit seinem Lkw von Holzkirchen nach Darching unterwegs gewesen sein - ein bekanntermaßen recht schmaler Straßenabschnitt - und dabei den Außenspiegel eines entgegenkommenden Lkw touchiert haben, sodass von beiden Fahrzeugen jeweils der linke Spiegel abriss. Obwohl er den Unfall bemerkte, soll der Angeklagte weitergefahren sein – zudem war ihm vor längerer Zeit die Fahrerlaubnis entzogen worden. So standen zwei Delikte in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft.

Vor Gericht wehrte sich der Sachse nun gegen die Anschuldigungen. Zunächst gegen die, dass er keine gültige Fahrerlaubnis besitzen soll. Er wisse sehr wohl, dass er wegen zu vieler Punkte seinen Führerschein irgendwann hätte abgeben müssen. „Ich hätte dazu von der Polizei aber schriftlich Bescheid bekommen müssen“, erklärte der 58-Jährige – das sei aber nicht geschehen. „Sonst wäre ich doch überhaupt nicht mehr gefahren.“ 

Lkw-Fahrer beging Unfallflucht - dabei hatte er nicht mal eine Fahrerlaubnis

Erst seit dem Unfall wisse er offiziell, dass er keine Fahrerlaubnis mehr habe. Die Fahrerflucht hingegen tue ihm zwar leid, er ergänzte jedoch: „Ich bin gleich stehengeblieben, aber der Unfallgegner ist weitergefahren.“ Drei bis vier Minuten habe er nur wenige Meter vom Ort des Zusammenpralls entfernt gewartet, „erst dann bin ich weiter“. Als er seine Fahrt in Richtung Feldkirchen-Westerham fortsetzte, „hupte hinter mir plötzlich ein Lkw“. In dem soll der Unfallgegner gesessen sein. Er sei „sofort rechts rangefahren“, beteuerte der Sachse, und habe mit dem Brummi-Fahrer diskutiert.

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Bei dem Unfallbeteiligten handelte es sich um einen ebenfalls 58 Jahre alten Mann aus Holzkirchen, der erklärte, „dass ich auf den Grünstreifen ausgewichen bin, als ich sah, dass er mir entgegenkommt“. Dennoch habe es gekracht. Sein linker Außenspiegel sei sofort abgefallen, ein Schaden von rund 500 Euro entstanden.

Holzkirchner verfolgte den Unfallgegner und stellte ihn zur Rede

„Obwohl die Spiegel von uns beiden auf dem Boden lagen, ist er einfach weitergefahren – im Gegensatz zu mir“, so der Holzkirchner. Dann schilderte er den Vorfall so wie der Angeklagte selbst. Bei Feldkirchen-Westerham habe er den Sachsen eingeholt. „Nach unserer Diskussion, die zu keinem Ergebnis gekommen ist, hat er umgedreht und ist in Richtung Miesbach gefahren“, so der Zeuge. Er selbst sei zur Dienststelle der Polizei in Holzkirchen gefahren und habe Anzeige erstattet.

Da es noch einige Unklarheiten bezüglich des Datums des Führerscheinentzugs gibt und noch ein Polizist als Zeuge gehört werden muss, konnte Amtsrichter Walter Leitner am ersten Prozesstag noch kein Urteil fällen. Ende Juli geht die Sache in die zweite Runde.

Coronavirus: Die aktuelle Lage im Landkreis Miesbach in unserem Ticker

hph

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