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Gemeinsamer Nenner: Bildhauerin Cornelia Hammans (l.) und Farbmalerin Sabine Kühner stellten ihre Werke zusammen in den alten Stallungen aus.

Fünf Jahre Kulturwerkstatt

Familiäres Fest der Sinne

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Drei Tage lang feierte der Verein Kulturwerkstatt im Oberland sein fünfjähriges Bestehen. Die Kulturfreunde verbanden alle Kunstsparten zu einem klingenden, köstlichen Fest der Sinne.

Hohendilching – „Unsere Idee von Anfang an war, Kunst, Raum und Kulinarik zu verbinden“, erklärte Rolf Brandhaus, Erster Vorsitzender der Kulturwerkstatt, am Samstag bei seiner Begrüßung zur Kulturnacht. „Wir widmen uns besonderen Anlässen und besonderen Themen in besonderen Räumen mit besonderen Künstlern.“ Und dieser Vorsatz gelang auch diesmal.

Das Wohnzimmer von Karola und Marc Tügel in ihrem historischen Hof war zum Konzertsaal verwandelt, in dem sich rund 60 Mitglieder und Gäste versammelt hatten. Sie folgten Brandhaus‘ Rückblick auf 23 Projekte und Veranstaltungen seit Vereinsgründung und applaudierten zustimmend, als der Kultur-Chef betonte, dass Kunst zum körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefinden beitrage. Die Gäste konnten bereits seit Freitagabend nebenan in den alten Stallungen unter dem Tonnengewölbe in Farben baden und sich von abstrakten Formen anregen lassen.

Dort stellten die ehemals in Gmund und mittlerweile in Leipzig arbeitende Bildhauerin Cornelia Hammans und die Holzkirchner Malerin Sabine Kühner erstmals gemeinsam aus. Hammans zeigte ihre großen, kraftvollen, abstrakten Bronzen, deren elementare, natürliche Formen stets den Impuls des Anfassen-Wollens auslösen. Darunter auch das „Naturstück“ der geballten Faust, die beim Faust-Festival in München schon für Furore sorgte. Als Faust assoziiert der Betrachter mit der Figur die Intensität menschlicher Kraft, als beschnittene, knorrige Weide die Überlebenskraft der Natur.

Sabine Kühner lässt die „Women and Men“, ihrer Gemäldeserie in sehr schmalen, hochkantigen Format durch die Kraft der Farben wirken. „In diesem engen, schlankem Format haben sie keinen Platz für Ausdruck durch Bewegung. Ihr Ausdruck, ihre Individualität, ihr Wesen liegt allein in den Farben“, erklärt Kühner, die sich selbst als Farbenmalerin bezeichnet. Beiden Künstlerinnen und ihren Werken ist eine expressive Kraft gemein.

Ein hervorragender gemeinsamer Nenner, um ihre Werke zum Kulturwerksattsjubiläum zusammen zu fügen, meinte Brandhaus, der die Idee zu der Gemeinschaftsausstellung hatte. Dieses Vernetzen und Zusammenführen der Kulturschaffenden untereinander sowie mit den Kulturliebhabern – damit sei Kulturwerkstatt hervorgetreten, sagte Brandhaus. Er habe im Sinne der Förderung von Laien, Profis und jungen Talenten stets auf Kooperation und nicht auf Konfrontation mit anderen Kulturvereinen im Landkreis gesetzt.

Von daher lebt der Verein, nicht zuletzt unter Einbeziehung kulinarischer Sinnesfreuden, ein fast familiäres Miteinander. Wie entspannt man gemeinsam Kultur schafft, zeigte der Verlauf der Kulturnacht. Dort musizierten in drei Blöcken vielfach ausgezeichnete Künstler aus dem Landkreis.

Im ersten Teil überzeugte die Jugend mit internationalen Klängen: Theresa Bichlmeier entführte unter anderem mit zwei zarten „Mandalas“ von Martin Torp musikalisch nach Indien, das Flöten-Gitarren-Geschwister-Duo Lea Maria und Benjamin Wittmann mit dem Tango „Adios Muchachos“ von Julio Cesar Sanders nach Südamerika, während Story-Tellerin Anja Gild mit der freien (Nach-) Erzählung des Kinderbuchklassikers „Wind in den Weiden“ gekonnt die Englische Flusslandschaft mit der des Mangfalltals verband. Im zweiten Block ging es international weiter: Unter anderem spielten Rolf Brandhaus und Thomas Tomaschek die Evergreens „Maple Leaf Rag“ und „Chattanooga Choo-Choo“ auf ihren Saxophonen.

Der dritte Block mit den Sängerinnen Johanna Betzinger und Claudia Simon, dem Pianisten Peter Wolf, den international gefragten Flötisten Michael Martin Koffler und Gitarristen Martin Maria Krüger war der Klassik gewidmet, bevor Autor und Hausherr Marc Tügel sich mit einer Gute-Nacht-Geschichte und sich die Sängerinnen mit dem „Abendlied“ verabschiedeten. Das Kulturfest schloss gestern mit einer Finisage und einem von Zitherspieler Hans Schuster umrahmten bayerischen Frühschoppen.

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