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Nix zu verlieren, aber viel zu gewinnen – auch für den guten Zweck: Sieben junge Damen und fünf Herren kamen bei der Dirndl- und Burschenversteigerung unter den Auktionshammer, den Franz Huber (r.) schwang.
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Zur Messe unter freiem Himmel versammelten sich die Burschen und ihre Gäste auf der wiese am Maibaum.
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Der Festverein führte am Sonntag den langen Festzug durch den Ort zum Gottesdienst an.
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Der Festzug durch den Ort beim Jubiläum des Burschenvereins Ober- und Mitterdarching. 
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Der Festzug durch den Ort beim Jubiläum des Burschenvereins Ober- und Mitterdarching. 

Burschenverein Ober- und Mitterdarching begeht sein Jubiläum

Feiermarathon mit Balz-Plattler und anderen Talenten

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Traditionell bayerisch feiern und hippe Partys schmeißen: Mit beidem kennt sich der Burschenverein Ober- und Mitterdarching aus. Das hat er bei seinem Jubiläum am Wochenende bewiesen. 

Darching Bevor am Freitag der erste von insgesamt 13 Kandidaten unter den Hammer kam, hatten die Stürzlhamer das voll besetzte Festzelt stimmungsmäßig schon gut auf Betriebstemperatur gebracht. Der Festsprecher des Burschenvereins, Markus Nöscher, begrüßte die Gäste zur dritten Veranstaltung innerhalb der Festivitäten zum 90-jährigen Bestehen des Vereins. „Seit 90 Jahren pflegen wir Tradition, Glaube, Sitte, Tugend und Heimat. Und das funktioniert super“, sagte Nöscher. Vor zehn Jahren sei die letzte Burschen- und Dirndlversteigerung im Oberland gewesen, weshalb sich die Darchinger Burschen des Themas angenommen haben. Die Einkünfte aus der Aktion – am Ende standen mehr als 2300 Euro zu Buche – kommen dem Kinderheim in Mitterdarching und bedürftigen Darchingern als Spende zugute.

Mit Hinweis auf die Holztaferl in Herzform zum Bieten und das „Exposé“ der zu versteigernden sieben Dirndl und fünf Burschen, wünschte Nöscher einen „lockeren Geldbeutel“ und übergab an Moderator und Hochzeitslader Franz Huber, Experte in Kuppel-Angelegenheiten. „Bei uns gibt es keine leeren Kartons für 1000 Euro, wie bei mancher Online-Auktion – bei uns kommt nur erste Ware unter den Hammer: Jeder ist was Besonderes und kann was Besonderes“, versprach er.

Ex-Burschen-Vorsitzenden Stefan Huber bat er als ersten zur Vollstreckung auf die Bühne, der hatte die ganze Versteigerung schließlich angezettelt. Jeder Kandidat wurde vorgestellt und musste zur Steigerung der Gebote sein „besonderes Talent“ vorführen. Weil Huber vorab fürs Exposé „kann viel Bier trinken“ angegeben hatte, wurde er dazu verdonnert, eine Gebrauchsanweisung zum Anbandeln auf dem Darchinger Burschenfest in Gedichtform vorzutragen. Das Publikum feixte und lachte, steigerte erst aber nur zögerlich. Als dann aber noch einer der veritablen Gutscheine der Sponsoren von Auktionator Huber draufgelegt wurde, waren am Ende unter Jubel und Applaus 160 Euro beisammen. Bieterin Maria holte sich ihr „Auktionsgut“ gegen Barzahlung umgehend ab und marschierte mit ihm an die Bar.

Die Gstanzl-Sängerin Franziska mit Jagdschein wollte sich am liebsten von einem „gut gebauten Landwirt“ ersteigern lassen und kam gut an den Mann, wie auch Johanna aus Wall, die eigentlich nur ihren 21. Geburtstag feiern wollte und für 240 Euro spontan versteigert wurde. Norbert aus Mühldorf spielte mitreißend eine Polka auf der Steirischen und kam ebenso zügig unter den Hammer wie die Osterwarngauerin Lena, die blind vier verschiedene Biere auseinander halten konnte. Bei der Versteigerung von Bernhard Weindl, der für eine „zarte Frau mit Fingerspitzengefühl“ einen mehr als eindrucksvollen Balz-Plattler zum Zigeunermarsch hinlegte, bebten schließlich die Zeltwände vor Lachen. Ihn ersteigerte ein fingerfertiger und eher stattlicher Musiker von der Darchinger Musi. „Wir brauchen beim nächsten Ausrücken noch einen Taferlbub“, erklärte der mit einem Augenzwinkern.

Das Publikum johlte vor Vergnügen. Es wurden Sträuße mit Schnapsflaschl gebunden, heiß „I wui nur zruck zum Bier“ auf die Melodie von „I wui nur zruck zu dir“ gerockt und geröhrt, sodass die Besucher auf den Tischen tanzten. Da wurde die Bayernhymne auf der Trompete gespielt oder zwei Weißbier auf einmal eingeschenkt: je ausgefallener das Talent, desto mehr wurde auch geboten – bis zu 410 Euro, für die eigene Freundin, was den Mitbietenden gleich mit einem Busserl auf offener Bühne klargemacht wurde. Zum großen Finale kam dann auch noch die frisch gekürte Bayerische Bierkönigin unter den Hammer, Vroni Ettstaller aus Gmund (wir berichteten). Direkt ehrfürchtig holte der Otterfinger Schreinereibesitzer Helmut Richter seine „Beer-Queen“ ab und entführte sie in die Bar, wo bis tief in die Nacht gefeiert wurde.

Traditioneller ging das Burschenjubiläum beim gestrigen Festsonntag mit Feldgottesdienst zu Ende. Die Burschen und die Abordnungen der Vereine zogen im Festzug durch den Ort, ehe der fünftägige Feiermarathon gemütlich mit der Unterdarchinger Musi im Festzelt ausklang. Am Samstag hatten die Burschen zur Blackout Party mit DJ Florian Weiss geladen. 

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