Am Kapellenweg soll dieses Haus abgerissen werden. Zwei Mehrfamilien- und vier Doppelhäuser sind geplant.
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Am Kapellenweg soll dieses Haus abgerissen werden. Zwei Mehrfamilien- und vier Doppelhäuser sind geplant.

Bauvorhaben in Unterdarching

Gemeinderat gegen Landratsamt: Valley lässt Bau-Vorbescheid platzen - und zweifelt an der Behörde

  • Jonas Napiletzki
    vonJonas Napiletzki
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Neuer Gemeinderat, altes Bauvorhaben: Nach einer Planänderung lehnte das Valleyer Gremium einen Bau-Vorbescheidsantrag ab. Die Erschließung sei nicht gesichert, sagen Ratsmitglieder.

Unterdarching – Seit über einem Jahr diskutieren Gemeinderat, Landratsamt und der Eigentümer – die Wallberg Vermögensverwaltung aus Holzkirchen – um ein großes Bauprojekt in Unterdarching, Gemeinde Valley. Wie berichtet, sollten am Kapellenweg 6 ursprünglich zwei Mehrfamilien- und fünf Doppelhäuser entstehen – zum Missfallen der Nachbarschaft. Zu dicht seien die Häuser geplant und zu schmal sei der Kapellenweg für den entstehenden Verkehr.

Alter Gemeinderat stimmte dafür - dann gab es einen runden Tisch

Im April dieses Jahres stimmte der damalige Gemeinderat dem Vorbescheidsantrag trotzdem zu. Mit 10:7 Stimmen eine knappe Entscheidung. In seiner jüngsten Sitzung revidierte der neue Gemeinderat das im Frühjahr erteilte gemeindliche Einvernehmen – obwohl die Baupläne zwischenzeitlich abgespeckt wurden. Das Landratsamt hatte im August als Bauaufsichtsbehörde einen runden Tisch einberufen. Dort trafen sich unter anderem Valleys Bürgermeister Bernhard Schäfer (FW) und der Architekt des Bauherrn. Um den Wünschen des Landratsamts und der Nachbarschaft zu entsprechen, änderte der Architekt des Bauherrn die Pläne. Ein Doppelhaus weniger sollte es nun werden, die Dachneigung wurde auf 25 Grad angepasst und die Wandhöhen verringert. Die neue Gestaltung reichte der Bauherr erneut bei der Gemeinde als Antrag auf Vorbescheid ein – und erhielt diesmal keine Zustimmung. Mit 9:7 Stimmen entschied sich der zwischenzeitlich neu besetzte Gemeinderat gegen die Erteilung des Vorbescheids – wohlwissentlich, dass das Landratsamt die Pläne vermutlich dennoch genehmigen wird.

Neuer Gemeinderat stimmte erneut ab - und hält Vorhaben für unverantwortlich

Der Grund für die Ablehnung war die Zufahrt des Grundstücks über den Kapellenweg. Unter anderem Anton Huber (CSU) störte sich daran, dass der Bauherr keinen Grund für die Verlängerung des Kapellenwegs abtritt.

Aus Sicht von Schäfer, der den Bescheid befürwortete, wäre eine solche Vereinbarung aber ohnehin wenig zielführend, da die Erschließung über den daran anschließenden Kirchweg nicht gesichert sei („dem Bauherr gehört der Kirchweg nicht“). Ganz grundsätzlich sei die Verlängerung aber unnötig. Schäfer betonte: „Das Landratsamt hält die Erschließung über den Kapellenweg bereits für ausreichend gegeben.“

Nicole Weinfurtner (Grüne) zweifelte: „Haftet das Landratsamt dann auch, wenn die Feuerwehr nicht durchkommt?“ Huber meinte: „18 neue Wohneinheiten mit bis zu 36 parkenden Autos in diesem Nadelöhr zu genehmigen – das ist unverantwortlich.“ Das Landratsamt liege bei seiner Einschätzung falsch. Claudia Zimmer (Valleyer Liste) bekräftigte gegen den Protest des Bürgermeisters: „Die Erschließung ist nicht gesichert.“

„Landratsamt wird die Pläne dennoch genehmigen“

Die Ablehnung des Vorbescheidsantrags ändert am Baurecht allerdings nichts. „Vermutlich wird das Landratsamt die Pläne genehmigen“, meint Schäfer. Über eine mögliche Klage diskutierte der Rat bisher nicht. nap

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