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Bietet Platz für Betriebe: Das Areal am Martinshof in Oberlaindern. Daneben wird derweil kräftig am Neubau des Medizinparks II von Oped gewerkelt.

am Martinshof in Valley füllt sich

Bürgermeister zu Gewerbegebiet: „Wir wollen nicht explodieren“

Das Gewerbegebiet am Martinshof in Oberlaindern füllt sich. Während Neubauten in den Startlöchern stehen, weist der Gemeinderat eine weitere Parzelle aus. Doch es gibt Grenzen.

Valley – Der Martinshof hat sich zum Gewerbegebiet entwickelt: Seit die Gemeinde vor gut zwei Jahren begann, für sieben Neubau-Parzellen für Gewerbe die baurechtlichen Weichen zu stellen, hat sich einiges auf dem etwa 1,2 Hektar großen Areal um die einstige Hofstelle in Oberlaindern getan. Nun wächst das Gewerbegebiet noch einmal um gut 1400 Quadratmeter.

Der Erweiterung liegt ein konkretes Bauvorhaben zugrunde: Ein Valleyer und ein Otterfinger wollen zusammen eine Autowerkstatt eröffnen, die sich auf Oldtimer spezialisiert, erklärte Bürgermeister Andreas Hallmannsecker (FWG) im Gemeinderat. Das Gewerbegebiet soll deshalb an seiner Südwestecke um eine Parzelle wachsen. Der bislang dort vorgesehene Wendehammer rutscht ein Stück weiter nach Süden. Selbiges gilt für den südwestlichen Teil des Grünzugs, der das Gewerbegebiet umrahmt und auch mit als Ausgleichsfläche für das neu geschaffene Gewerbegebiet dient.

Der Gemeinderat segnete die Erweiterung gegen die Stimme von Anton Huber (CSU) ab. Der hatte sich erschrocken gezeigt, dass für die zusätzliche Parzelle der Faktor 0,5 für die ökologische Ausgleichsfläche angesetzt wurde, sprich: Die Hälfte der Grundstücksfläche muss andernorts ökologisch aufgewertet werden. Architekt Gerhard Krogoll, der die Planung für die Gemeinde fachlich betreut, erinnerte daran, dass die Naturschutzbehörde diesen Faktor auch schon für das restliche Gewerbegebiet am Martinshof gefordert hatte. „Der Faktor kann bis 1,8 gehen, das ist fast das Doppelte“, erklärte der Architekt. „Das wird immer extremer.“

Zudem beschloss der Gemeinderat einstimmig, im Textteil des Bebauungsplans Fitnessstudios explizit zuzulassen, um einem weiteren Zuzug den Weg ins Gewerbegebiet Martinshof zu ebnen. Das Fitnessstudio, das bislang im Gewerbegebiet Marschallfeld sitzt, will sich in einem Neubau am Martinshof Platz schaffen. „Die platzen am bisherigen Standort aus allen Nähten“, weiß Hallmannsecker. Dem Gemeinderat lag auch bereits der Bauantrag des Betreibers aus Hohendilching vor. Demnach ist ein zweigeschossiges, unterkellertes Gebäude im klassischen Oberlandler Stil mit Holzverschalung im Obergeschoss geplant, mit einer Grundfläche von knapp 19,30 mal 16 Metern und einem Satteldach mit 10,35 Metern Firsthöhe. Der Gemeinderat gab dem Antrag einstimmig den gemeindlichen Segen. Die Bauarbeiten sollen im kommenden Frühjahr starten.

Ein anderer Zuzug im Gewerbegebiet soll derweil bereits dieser Tage starten. Ein Ehepaar will ein Wohn- und ein Geschäftshaus bauen und hat dafür zwei Parzellen gekauft, die zu einem Grundstück verschmolzen werden. Der Mann hat einen Betrieb, der Verlegewerkzeug für Pflaster herstellt, die Frau bietet Rhetorikseminare an. Die beiden Betriebe teilen sich ein Geschäftsgebäude mit Fertigungshalle und Büros, daneben entsteht ein Wohnhaus für die Betriebsleiterwohnung. „Der Bauantrag für die Halle ist bereits genehmigt“, erklärt Hallmannsecker auf Anfrage. Eine weitere Parzelle ist bereits an einen Online-Versandhandel für Sportartikel, der bisher schon in der Gemeinde ansässig ist, verkauft worden. „Der Bauantrag steht noch aus“, erklärt der Bürgermeister.

Mit dem bestehenden Spenglereibetrieb im Martinshof sind damit alle bis auf zwei Parzellen bereits besetzt. „Wir hätten schon das Dreifache verkaufen können“, erklärt Hallsmannsecker. „Die fangen in Sauerlach an und arbeiten sich bis Feilnbach an der A 8 entlang raus“, sagt er über bauwillige Unternehmen. In Richtung Süden wäre noch Platz, das Gewerbegebiet Martinshof zu erweitern; im Flächennutzungsplan hat sich die Gemeinde diese Option bereits offen gehalten. Aber: „Wir haben keinen Druck“, betont der Bürgermeister. „Wir wollen nicht explodieren.“ Schon deshalb nicht, weil die Infrastruktur der Gemeinde dann Aufholbedarf hätte. Die Gemeinde hatte für die Erschließung der beiden Gewerbegebiete Martinshof und Osterläng, wo Oped den Medizinpark II baut, bereits eine Linksabbiegespur angelegt und den Waldhausweg ausgebaut. „Wir können und wollen nicht das, was durch den Verkauf der Gewerbeflächen vorne reinkommt, hinten gleich wieder für Infrastruktur ausgeben müssen.“

Katrin Hager

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