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Lange Schlangen mit Autos bilden sich an schönen Tagen an der Helfendorfer Straße in Grub. Die Gemeinde Valley will mit einem Parkverbot das Problem in den Griff kriegen – vorerst. 

Anwohner beschweren sich

Grub: „An manchen Tagen parken da 80 Autos“

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Ausflügler, die mit ihren Autos die Helfendorfer Straße in Grub zuparken, stören Anwohner wie Stefan Jennrich. Die Gemeinde Valley steuert jetzt mit Parkverboten dagegen.

Grub/Hohendilching– Sobald die Sonne scheint, füllt sich die Straße vor seiner Haustür. Vor allem an Wochenenden sowie Feier- und Brückentagen ballt es sich gewaltig. „An manchen Tagen parken dort bis zu 80 Autos“, berichtet Stefan Jennrich. Wanderer und Radler aus dem Umland starten von hier aus ihre Touren ins Mangfalltal, in den Teufelsgraben und zum Aquädukt. Besonders brenzlig werde es, wenn die Pkw auf beiden Straßenseiten stehen. Mit dem Auto könne man sich als Anwohner dann nur langsam aus der Einfahrt tasten. „Ein Feuerwehrauto passt da nicht mehr durch“, sagt der 54-Jährige. Passieren dürfe also nichts.

Wegen der parkenden Autos auf der Helfendorfer Straße in Grub – im Bereich Ecke Rosenheimer Straße Richtung Norden – hat sich der Anwohner an die Gemeinde Valley gewandt. Die verspricht nun eine schnelle Zwischenlösung.

Jennrich steht nicht alleine mit dem Problem da. Viele Anwohner würden sich beschweren, meint er. Der zunehmende Verkehr erzeuge Lärm und wirble Staub auf. Es komme immer wieder zur gefährlichen Situationen zwischen Radlern und Fußgängern. „Mit dem Radl lässt dort kein Anwohner mehr seine Kinder fahren.“ Die am Rand parkenden Autos machen das Bankett kaputt, befürchtet er. Viele private Einfahrten würden ständig zum Wenden benutzt.

Dass es Ausflügler vor allem mit einem „M“ im Kennzeichen in die „attraktive Gegend“ lockt, wundert Jennrich, der selbst Am Emholz lebt, in einer kleinen Seitenstraße der Helfendorfer Straße, nicht. „Schließlich sind wir der nördlichste Zipfel der Gemeinde Valley.“ Und ein paar hundert Meter weiter beginne der Landkreis München. Im Prinzip hat er nichts gegen die Erholungssuchenden, aber er sieht die Kommune in der Pflicht: „Die Gemeinde müsste sich ein Parkkonzept überlegen“, findet Jennrich. Also zum Beispiel einen großen Parkplatz zur Verfügung stellen, wo Ausflügler ihre Fahrzeuge abstellen können. Die Leute seien bestimmt bereit, für einen Tag mal zehn Euro zu zahlen, glaubt der 54-Jährige. Mit den Besuchern des benachbarten Kamelhofs von Konstantin Klages – der über einen eigenen Parkplatz verfügt – hätten die Anwohner keine Probleme, betont Jennrich.

Bürgermeister Bernhard Schäfer (FW) lenkt ein: „Das Problem ist uns bekannt.“ Es bestehe schon seit Jahren, aber: „In Corona-Zeiten hat es noch mehr Leute in die Gegend getrieben.“ Daher gab es einen Ortstermin, unter anderem mit der Polizei.

Daraufhin habe der Gemeinderat kürzlich beschlossen, an der Helfendorfer Straße ein einseitiges Parkverbot zu erlassen. Und zwar von der Rosenheimer Straße kommend auf der rechten Seite, also etwa auf Höhe der Siedlung, in der Jennrich wohnt. Der Bauhof werde die entsprechenden Schilder in den nächsten zwei Wochen aufstellen, verspricht Schäfer. Mit dem Parkverbot wolle man vordergründig „den Rettungsweg gewährleisten“. Der Gemeinde sei aber durchaus bewusst, dass „das Problem damit nur aufgeschoben ist“, und dass langfristig gesehen eine umfassendere Lösung ansteht. Wie diese konkret aussehe, sei noch offen. Denkbar sei ein größerer Parkplatz.

Eine ähnliche Problematik gebe es im Ortsteil Hohendilching, wo ebenfalls Ausflügler regelmäßig auf der schmalen Straße parken, die sich durch die Ortschaft zieht (wir berichteten). Auch hier lässt die Gemeinde laut Schäfer nach Absprache mit der Polizei in den nächsten 14 Tagen ein einseitiges Parkverbot errichten, und zwar auf Höhe der Feuerwehr, vor einem Schuppen. Damit diese im Falle einer Alarmierung gut durch komme. Vor der Saugwasserstelle an der Mangfall in der Anderlmühle, wo ebenfalls oft Autos parken, kommen zwei Pfosten mit einer Sperrkette und dem Zusatzzeichen „Feuerwehranfahrtszone“ hin.

Weder in Grub noch in Hohendilching gehören der Gemeinde Flächen, die für einen größeren Parkplatz oder ein umfassenderes Konzept geeignet wären, erklärt der Rathauschef. Man wolle aber dran bleiben: „Wir müssen schauen, dass wir da mit den Grundbesitzern Möglichkeiten schaffen“, sagt Schäfer. Die müssten natürlich auch mitspielen.

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