Handyempfang in Kreuzstraße und Grub

Umstrittener Funkmast kommt

Valley - Die einen warten sehnlich auf besseren Handyempfang, die anderen sorgen sich wegen der Strahlung. Jetzt steht offenbar fest: Der umstrittene neue Mobilfunkmast in Kreuzstraße kommt. Darüber hat das Landratsamt Miesbach nun die Gemeinde Valley in Kenntnis gesetzt.

„Das Landratsamt beabsichtigt, die Baugenehmigung zu erteilen und das fehlende gemeindliche Einvernehmen zu ersetzen“, zitierte Bürgermeister Andreas Hallmannsecker (FWG) in der Sitzung des Gemeinderats ein Schreiben der Kreisbehörde. 

Wie berichtet, hatte der Gemeinderat im Oktober einstimmig den Standort abgelehnt, auf dem Vodafone einen neuen, 40 Meter hohen Mobilfunkmasten aufstellen und damit sein Netz ausbauen will. Er liegt am Peißer Straßerl, nördlich von Kreuzstraße. Was vielen Handy- und Smartphone-Nutzern im D2-Netz zwischen Kreuzstraße und Grub den lang ersehnten besseren Empfang bringen würde, sorgte allerdings auch für Gegenwind: 80 Anwohner aus dem benachbarten Kleinkarolinenfeld (Gemeinde Aying) und 18 aus Kreuzstraße protestierten mit ihren Unterschriften gegen den geplanten Masten, der nur 230 bis 400 Meter von den Wohnhäusern in Kleinschwaig und Kleinkarolinenfeld entfernt wäre. 

Die Gemeinde Aying bat deshalb den Nachbarn Valley dringend darum, sich für einen abgelegeneren Standort einzusetzen. Die Gemeinde Valley – seit dem jahrelangen Kampf gegen den IBB-Sender in Oberlaindern selbst höchstsensibel für Funkstrahlung jedweder Art – hatte Vodafone zwar tatsächlich einen Alternativstandort vorgeschlagen, weiter östlich, etwa 750 Meter von der Wohnbebauung entfernt. Diesen hatte der Netzbetreiber allerdings bereits als untauglich abgelehnt. 

Der Gemeinderat entschloss sich im Oktober dennoch, dem Unternehmen mit seinem Bauantrag eine Abfuhr zu erteilen – einstimmig, aber wohlwissend, dass das Landratsamt anhand Gesetzeslage entscheiden wird und das fehlende gemeindliche Einvernehmen ersetzen kann. Genau so war es der Gemeinde schon im Falle der Telekom-Tochter DFMG ergangen, die im Herbst 2014 ihren neuen Mobilfunkmast an der Autobahnraststätte Holzkirchen-Nord auf Valleyer Flur aufgestellt hat (wir berichteten). 

Zweiter Bürgermeister Anton Huber (CSU) wusste nun im Gemeinderat zu berichten, dass der Vodafone-Mast allerdings an anderer Stelle auf demselben Grundstück errichtet werden solle. Darauf hätten sich der Grundstücksbesitzer und Vodafone mit den skeptischen Nachbarn verständigt. Da der Standort immer noch auf demselben Grundstück liegt, geht Hallmannsecker davon aus, dass die Gemeinde den Masten auch damit nicht zu fassen bekommt. Er werde sich aber erkundigen, versicherte der Bürgermeister. Allerdings: „Wenn die Nachbarn einverstanden sind, soll es uns recht sein."

Von Katrin Hager

Rubriklistenbild: © dpa

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