+
Die Kinderkrippe soll an der Ostseite einen Anbau bekommen.

Haushalt bei über 17 Millionen Euro

Das sind die drei größten Investitionen in Valley

Kleine Gemeinde, große Investitionen: Valley nutzt die finanziellen Handlungsspielräume und buttert kräftig in die Infrastruktur. Der Haushalt liegt heuer bei mehr als 17 Millionen Euro.

Valley – In der kleinsten der Gemeinden im Nord-Landkreis geht’s vorwärts: Valley stellt heuer abermals einen dicken Haushalt auf. Mehrere große Projekte heben das Gesamtvolumen heuer voraussichtlich zum zweiten Mal in Folge auf mehr als 17 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2008 lag das Gesamtvolumen bei sechs Millionen, 2012 bei neun Millionen Euro. Die Gemeinde buttert heuer Millionen in den Ausbau von Kinderbetreuung, Breitbandnetz, Straßen – und sie will in den kommunalen Wohnungsbau einsteigen. Den Haushalt, den Kämmerin Lucia Seidl erstellt hatte, segnete der Gemeinderat jetzt einstimmig und ohne Diskussionen ab.

Flüchtlingsthematik bringt Wohnungsbau ins Rollen

Seit gut einem Jahr brütet die Gemeinde Pläne aus, selbst günstigen Wohnraum zu schaffen. Den Denkprozess hatte landauf, landab die Flüchtlingsthematik erst richtig ins Rollen gebracht: Je mehr Asylbewerber ankamen, umso bewusster wurde den kommunalen Entscheidern der Handlungsbedarf. Das kommt nun allen zugute: Die Wohnungen sollen mitnichten nur an Asylberechtigte vermietet werden, sondern grundsätzlich an Bedürftige und Bürger mit geringerem Einkommen. So auch in der Gemeinde Valley: Sie will auf einem gemeindeeigenen Grundstück am Sportplatz in Unterdarching zwei Mehrfamilienhäuser mit jeweils vier Mietwohnungen bauen – zumindest im Erdgeschoss barrierefrei für Menschen mit Behinderung oder Senioren, erklärt Bürgermeister Andreas Hallmannsecker (FWG) auf Nachfrage. Im Haushalt sind für das Projekt heuer knapp 700 000 Euro reserviert. Ob es klappt mit dem Bau, steht allerdings noch nicht ganz fest. „Ein Architekt prüft derzeit, ob wir dort Baurecht schaffen können“, erklärt Hallmannsecker. Er hofft, dass er dem Gemeinderat demnächst konkrete Ergebnisse vorlegen kann. Zudem sind 100 000 Euro eingeplant, falls sich die Gelegenheit bietet, Grundstücke für ein künftiges Einheimischenprogramm zu kaufen. Derzeit habe die Gemeinde diesbezüglich nichts zu bieten.

Krippenbau bereits auf der Zielgeraden

Bereits auf die Zielgerade biegt der Ausbau der gemeindlichen Kinderkrippe, der 2016 begonnen wurde, um die Zahl der Betreuungsplätze für Kleinkinder auf 30 zu verdoppeln. Nach frostbedingten Verzögerungen im Winter ist Hallmannsecker guter Dinge, dass der Anbau an die Kinderstube spätestens bis zu den Sommerferien fertig ist und bis zum Start des neuen Betreuungsjahrs im September eingerichtet werden kann. „Derzeit wird die Heizung eingebaut, die Sanitäranlagen und die Elektroinstallationen.“ Für die Arbeiten sind 565 000 Euro im Haushaltsansatz eingeplant. Die Gemeinde rechnet für das insgesamt mit 850 000 Euro veranschlagte Projekt mit rund 482 000 Euro an staatlichen Zuschüssen.

Ausbau bei Straßen- und Breitbandnetz

Zwei weitere große Posten bei den geplanten Investitionen bilden das Straßen- und das Breitbandnetz. Gut eine Million Euro will die Gemeinde heuer in den Straßenbau stecken – darunter die Dilchinger Straße, die Grubmühler Straße und den Bau eines Längswegs an der Bahnlinie zwischen Marschall und Oberlaindern. Rund 400 000 Euro davon sollen staatliche Zuschüsse decken. Der Ausbau des Glasfasernetzes in Mitter- und Oberdarching, Mühltal sowie Schmidham ist mit 500 000 Euro eingeplant. 400 000 Euro davon sollenstaatliche Zuschüsse decken.

Ausblick: Keine Kredite notwendig

Dass sich die Gemeinde dieses Investitionsprogramm leisten kann und dafür noch nicht einmal Kredite aufzunehmen braucht, liegt vor allem daran, dass die wichtigsten beiden Einnahmequellen – Einkommensteuer und Gewerbesteuer – derzeit sprudeln. 2016 nahm die Gemeinde allein aus diesen beiden Posten 5,957 Millionen Euro ein, heuer rechnet Kämmerin Seidl mit 4,122 Millionen. Das verschafft der Gemeinde viel Handlungsspielraum: Die 6,71 Millionen Euro, die sie zurücklegen könnte, steckt sie in reale Werte.

Der ohnehin launischen Gewerbesteuer allerdings könnte in den kommenden Jahren die Puste wieder ausgehen: Bekanntlich baut einer der größten Gewerbesteuerzahler der Gemeinde, die Oped-Unternehmensgruppe in Oberlaindern, heuer ihren Firmensitz am Medizinpark aus. Abschreibungen dürften die Gewerbesteuerpflicht des Unternehmens deutlich spürbar drücken.

ag

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Live-Ticker: Kleine Pannen sorgen für verspätete Auszählung der Stimmen
Wann gibt‘s die ersten Ergebnisse in den Gemeinden Miesbach, Tegernsee und Holzkirchen? Wie haben unsere Wähler abgestimmt? Was sagen die Kandidaten und Parteien? Alle …
Live-Ticker: Kleine Pannen sorgen für verspätete Auszählung der Stimmen
Wie eine 91-Jährige Mitglied bei Verein für junge Frauen wurde
Gerda Reichthalhammer ist seit Kurzem Mitglied in dem Holzkirchner Verein für junge Frauen – und genießt Narrenfreiheit bei den Grachaden Dirndln. Wie es dazu kam.
Wie eine 91-Jährige Mitglied bei Verein für junge Frauen wurde
Unmut als Nährboden: Warum die AfD bei uns so leichtes Spiel hat
Warum der AfD-Sieg bei uns wenig überraschend ist: Den Ausgang der Bundestagswahl im Landkreis Miesbach kommentiert Redaktionsleiter Stephen Hank.
Unmut als Nährboden: Warum die AfD bei uns so leichtes Spiel hat
Kiesabbau in Otterfing: Die Brecheranlage soll verschwinden
Der Kiesabbau im Norden Otterfings bekommt Grenzen aufgezeigt: Geht es nach der Gemeinde, muss der größte Grubenbetreiber seine mobile Brecheranlage demontieren.
Kiesabbau in Otterfing: Die Brecheranlage soll verschwinden

Kommentare