Wissen um die Probleme für Familien: Die Valleyer Jugendbeauftragten (v.l.) Markus Nöscher und Johannes Schneider haben eine Gruppe Freiwilliger zusammengetrommelt, die bei Fragen im Homeschooling helfen.
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Wissen um die Probleme für Familien: Die Valleyer Jugendbeauftragten (v.l.) Markus Nöscher und Johannes Schneider haben eine Gruppe Freiwilliger zusammengetrommelt, die bei Fragen im Homeschooling helfen.

Freiwillige beantworten Fragen der Schüler

Hilfe im Homeschooling: Jugendreferenten in Valley gründen Nachhilfe-Netzwerk

  • Christine Merk
    vonChristine Merk
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Homeschooling bringt Schüler und Lehrer an Grenzen. Die Jugendbeauftragten in Valley wollten nicht tatenlos zuschauen und gründeten eine Nachhilfe-Aktion.

Valley – „Eine coole Aktion“, findet Valleys Bürgermeister Bernhard Schäfer – und er ist nicht allein mit seinem Lob. Anja Rettich, Direktorin der Grund- und Mittelschule Valley ist ebenso begeistert: „Eine großartige Sache.“ Der Grund für die Freude der beiden: Die jungen Gemeinderäte und Jugendbeauftragten Markus Nöscher (CSU) und Johannes Schneider (SPD) haben eine Nachhilfe-Aktion für Schüler ins Leben gerufen, damit beim Homeschooling niemand auf der Strecke bleibt.

Nöscher und Schneider haben normalerweise auf sportlicher Ebene viel Kontakt zu Kindern und Jugendlichen. Nöscher ist Jugendleiter in der Sparte Fußball der DJK Darching, Schneider trainiert dort die E-Jugend. Seine Kids kennen ihn als Jonny. Der Sport fällt zurzeit aus. Die beiden wissen aber, dass dieser Verzicht nicht das einzige ist, was Kinder und Jugendliche derzeit belastet.

„Wir können uns vorstellen, dass es dem einen oder anderen Schüler schwerfällt, im Homeschooling mitzuhalten, und Probleme in der Aufarbeitung des Schulstoffes bestehen“, schreiben sie auf der Homepage der Gemeinde. Als Jugendbeauftragte hätten sie sich deshalb Gedanken gemacht, wie sie Eltern und Kinder unterstützen könnten. Das Ergebnis war ein Nachhilfeangebot – für Valleyer Kinder aller Schulen.

Von Englisch bis Physik: Zehn Freiwillige beantworten Fragen

„Wenn der Lehrer vorne steht, dann merkt er ja, wo es hakt und wo er vielleicht nochmal erklären muss“, sagt Nöscher. Im Fernunterricht und via Videokonferenz sei das nicht so einfach, und mancher Schüler traut sich vielleicht nicht zu fragen. Und Eltern können auch nicht alles wissen. Nöscher und Schneider haben sich also im Freundes- und Bekanntenkreis umgehört, wer diesen Kindern helfen möchte, und haben nun die Zusage von gut zehn Leuten.

„Die meisten sind zwischen 20 und 30, studieren noch oder haben das Studium gerade abgeschlossen“, erklärt Nöscher. Sie können helfen bei Fragen in eigentlich allen Fächern: in Mathe, Physik und Naturwissenschaften sowie bei Fremdsprachen wie Englisch, Französisch oder Latein. Das Angebot gilt entsprechend für Kinder und Jugendliche aller Schularten.

Schulrektorin freut sich über Unterstützung

Grund- und Mittelschulleiterin Rettich hat bereits die Eltern über die Aktion informiert. „Wir Lehrer freuen uns natürlich auch über diese Unterstützung“, sagt sie. Freilich könnten die Lehrkräfte ein Stück weit individuell auf Schüler eingehen, die sich mit irgendetwas schwer tun. Doch so wie im Präsenzunterricht ist das nicht immer möglich. Und die Belastung für die Familien sei wirklich groß. Darüber hinaus sei es „einfach auch schön, mit einer solchen Aktion im Ort ein Zeichen für den Zusammenhalt zu setzen“.

Auch Helfer sind weiter willkommen

Schüler und Eltern, die auf das Angebot zurückgreifen möchten, melden sich per E-Mail an jugend@gemeinde-valley. Sie sollten dabei angeben, in welchen Fächern sie Hilfe brauchen. Die Hilfestellung findet dann via Skype, Zoom, Teams oder ähnlichem statt. Nöscher und Schneider freuen sich auch über weitere Helfer. Hochspezialisiert müssen die nicht sein. Wie Rettich erklärt, brauchen manche Kinder nur jemanden, der mit ihnen das Lesen übt. Für Familien, in denen mehrere Kinder beim Homeschooling betreut werden müssen, bedeute das schon eine große Entlastung.

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