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Die A8 führt schnurstracks an Unterdarching mit dem Sportzentrum (l.) und MItterdarching (r.) vorbei.

Infoabend zum Lärmschutz an der A8 bei Valley

Das Misstrauen sitzt tief

Valley – Das jahrzehntelange Warten auf einen Lärmschutz an der A 8 hat die Valleyer zermürbt. Jetzt ist er in greifbarer Nähe. Doch das Misstrauen sitzt offenbar tief. Das bekamen die Vertreter der Autobahndirektion am Mittwoch beim Infoabend zum Ausbau des Lärmschutzes zu spüren.

Die Planung steht soweit: Die Autobahndirektion Südbayern will an der A 8 im Bereich Valley zwischen vier und 5,50 Meter hohe Lärmschutz-Erdwälle nachrüsten – so angelegt, dass diese auch einem Ausbau auf acht Fahrstreifen, wie er im Bundesverkehrswegeplan im vordringlichen Bedarf vorgesehen ist (wir berichteten), nicht im Wege stünde, erklärte Martina Kamischke beim Infoabend im Gasthof Bräu. Sie betreut das Projekt bei der Autobahndirektion. 

Zwei Abschnitte gibt es: An der Nordseite der Autobahn entlang ab Höhe der Unterführung Holzkirchner Straße in Richtung Südosten am Sportplatz vorbei bis kurz nach der Unterführung der Alpenblickstraße. Und zum zweiten südlich an der Autobahn entlang ab Höhe der Unterführung Alpenblickstraße weiter Richtung Südosten an der Unterführung der Staatsstraße vorbei bis zur Autobahnbrücke. Die Autobahndirektion wolle heuer die Planfeststellung bei der Regierung von Oberbayern beantragen. Läuft das Verfahren glatt und gibt es keine Klagen, könnte das Projekt etwa 2018 Baurecht bekommen. 

Eigentlich wären das gute Nachrichten. Doch viele Valleyer sind zermürbt und misstrauisch, und einige fühlen sich abgehängt. Insbesondere die Unterlainderner. Dass ihr nur etwa 300 Meter südlich der A 8 gelegenes Dorf keinen Lärmschutz bekommt, weil sich dort kein einziges Anwesen fand, das einen Rechtsanspruch auf die sogenannte „nachträgliche Lärmschutzvorsorge“ hat, war für sie kaum nachzuvollziehen. 

Kamischkes Erklärung der rechtlichen Hintergründe und der zugrundegelegten Lärmwerte wurden von manchem als „Märchenstunde“ abgetan. Bürgermeister Andreas Hallmannsecker rief in der teils aufgebrachten Stimmung zur Raison. „Wir brauchen natürlich schon ein bisschen Vertrauen, wenn sich jemand damit auskennt.“ 

Martina Kamischke von der Autobahndirektion Südbayern stand beim Infoabend Rede und Antwort zum Lärmschutz an der A8 bei Valley.

Die Behörde habe zunächst festgestellt, welche Gebäude in Unter- und Mitterdarching sowie Unterlaindern und dem Mühlthal historisch einen Anspruch auf Lärmschutz haben, seit die A 8 1979 auf sechs Spuren ausgebaut wurde, erklärte Kamischke. Dazu mussten die damals gültigen Grenzwerte zugrundegelegt werden. Die Autobahndirektion kam zum Ergebnis, dass 32 Anwesen in Unter- und Mitterdarching diesen Rechtsanspruch genießen. „Das klingt nach wenig“, gestand Kamischke, „aber der Lärmschutz kommt allen zugute.“ 

Erst nach der Anspruchsklärung kamen die aktuell gültigen Grenzwerte ins Spiel: für die Berechnung der Art und Höhe des Lärmschutzes, die auch die ungünstigste Windsituation und ein voraussichtliches tägliches Fahrzeugaufkommen von 97 000 im Jahr 2030 berücksichtige. Als wirtschaftlichste taugliche Lösung stand am Ende die Wall-Planung. 

Ein dicker Wermutstropfen für viele Mitterdarchinger: Die Dehnungsfuge an der Autobahnbrücke, die jede passierende Fahrzeugachse mit einem Poltern quittiert und viele Darchinger besonders nervt, könne erst bei einem Neubau der Brücke beseitigt werden, so Kamischke. 

Kritik erntete, dass die Behörde keine Mess-, sondern Berechnungswerte zugrunde legte. Diese seien „schöngerechnet“, unterstellten Besucher. Das Verfahren sei genormt und verbindlich, entgegnete Kamischke. „Messwerte fallen bei jeder Messung anders aus, sie sind nicht reproduzierbar.“ Viele Eindrücke, meinte Kamischke, seien subjektiv. Etwa der, dass durch Erdwälle ein „Trompeteneffekt“ entstehe, wie einige Bürger befürchteten: „Wälle reflektieren Schall nicht.“ Mit der Wallkonstruktion würden die aktuellen Grenzwerte künftig eingehalten.

Katrin Hager

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