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Bürgermeister und Firmen wünschen sich einen Bahnhaltepunkt in Oberlaindern.

Firmen hätten es sich so gewünscht

Innenministerium wird deutlich: Kein BOB-Halt im „Silicon Valley“

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Seit acht Jahren kämpft die Gemeinde Valley um eine Haltestelle im Ortsteil Oberlaindern. Das Innenministerium erteilte dem Wunsch nun eine Absage. Wegen zwei Minuten.

Valley – „Nächster Halt: Oberlaindern.“ Seit Jahren kämpft die Gemeinde Valley dafür, dass eine solche Durchsage in den Zügen der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) ertönt. Politiker, Gewerbetreibende und Pendler, sie alle pochen auf eine BOB-Haltestelle in dem Valleyer Ortsteil, in dem 1300 Arbeitskräfte beschäftigt sind. Nun hat das Staatsministerium für Bau und Verkehr dem Haltepunkt aber eine Absage erteilt.

In einer Stellungnahme begründete Staatsminister Gerhard Eck die Entscheidung damit, dass durch den Halt der Fahrplan durcheinander geraten würde. „Ein zusätzlicher Halt in Oberlaindern würde die Fahrzeit im Abschnitt Holzkirchen-Miesbach um circa zwei Minuten verlängern.“ Zeit, die der eh schon angespannte Fahrplan auf dieser Strecke nicht hergeben würde. „Aufgrund der Eingleisigkeit, der Zugbegnungen in den Bahnhöfen sowie des Kuppelns und Flügelns in Holzkirchen besteht wenig Flexibilität in der Fahrplangestaltung“, schreibt Eck. Dabei bezieht er sich auf eine Untersuchung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, die den Schienenpersonennahverkehr im Auftrag des Ministeriums plant und kontrolliert.

Valleys Bürgermeister Andreas Hallmannsecker (FWG) hatte dem Ministerium in einem Antrag Anfang August die Einrichtung der Haltstelle vorgeschlagen. Ihn beschäftigt das Thema seit acht Jahre, immer wieder spricht er es, etwa beim Runden Tisch zum Thema Verkehr, an. Die Absage ärgert ihn daher frelich. Aber: „Eigentlich habe ich es fast erwartet“, sagt Hallmansecker.

Im „Sillicon Valley“, wie Oberlaindern aufgrund einiger ansässiger Tech-Unternehmen genannt wird, fällt die Reaktion auf den Haltestellen-Korb deutlich emotionaler aus. „Ich bin fassungslos. Das ist eine Schande“, poltert Thomas Dietl. Der Forschungsleiter der Firma Data M hatte sich für die Haltestelle stark gemacht. Vertstehen kann und will er die Entschiedung nicht. „Die Argumente liegen doch auf der Hand“, sagt Dietel. Aufgrund der schlechten öffentlichen Anbindung pendelt er täglich mit dem Auto von München nach Oberlaindern, wie viele seiner Kollegen. „Viele Leute wären auf den Zug umgestiegen“, ist sich Dietl sicher.

Die Hoffnung auf den Halt im „Sillicon Valley“ hat Rathauschef Hallmansecker dennoch nicht aufgegeben. Die BOB-Züge würden bald elektrifiziert und dadurch schneller werden. Die zwei Minuten, an denen es aktuell hapert, sind dann vielleicht kein Problem mehr.

Man kann den Ärger schon ein bisschen versehen, wenn man andere Gemeinden - oder zumindest eine andere Gemeinde - im Landkreis gleich drei Haltestellen haben.

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