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Der bewegte Mann: Peter Brunner bekommt von der bekannten Reitlehrerin Anja Beran auf dem Steffelhof in Grub eine Unterrichtssstunde. Das war ein Geburtstags-Geschenk der Stallgemeinschaft an den 85-Jährigen.

Dressurreiten im Alter

Mit 85 Jahren sitzt er fest im Sattel

Grub - Er joggt regelmäßig, geht viel mit dem Hund Gassi – und er reitet fast jeden Tag. Das Besondere: Peter Brunner aus Föching ist 85 Jahre alt und gehört zu den wohl ältesten Dressurreitern in der Region. Ein Besuch auf dem Steffelhof in Grub, wo sein Pferd Wild Diamond steht.

Geschickt hebt er den linken Fuß bis auf Hüfthöhe an und schlüpft elegant in den Steigbügel. Mit einem Schwung zieht er das rechte Bein nach und schon sitzt er im Sattel. Wer sein Alter kennt, kann es nicht glauben. Peter Brunner feierte gerade seinen 85. Geburtstag und gibt sich kein bisschen altersgerecht. Sein Pferd Wild Diamond (Dia) steht in Grub, und die dortige Stallgemeinschaft schenkte dem rüstigen Reiter eine ganz besondere Lehrstunde bei seiner Lieblingslehrerin Anja Beran. Die bekannte Züchterin, Reiterin und Lehrerin freute sich über ihren betagten Schüler. 

Er joggt jeden Tag fünf Kilometer und geht zwei Mal täglich mit dem Hund Gassi. Und: Er reitet – beinahe jeden Tag. Langeweile kommt nicht auf. Spricht Brunner von seinem Hobby und seinem Pferd, gerät er ins Schwärmen – ein Leben ohne Pferde wäre für ihn undenkbar. 

Brunner war einst erfolgreicher Manager für eine Versicherung. Sein Hobby, das Reiten, betreibt er bereits seit 55 Jahren. „So lange ich mich in den Sattel schwingen kann, werde ich auch weiterhin reiten. Am besten die nächsten 15 Jahre“, hofft der Rentner. Stillstand lässt der wissbegierige Senior nicht zu. So gibt er sich auch nicht mit seiner eigenen Reitfähigkeit zufrieden. „Ich bin ein großer Fan von Anja Beran. Ich habe ein Buch von ihr gelesen und Videos angesehen und vieles bei Dia ausprobiert“, sagt der Pferdenarr. „Es funktioniert ganz wunderbar.“ Daher ist Brunner begeistert über sein Geschenk der Stallgemeinschaft. „Es ist eine Ehre, Anja Beran hier in Grub zu haben. Sie ist absolut an der Spitze des klassischen Reitens“, erklärt Brunner. 

Reitlehrerin Beran lobt vor allem, dass Brunner sein Pferd nicht wie ein Sportgerät behandelt. „Brunner ist ein passionierter und theoretisch extrem gut gebildeter Reiter“, sagt sie. „Er bleibt nicht stehen, möchte immer noch mehr lernen. Er ist ein Vorbild für mich und viele Reiter.“ 

Aber nichts funktioniere ohne Respekt und Vertrauen zwischen Pferd und Reiter. „Das ist die Basis, wenn das fehlt, wird es zum Krampf“, erklärt Brunner. Kommt er in den Stall, in die Nähe der Box seines Pferdes, beginnt Dia zu Wiehern, er freut sich wohl auf sein kleines Leckerli. Der 20-jährige Wallach ist seit zehn Jahren im Besitz von Brunner und seiner Frau Ruth. 

Brunner reitet klassisch und ist überzeugt, dass diese Art des Reitens für Pferd und Reiter wie Gymnastik wirkt. „Aus einem normalen Pferd wird ein muskulöser Tänzer“, meint er. „Wenn ich mit einem Pferd arbeite, möchte ich ihm etwas beibringen und es ausbilden.“ Die Entwicklung mitzuverfolgen, bereitet dem Reiter einen Riesenspaß. Die Grundlagen eines Pferdes, ob es Potential hat, erkennt er sofort. Dennoch bedarf es Zeit, bis Pferd und Reiter zu einer Einheit werden. 

Brunner lernte seine Frau Ruth – wie sollte es anders sein – im Reitstall kennen. „Peter liebt sein Pferd, seinen Hund und Menschen und ist irre fit“, sagt die 65-jährige Ehefrau erfreut. Sie selbst reitet ebenfalls, Dia gehört dem Ehepaar gemeinsam. „Wir haben uns in all den Jahren gegenseitig Reitstunden gegeben“, erzählt er. „Das war nicht immer einfach, hat uns beiden aber sehr viel gebracht.“ 

Angst, dass ihr Mann vom Pferd fällt, hat Ruth Brunner nicht. „Er ist so erfahren und ein sehr guter Reiter. Er kennt sein Pferd. Ich mache mir überhaupt keine Sorgen“, sagt sie. Es scheint zu stimmen, dass das Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde liegt. Bei dem Ehepaar Brunner trifft es jedenfalls zu.

Von Kathrin Suda

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