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Rückblende: 2014 hatte Andreas Hallmannsecker (r.) nichts zu befürchten - der Amtsinhaber war damals der einzige Bürgermeisterkandidat bei der Kommunalwahl. Das will die politische Konkurrenz 2020 anders machen.

Kommunalwahl 2020 in Valley

Bürgermeisterwahl: Amtsinhaber zögert – Konkurrenz lauert

Ein Jahr vor der Kommunalwahl macht es der Amtsinhaber in Valley doch noch spannend: Andreas Hallmannsecker lässt sich momentan offen, ob er wieder als Bürgermeister antritt. So einfach wie 2014 wird es die Konkurrenz ihm und den Freien Wählern indes sicher nicht mehr machen.

Wann wird gewählt? Wie sieht der Stimmzettel aus? Wir haben bereits alle Informationen zur Komunalwahl 2020 in Bayern zusammengestellt.

Valley– Der Amtsinhaber wirkt plötzlich gar nicht mehr ganz so sicher wie noch vor einem Jahr. Seine dritte Amtszeit würde Andreas Hallmannsecker (FWG)mit 63 Jahren und zehn Monaten antreten, wie er selbst ausgerechnet hat. „Andere denken in dem Alter an Ruhestand.“ Seine Frau ist bereits in Altersteilzeit, sie haben Enkelkinder. „Ich klebe an keinem Stuhl.“ 

Hallmannsecker sagt es zwar nicht – aber er wäre nicht der einzige Bürgermeister im Landkreis, den der überraschende Tod des Irschenberger Amtskollegen Hans Schönauer nach einer OP Ende Januar noch mal ins Grübeln gebracht hätte.

Doch eigentlich will Hallmannsecker schon noch anpacken. Schließlich gebe es noch einiges zu tun, auch wenn sein Zehn-Jahres-Plan gut aufgegangen sei. „Ich überlege hin und her, aber derzeit will ich weitermachen.“ Bis Oktober will er sich Zeit für eine endgültige Entscheidung nehmen, dann Verwaltung und Gemeinderat informieren: „Die wollen ja wissen, wie es weitergeht.“

Potenzielle Kandidaten für eine Nachfolge gäbe es in Valley, auch wenn niemand zum jetzigen Zeitpunkt Namen nennen will. Auch in den Reihen der Freien Wähler werden manchem Ambitionen nachgesagt, diesmal oder eben 2026.

Es hängt an der Entscheidung des Amtsinhabers

Es hängt an der Entscheidung des Amtsinhabers, ob er eine dritte Amtszeit in Angriff nehmen will. Keine leichte Situation für die politische Konkurrenz. „Wir haben momentan eine Abwartetaktik“, sagt CSU-Ortsvorsitzende Barbara Walter. „Denn natürlich macht es einen Unterschied, ob Herr Hallmannsecker nochmal antritt oder ein neuer Kandidat.“

Gibt es denn potenzielle Bewerber in der CSU, die mit Anton Huber ja aktuell den Vize-Bürgermeister stellt? „Geeignete mehr als interessierte“, meint Walter. Dass die Valleyer CSU wie 2014 quasi oben ohne in die Wahl geht, schließt Walter eher aus: „Unser Ziel ist, einen Bürgermeisterkandidaten zu stellen.“ 

CSU will alte Fehler nicht wiederholen

Im CSU-Ortsverband hat man nicht vergessen, dass die Freien Wähler 2014 trotz der Unterstützung der CSU für Hallmannsecker und ihrem Verzicht auf einen Gegenkandidaten den amtierenden Bürgermeister doch noch auf Position eins ihrer Gemeinderatsliste setzten. Das ist natürlich nicht verboten, gilt aber als schlechter Stil. Denn die Listenstimmen eines wiedergewählten Bürgermeisters kommen den Listenkandidaten hinter ihm zu. „Das hat uns schon geärgert“, gesteht Walter. Umso wichtiger ist für die CSU diesmal ein eigener Kandidat, der zumindest als Zugpferd wirken kann.

SPD im „Aufwachzustand“

Von solchen strategischen Überlegungen ist die SPD noch ein gutes Stück entfernt. „Ich bin froh, dass wir uns zu einer Liste durchgerungen haben“, sagt der Ortsvorsitzende und Gemeinderat Richard Hillmeier. Er hat in dieser Woche einen Ruck im Ortsverein gefordert – offenbar mit Erfolg: „Die SPD Valley ist im Aufwachzustand.“ Bürgermeisterkandidatur? Noch völlig offen, sagt Hillmeier. Sich selbst sieht er nicht in dieser Rolle, den Schulz-Fehler begeht er aber nicht: „Sag niemals nie.“

Valleyer Liste will für Auswahl sorgen

Michael Stacheter, Vorsitzender und Gemeinderat der Valleyer Liste, fühlt sich mit 29 Jahren noch zu jung fürs Bürgermeisteramt. „Dafür gibt es bei uns geeignetere Kandidaten.“ Die Valleyer Liste will sich mit der Personalie noch Zeit lassen. „Wir wollen uns auch strukturell ein bissl verändern“, sagt Stacheter und verweist auf Vorstandswahlen im Sommer. „In letzter Zeit haben wir zwei starke Kämpfer verloren, das hinterlässt Lücken.“ 

Lesen Sie auch: So steht es um die Landratswahl 

Gemeint sind die verstorbenen Lorenz Hilgenrainer und Jürgen Schlichting. Für Stacheter steht aber auch fest: Diesmal sollte die Valleyer Liste mit eigenem Bürgermeisterkandidaten antreten. „Auch wenn es gegen jemanden, der so fest im Sattel sitzt wie Herr Hallmannsecker, schwierig ist“, sagt Stacheter: „Es gehört zu einer Demokratie dazu, dass man auch eine Auswahl hat.“

Die Serie

Wie es ein Jahr vor den Kommunalwahlen in den einzelnen Kommunen aussieht, welche Herausforderer die Fraktionen ins Rennen schicken wollen und welche Namen gehandelt werden, beleuchten wir in dieser Serie.

Lesen Sie dazu auch unseren Auftaktbericht. Dort finden Sie weitere Links zum Thema Kommunalwahl 2020 in den übrigen Gemeinden.

Katrin Hager

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