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Junges Künstlerduo: Emil Silvester Ahlhelm und Teresa Glatt vor der gemeinsam geschaffenen Holzarbeit, die vor dem Münter-Haus in Murnau steht.

Bildhauer-Symposium auf 2021 verschoben

Kunstdünger wird 20 Jahre: Eine Skulptur zum Geburtstag

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Die Corona-Krise trifft den Verein Kunstdünger ausgerechnet in seinem Jubiläumsjahr. Und das achte Valleyer Bildhauer-Symposium findet heuer in abgespeckter Form statt. Ein Kunstwerk entsteht dabei quasi vor laufender Kamera. Die ursprünglich eingeladenen Künstler kommen erst im Juli 2021.

Anderlmühle – Alles war bereits fertig. „Und wir haben lange gehofft, dass sich das Blatt wendet“, erzählt Christiane Ahlhelm. „Zum Glück hat sich die Situation ja auch gebessert.“ Trotzdem hat es nicht ganz gereicht. Und an der Skulpturlichtung am Mangfallufer bei Anderlmühle bleibt es heuer eher ruhig. Denn gerade die Kunstwelt hat an der Corona-Krise zu knabbern.

Und so präsentieren Ahlhelm und ihr Mann – der Valleyer Bildhauer Tobel – gemeinsam mit dem Verein Kunstdünger das achte Bildhauer-Symposium in Anderlmühle in einer sehr abgespeckten, aber modernen Form – von 12. von 25. Juli. Schirmherr ist Landrat Olaf von Löwis. Eine Abschlussveranstaltung fällt aus. Das eigentliche internationale Event aber wird um ein Jahr verschoben: Alle Künstler des Jahres 2020 sind von 11. bis 25. Juli 2021 in die Gemeinde Valley eingeladen.

Bereits sieben Mal arbeiteten Künstler aus aller Welt in den vergangenen Jahren in der Waldlichtung bei Anderlmühle und stellten ihre Werke aus Stein, Holz, Metall oder Porzellan anschließend dort aus. Neugierige durften den Künstlern über die Schulter schauen. Ein Event, das in Fachkreisen und in der Öffentlichkeit immer mehr Beachtung findet. Die Werke sind meist der Bildhauerei und der Objektkunst zuzuordnen.

Eine besondere Idee in Corona-Zeiten

Heuer hat die Corona-Pandemie alles durcheinander gewirbelt. Eigentlich hatten sich unter anderem Künstler aus Japan und Australien angekündigt. „Aber die können jetzt nicht herkommen“, bedauert Ahlhelm. Allerdings dürfen sich die Fans in diesem Jahr auf eine veränderte Version freuen, die sich mit den Corona-Regeln verträgt: Emil Silvester Ahlhelm, der Sohn von Christiane Ahlhelm und Tobel, und die Holzbildhauerin Teresa Glatt präsentieren eine besondere Idee.

Glatt wird in der Skulpturlichtung in Anderlmühle werkeln, „wahrscheinlich an einer Holzarbeit“, verrät Christiane Ahlhelm. Der Rest ist eine Überraschung. Und Emil Silvester Ahlhelm begleitet den Arbeitsprozess mit der Kamera. „Mit seinem ganz eigenen Blickwinkel“, wie die Mutter erklärt. Dieser wird dann täglich im Internet zu sehen sein. Eine Art Tagebuch.

Künstlerduo schuf Werk in Murnau

 Das junge Künstlerduo aus München – beide sind erst 22 Jahre alt – hat bereits eine gemeinsame Holzarbeit geschaffen, auf die es sehr stolz ist: Eine Holzfigur, die vor dem Gabriele-Münter-Haus in Murnau steht. Ahlhelm hat bereits vor zwei Jahren mit einer Betonarbeit die Lichtung am Mangfallufer verschönert. Seine Partnerin Glatt ist zum ersten Mal beim Bildhauer-Symposium dabei.

„Die Skulptur-Lichtung ist weiterhin für alle und immer zugänglich“, betont Christiane Ahlhelm. Aber: Jeweils geltende Hygiene-Abstandsvorschriften müssen eingehalten werden, wenn die Spaziergänger zwischen Bäumen und Büschen flanieren und die Kunst bewundern. Die Arbeiten der letzten Jahre bleiben in der Lichtung stehen – bis sie jemand kauft. Aktuell sind circa 25 Kunstwerke dort zu sehen. Und es gibt eine kleine Dependance im Wasserschloss der Stadtwerke München in Thalham, wo aktuell vier Werke ausgestellt sind.

Einweihung im November

Das neue Kunstwerk des jungen Künstlerduos wird übrigens im November eingeweiht, wenn der Kunstdünger-Verein sein 20-jähriges Bestehen feiert. Und zwar ein ganzes Wochenende lang, vom 13. bis 15. November im Sudhaus Valley. Tobel und Christiane Ahlhelm gehörten damals zu den Mitbegründern. „Wir wollten Feste feiern, wo wir Leute einladen und unsere Sachen zeigen“, erinnert sich Ahlhelm. In erster Linie handle es sich also um einen Veranstalterverein. „Wir hoffen, dass wir uns dort alle treffen.“ Und dass Corona ihnen nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht.

Der Entstehungsprozess des Kunstwerks ist zu sehen auf: www.skulptur-lichtung.de/online-2020/.

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