1. Startseite
  2. Lokales
  3. Holzkirchen
  4. Valley

Lärmschutz an der A8 in Valley: Wie lässt sich der Anspruch einfordern?

Erstellt:

Von: Christine Merk

Kommentare

Leise ist es nie: Die Einwohner aus Unterdarching (im Hintergrund) müssen wie viele Bürger aus anderen Ortsteilen Valleys den Lärm von der Autobahn erdulden. Ein gänztägiges Tempolimit wäre eine Lösung, bis die versprochenen Lärmschutzbauten realisiert sind.
Leise ist es nie: Die Einwohner aus Unterdarching (im Hintergrund) müssen wie viele Bürger aus anderen Ortsteilen Valleys den Lärm von der Autobahn erdulden. Ein ganztägiges Tempolimit wäre eine Lösung, bis die versprochenen Lärmschutzbauten realisiert sind. © Thomas Plettenberg

Bis ein Lärmschutz an der A8 gebaut wird, wird es noch dauern. Ein Tempolimit könnte den geplagten Bürgern in der Gemeinde Valley kurzfristig mehr Ruhe verschaffen. Doch wie lässt sich ein solches einfordern?

Valley – Ein Tempolimit auf der Autobahn, so lange, bis ein Lärmschutz gebaut ist – das wünschen sich die Valleyer Gemeinderäte für die betroffenen Bürger. Claudia Zimmer (Valleyer Liste) brachte das Thema zum Ende der letzten Sitzung des Gemeinderats vor der Sommerpause noch auf die Tagesordnung. „Es stehen wieder Wahlen an, und die letzten Wahlen waren Auslöser für mutige Entscheidungen“, erinnerte sie.

Im Oktober 2020 hatte der Gemeinderat beschlossen, noch vor der Bundestagswahl dem Bundesverkehrsministerium zu schreiben, damit dieses prüfe, ob in Unterlaindern ein Rechtsanspruch auf Lärmschutz bestehe und ob dieser auf Mitter- und Unterdarching erweitert werden könne. Valley wollte in dem Schreiben auch als Sofortmaßnahme ein Tempolimit an der Autobahn einfordern. Das sei aber abgelehnt worden, erklärte Bürgermeister Bernhard Schäfer (FWG). Über die detaillierte Begründung wolle er demnächst informieren, versprach er.

„Wir sollten dennoch dranbleiben“, forderte Nicole Weinfurtner (Grüne). Sie unterbreitete ihren Gemeinderatskollegen einen Vorschlag. Es solle doch jede Fraktion die eigenen Abgeordneten im Landtag und auf Bundesebene anschreiben und die Forderung nach einer Geschwindigkeitsbegrenzung als sofort umsetzbare und wirkungsvolle Maßnahme dort vorbringen. „Ich jedenfalls werde das tun“, sagte sie.

Josef Klaus (CSU) rechnete dieser Vorgehensweise wenig Chancen auf Erfolg aus. „Wir können politisch Druck aufbauen“, sagte er. Höhere Politiker anzusprechen, das mache er aber sowieso schon „fünfmal im Jahr“. Gebracht habe es bisher nichts. „Seit sieben Jahren bin ich im Gemeinderat, und es passiert nichts“, stellte Klaus fest. „Ich glaube, wir müssten einen Rechtsanwalt einschalten und unseren Rechtsanspruch einklagen.“

Bürgermeister sieht inzwischen Bewegung in der Sache

Bürgermeister Schäfer ging auf diesen Vorschlag nicht näher ein. Er sah die Sache auch nicht ganz so schwarz wie seine Kollegen und erklärte dies auch. Nachdem der Lärmschutz vom Verfahren zum achtspurigen Ausbau der Autobahn abgekoppelt worden sei, passiere endlich wieder etwas, sagte er. Die Arbeitsgruppe, die Stimmkreisabgeordnete und Landtagspräsidentin Ilse Aigner im März dieses Jahres bei einer Videokonferenz zusammengeholt hatte und der auch Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (FW) beiwohnte, sei aktiv. Zurzeit laufe die Machbarkeitsstudie wegen einer temporären Trinkwasseraufbereitung. Eine solche hält das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim für notwendig, damit der Bau von Lärmschutzwänden und -wällen starten kann. Denn diese liegen zu einem großen Teil im Bereich der engeren Schutzzone II der Mühlthaler Hangquellen der Stadtwerke München, die nach Auffassung des Wasserwirtschaftsamts während der Bauzeit nicht genutzt werden könnten.

All das dauere seine Zeit, bedauerte Schäfer. Mit dem Wasserwirtschaftsamt sei er jedenfalls in Kontakt, damit ein gemeinsamer Termin vereinbart werden könne. Doch auch das habe sich verzögert, weil der Leiter des Amts gewechselt habe.

Spätestens im Herbst könnte es Neues geben. Dann soll die Runde mit Vertretern der Stadtwerke München, des Wasserwirtschaftsamts Rosenheim, des bayerischen Verkehrs- und Umweltminis-teriums sowie der Autobahn GmbH des Bundes erneut zusammenkommen und sich über die Fortschritte austauschen. So ist es im März beschlossen worden.  

Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Holzkirchen-Newsletter.

Auch interessant

Kommentare