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Auf den ersten Maibock des neuen Schlossbräu: Beim Starkbieranstich stießen (v.l.) Betriebsleiter Thomas Furtner, Landrat Wolfgang Rzehak, Bürgermeister Andreas Hallmannsecker, Staatsministerin Ilse Aigner, Gräfi n Monica von Arco auf Valley, Brauereidirektor Georg Reichert und Starkbierredner Pater Stefan Havlik an.

Maibock-Anstich beim Valleyer Schlossbräu 

Pater und Starkbier bringen Festgäste auf Temperatur

Starkes Bier und starker Tobak gehören in Bayern zusammen. Im Valleyer Schlossbräu der Brauerei Arco war das nicht anders. Der Starkbier-Prediger ist dort allerdings ein echter Geistlicher: Pater Stefan Havlik knöpfte sich die Prominenz im Großen und Kleinen vor.

Valley – Die zuletzt schon frühsommerlichen Temperaturen scheinen dem Kalender voraus zu sein. Und auch der Valleyer Schlossbräu wollte mit dem Anzapfen seines Maibocks nicht auf den Beginn des Wonnemonats warten. Beim ersten Starkbieranstich im neu hergerichteten Sudhaus der Brauerei am Valleyer Schlossberg war von Frühjahrsmüdigkeit auch bei den gut gelaunten Gästen nichts zu spüren. Pater Stefan Havlik brachte sie mit seiner Starkbierrede auf Temperatur, mit der er der Politik im Großen und Kleinen die Leviten las.

Georg Reichert, Geschäftsführer der Gräflichen Brauerei Arco-Valley, erinnerte in seiner launigen Begrüßungsrede an die lange Tradition des Valleyer Maibocks. „Auch das heurige Starkbier ist bestens geraten“, schickte er voraus. „Wir haben es vor acht Wochen gebraut, es hat 16 Prozent Stammwürze und 6,5 Prozent Alkohol.“ Beim Anzapfen ging der Valleyer Bürgermeister Andreas Hallmannsecker recht gekonnt und sorgsam mit dem hochprozentigen Gerstensaft um: Er verschütte keinen einzigen Tropfen.

Die weiteren politischen Mandatsträger unter den Ehrengästen hatten auch vorgesorgt: Die stellvertretende Ministerpräsidentin und Stimmkreisabgeordnete Ilse Aigner ließ sich in einer dunklen Limousine chauffieren, Landrat Wolfgang Rzehak und die Bürgermeister Hans Schönauer (Irschenberg), Leonhard Wöhr (Weyarn) und Klaus Thurnhuber (Warngau) waren vorsichtshalber von ihren Ehefrauen begleitet worden.

Als wortgewandter Festprediger war Pater Stefan vom Deutschen Orden mit seinen teils doch recht unverblümten Seitenhieben der Zeit weit voraus: Er hatte schon die Landtagswahlen im Herbst im Kopf. „Als Pater freue ich mich, dass wir sakralen Nachwuchs bekommen haben“, sagte er: „Letzte Woche feierten wir den Heiligen Markus. 2000 Jahre lang war dabei klar, dass es sich um den Evangelisten handelt. Jetzt aber haben wir in Bayern offensichtlich einen neuen Heiligen Markus: Sankt Söder“, frotzelte der Prediger in Richtung des neuen Landesvaters.

Wie der Pater, der den Pfarrverband Weyarn mit Darching nach fünf Jahren als Seelsorger im Herbst verlässt, in seiner Starkbierrede ausführte, kann sich eigentlich jeder Bürger den Urnengang sparen, denn herauskommen werde kaum etwas Brauchbares. „Die CSU ist wie ein vorsichtiger Mittelspurschleicher“, attestierte er. Und die SPD? „Sie hätte ganz gute Ideen, nimmt sich aber zu wenig Zeit zum Nachdenken.“

Auch Landrat und Bürgermeister kamen nicht ungeschoren davon, ebenso wenig wie bei Annemarie Hagn mit ihren heiteren gesanglichen und musikalischen Betrachtungen. Ein Bläsersextett der Unterdarchinger Musi unterhielt die gut gelaunten Maibock-Gäste.

Auszüge aus der Starkbierrede 

„Wir kreidln Ihnen nicht an, dass Sie bei den Grünen sind – nur verschonen Sie uns bitte mit dem Veggie-Day und schicken Sie den Hofreiter zum Friseur!“ - zu Landrat Wolfgang Rzehak

„Die CSU wirkt wie die Mittelspur-Schleicher auf der Autobahn: Will rechts einer überholen, gibt sie etwas Gas, will links einer überholen, gibt sie etwas Gas – aber wirklich vorwärts geht nichts.“

„Ich hoffe, bei der nächsten Bürgermeisterwahl in Valley gibt es nicht wieder nur einen Kandidaten – sonst bekommt unser Bürgermeister von der nordkoreanischen Botschaft den Titel Kim-Jong Hallmannsecker verliehen.“ - über Valleys Bürgermeister Andreas Hallmannsecker 

„Erich Honecker hat gesagt: Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs’ noch Esel auf. Wie kämen die beiden auch als gut erzogene Krippenfiguren dazu, eine überkommene Ideologie auf ihrer Schussfahrt auf den Müllhaufen der Geschichte aufzuhalten?“

„Letzte Woche feierten wir den Heiligen Markus – 2000 Jahre war dabei klar, dass es sich um den Evangelisten handelt. Jetzt haben wir Bayern aber offensichtlich einen neuen Heiligen Markus: Sankt Söder.“ - über den neuen Ministerpräsidenten 

„Die Valleyer Liste war als Opposition so oft dagegen und dagegen, dass sie dagegen vergessen haben, wogegen sie eigentlich gerade dagegen sind.“

„Manche Katholiken in Unterdarching sind auch für die Zwangsverschleierung ihrer Ehefrauen – also eigentlich nur eine Teilverschleierung, in Fachkreisen auch Knebel genannt.“

Manfred Merk 

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