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Das bestehende Institutsgelände in Oberlaindern wächst in Richtung Berge und Golfplatz (im Hintergrund). 

Gemeinde Valley weist Fläche für Erweiterung aus 

Mehr Platz fürs Fraunhofer-Institut 

Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) in Oberlaindern bei Holzkirchen bekommt mehr Platz: Der Gemeinderat Valley hat den Bebauungsplan für die Erweiterung jetzt beschlossen. 

Valley – Die Erweiterung des Institutsgeländes von Fraunhofer in Oberlaindern wird baureif: Der Valleyer Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Dienstag den Satzungsbeschluss für die Bebauungsplanänderung gefasst, die Baurecht auf dem Areal schafft. Auch das Höchstmaß der künftigen Bebauung wurde nun festgezurrt.

Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) will künftig auf einer Fläche südwestlich des bisherigen Areals Freiland-Versuchsbauten errichten – das ursprüngliche Kerngeschäft, mit dem die Geschichte des Instituts in Oberlaindern vor mehr als 60 Jahren begann. Diese Versuchsbauten brauchen Platz, damit die Witterung ungehindert auf sie einwirken kann, erklären die Forscher – der Dauer-Stresstest für neue Materialien und neue Anwendungen. Spätestens seit den beiden Hallenbauten und einem weiteren Neubau auf dem bestehenden Institutsgelände, der noch nicht umgesetzt ist, ist es auf dem Areal allerdings eng geworden. Die Forschungseinrichtung will deshalb erweitern. Am Südwestrand des Institutsgeländes angrenzend sollen rund drei Hektar hinzukommen, um darauf Versuchsbauten aufstellen zu können.

Auch dafür ist grundsätzlich Baurecht nötig, weshalb die Gemeinde den Bebauungsplan änderte. Dem Gemeinderat lagen nun die Ergebnisse aus der zweiten Auslegungsrunde vor, während der Behörden, Organisationen und Bürger abermals Stellung nehmen konnten.

„Wurmfortsatz“: Die Flächen aus der Vogelperspektive.

Wie berichtet, hatte Kreisbaumeister Werner Pawlovsky Kritik an der Planung der Gemeinde geübt: Die „unorganische, dornartige“ Erweiterung, die westlich frei in die Landschaft lappt, stelle einen „Wurmfortsatz“ dar, der aus ortsgestalterischer Sicht abzulehnen sei - eine Ansicht, die der Gemeinderat durchaus nachvollziehen konnte. Die Form der Erweiterung allerdings liegt darin begründet, dass keine alternative Fläche zur Verfügung steht. Es habe einen „erneuten Termin“ mit Gemeinde, Fraunhofer und einem Grundstücksbesitzer gegeben, lässt der Gemeinderat den Kreisbaumeister auf seine neuerliche Kritik hin wissen, „diese Verhandlungen scheiterten erneut am Kaufpreis“. Man sehe keine weiteren Verhandlungsmöglichkeiten.

Inzwischen hat die Gemeinde nach Gesprächen von Fraunhofer mit Fachbehörden des Landratsamts auch festgelegt, wie viel der Fläche tatsächlich mit Versuchsbauten versiegelt werden darf. Ohne diese Festlegung, hatte die Untere Naturschutzbehörde eingewandt, lasse sich die erforderliche ökologische Ausgleichsfläche nicht berechnen. Das Institut, das wegen des Zwecks für Freilandversuche kein Interesse an einer möglichst dichten Bebauung auf dem Erweiterungsareal hat, legte sich auf eine Versiegelung von maximal zehn Prozent der Fläche fest – Wege inklusive.

Das Kreisbauamt wies die Gemeinde auch darauf hin, dass es nicht ausreiche, dieses Höchstmaß nur im Umweltbericht anzumerken. Architekt Gerhard Krogoll hat das Nutzungsmaß nun in Plan- und Textteil nachgetragen.

Bürger hatten sich in dieser Auslegungsrunde nicht zu Wort gemeldet. Der Gemeinderat fasste den Satzungsbeschluss einstimmig.

Katrin Hager

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