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Katharina Probst kombiniert in ihrer „Upcycling“-Kollektion alte Kleidungsstücke zu ganz neuen Kreationen. 

Modenschau beim ARTcycling Festival in Holzkirchen

Modedesignerin Katharina Probst aus Valley recycelt alte Kleider

Katharina Probst (31) aus Valley hat sich auf das Verwerten alter Kleider spezialisiert. Die Ergebnisse zeigt sie bei einer Modenschau beim ARTcycling-Festival im Holzkirchner Kultur im Oberbräu.

Valley – Ihre Ausbildung zur Schneiderin erhielt Katharina Probst im mütterlichen Betrieb. Als Bundessiegerin für Damenmaßschneiderei bekam sie dann ein Stipendium an der Meisterschule für Mode in München, war zunächst angestellt als Schneiderin und Schnittdirektrice. Seit 2013 arbeitet die 31-Jährige selbstständig unter dem eigenen Label „Unikäthe“ in ihrem Valleyer Atelier, wo sie die gesamte Palette der Damenschneiderei abdeckt.

Ihre besondere Leidenschaft gilt dem Verwerten alter Materialien und deren Umwandlung in ein neues Stück Mode. Dafür gibt es seit geraumer Zeit den Begriff des „Upcycling“. Im ARTcycling-Festival im Holzkirchner Kultur im Oberbräu (29. Juni bis 2. Juli) ist Probst in der Ausstellung sowie mit einer eigenen kleinen Modenschau vertreten. Wir sprachen mit der kreativen Modedesignerin.

Frau Probst, wie kam es zu Ihrem Faible für alte Materialien?

Probst: Ich bin eine passionierte Flohmarktgängerin und freue mich, wenn ich etwas finde, das ich verwerten kann.

Wonach suchen Sie speziell?

Probst: Vor allem Gesticktes, Gehäkeltes und Geklöppeltes, also alte Handarbeit. Das sind Techniken, die in unserer schnelllebigen Zeit immer mehr verloren gehen, die nur noch wenige beherrschen. In einer ganz fein gearbeiteten Spitzendecke steckt so viel Zeit drin. Ich sage immer: Omas konservierte Zeit in Handarbeit. Auch einen alten Herrenfrack würde ich gerne mal umarbeiten.

Was war früher an den Stoffen anders?

Probst: Die Baumwolle zum Beispiel war langfaseriger und hochwertiger gesponnen und verwebt. Dadurch bekam sie diesen besonderen leichten Glanz.

Können Sie mal ein Beispiel nennen für ein aktuelles Stück?

Probst: In der Serie „Reborn“ bekommen alte Stücke mit ihrer tollen Qualität eine neue Funktion. Ich habe zum Beispiel aus einer ehemaligen Herren-Anzughose ein „kleines Schwarzes“ für die Dame gemacht oder zwei alte Häkeldecken mit einem Seidenschal zu einem Sommer-Top kombiniert. Ich finde den Kontrast zwischen den klaren Schnitten der Herrenanzüge, die schon ewig modern sind, und durchbrochenen weißen Geweben sehr reizvoll. Hier könnte das Motto heißen: Betagte Romantikerin sucht stilvollen Klassiker für zweiten Frühling.

Wie gelingt Ihnen der Sprung zum ARTcycling?

Probst: In dem Zusammenhang sehe ich die gefertigten Stücke nicht nur als Gebrauchsgegenstand. Wie ein bildender Künstler bleibe ich länger an einem Thema dran, arbeite in Serien und gestalte Varianten, die mit ihrem Unikatcharakter, wenn man so will, kleine Kunstwerke darstellen.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf?

Probst: Aus einem Stoff, der zweidimensional auf dem Tisch liegt, eine figürliche dreidimensionale Hülle zu schaffen, hat für mich etwas Spannendes. Außerdem ist es das Spielen mit verschiedenen Materialien und die Zufriedenheit der Kunden, wenn das Stück wirklich zur Persönlichkeit passt oder sie noch unterstreicht. Das ist dann auch für mich selbst ein befriedigendes Gefühl.

Reinhold Schmid

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