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Bombe im Blick: Die Spezialisten des Sprengkommandos entschärften die 120 Kilo schwere US-amerikanische Fliegerbombe FRAG 260 mit 70-Kilo-Sprengsatz.

Fliegerbombe in Oberlaindern

Nach Großeinsatz: Warum die Bombe nicht früher entdeckt wurde

Nach dem Fund einer Fliegerbombe in Oberlaindern in Valley stehen einige neue Details fest. Wir erklären, warum die Bombe trotz Suchaktion nicht schon früher gefunden wurde.

Valley – Freitag, der 13., hat seinem Namen zwar alle Ehre gemacht – doch am Ende ging der Fund einer Fliegerbombe in Oberlaindern vorige Woche gut aus. Wie berichtet, musste das gefährliche Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg von Spezialisten entschärft werden. Bürgermeister Andreas Hallmannsecker (FWG), der mit vor Ort war, berichtete jetzt im Gemeinderat über einige Details.

Hier unser Minutenprotokoll zum Nachlesen:

Valley atmet auf: 120-Kilo-Bombe erfolgreich entschärft 

Dass der Einsatz so unaufgeregt über die Bühne gehen konnte, dafür bedankte er sich bei allen Beteiligten, Spezialisten, Feuerwehr und auch den evakuierten Mitarbeitern von Oped und Zweckform sowie sieben Anwohnern aus elf Häusern. „Zum Glück waren zu der Zeit nicht viele daheim“, erklärte Hallmannsecker. Der Baggerfahrer habe sich sehr umsichtig verhalten, als er bei Aushubarbeiten am am Neubau des Medizinparks II von Oped auf die Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg stieß. „15 Zentimeter tiefer, und er wäre auf den Zünder gekommen – vom Bagger, geschweige denn von ihm selbst wäre dann nicht viel geblieben.“

Lesen Sie auch: Was an dem Tag geschah - Eine Zusammenfassung der Ereignisse

Die Bombe schlug einst direkt an der Fundstelle ein. „Das sehen die Experten an der Lage.“ Die Herstellung des Zünders war datiert auf Januar 1945. Das belege, dass die Fliegerbombe nicht zu dem Luftangriff auf den strategisch bedeutsamen Militärflugplatz in Oberlaindern – am heutigen Golfplatz – gehörte, der den Ausschlag für die Suchaktion im März 2016 gegeben hatte: Zeitzeugen hatten berichtet, dass bei dem Angriff zwei von drei abgeworfenen Bomben detonierten. Der Blindgänger sei in der Graffelgrube entsorgt worden. Dieser Luftangriff fand aber schon im Herbst 1944 statt.

Günter Schuler (SPD) hakte nach, weshalb die Bombe dennoch bei der Suche nicht entdeckt wurde. „Wir haben damals nur die alte Kiesgrube untersucht“, erinnerte Hallmannsecker, nicht die ganzen 13 000 Quadratmeter, die die Gemeinde an Oped verkaufte. Außer ein paar Resten vom Starfighter-Absturz 1970, den der Pilot übrigens dank Schleudersitz überlebte, und normalem Metallschrott sei aber nichts hergegangen, so Hallmannsecker. Die Bombe schlummerte etwa 20 Meter außerhalb der alten Graffelgrube im Boden. Sie wurde abtransportiert und vernichtet. Die Kosten dafür trägt der Staat. Auf die Gemeinde kämen eventuell noch Einsatzkosten zu.

Katrin Hager

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