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Hier soll gebaggert werden: Grüne Wiese neben dem Bartewirt.

Direkt neben der Wirtschaft

Neue Kiesgrube in Kreuzstraße - Gemeinde willigt ein

Das schmeckt nicht jedem: In Kreuzstraße soll bald wieder Kies abgebaut werden - auf einem insgesamt 3 Hektar großem Areal, bis 2032 und direkt neben dem Bartewirt. 

Von Katrin Hager

Valley– Mit Kiesgruben hatte die Gemeinde Valley in den vergangenen Jahren zum Teil ihre liebe Not: Mancher Betreiber hielt sich nicht an Auflagen, Bürger gingen dagegen schließlich auf die Barrikaden. Nun hatte der Gemeinderat wieder über zwei Anträge zu entscheiden: Der eine wollte die Frist für die Rekultivierung einer Kiesgrube nördlich von Grub verlängern, der andere will eine neue Kiesgrube in Kreuzstraße öffnen.

Nördlich von Grub

Ist stillgelegt: Kiesgrube nördlich von Grub.

Die Kiesgrube nördlich von Grub hat die Gemüter fast 25 Jahre lang erhitzt. Die Auflagen waren offenbar nicht immer eingehalten worden, die Bürger klagten über Lärm und Staub. Zuletzt lief der Betrieb offenbar in geordneten Bahnen, wie Kontrollen der Behörden bestätigten, und Mitte 2016 wurde der Kiesabbau eingestellt (wir berichteten). Die Rekultivierung sollte eigentlich ein Jahr später abgeschlossen sein – so besagt es die Frist. Doch nun hat die Firma Hafner Beton eine Verlängerung beantragt: bis Ende 2018. Die Begründung klang in den Ohren des Gemeinderats wenig vertrauenerweckend: Man liege zwar „über Plan“, doch um „hektische Anfahrten“ zur Verfüllung und eine damit einhergehende „Belastung der Bürger“ zu vermeiden, bitte man um Fristverlängerung. „Da steckt doch was anderes dahinter“, tadelte Michael Stacheter (Valleyer Liste). „Das scheint mir sehr schönfärberisch“, stimmte ihm Günter Schuler (SPD) zu.

Während Stacheter keinen Anlass sah, auf den Antragsteller zuzugehen, schlug Schuler vor, zwar keine eineinhalb, aber ein halbes Jahr Fristverlängerung zu gewähren. Anton Huber (CSU) haderte damit: „Das ist genau das System: ,Da beantragen wir jetzt mal eineinhalb Jahre, irgendwas kriegen wir dann schon.‘“ Johann Lindmeier (FWG) erinnerte daran, dass die Gemeinde nicht nur schlechte Erfahrungen mit dem Unternehmen gemacht habe: „Das war schon ein Geben und ein Nehmen.“ Für eineinhalb Jahre Fristverlängerung konnte sich Lindmeier allerdings als einziger erwärmen. Mit 14:3 Stimmen gewährte der Gemeinderat sechs Monate Verlängerung. Die Rekultivierung muss also bis 31. Dezember 2017 abgeschlossen sein. Der bereits beendete Betrieb der Kiesgrube, stellte Bürgermeister Andreas Hallmannsecker (FWG) klar, bleibt davon unberührt.

In Kreuzstraße

Am Westrand von Kreuzstraße, neben dem Bartewirt, wurde bereits seit etwa 2005 Kies abgebaut, die damalige Grube ist rekultiviert. Nun will die Firma Schnitzenbaumer die Kiesvorkommen auf dem Nachbarareal an der Kreisstraße MB 4 heben. Auf der insgesamt drei Hektar großen Fläche bis zum Waldrand, die Schnitzenbaumer gehört, soll in vier Bauabschnitten bis 2032 Kies abgebaut werden; während Abschnitt drei und vier wird die Zufahrt zur Otterfinger Straße an die alte Stelle im Osten verlegt. Problematische Stoffe sollen nicht verarbeitet werden. Jeder Bauabschnitt umfasse drei Jahre Kiesausbeute und zwei Jahre Rekultivierung. Nach 15 Jahren wäre der Abbau beendet.

Angesichts dieses Zeitraums hätten sich Kordula Killer (FWG) und Claudia Zimmer (Valleyer Liste) gewünscht, erst die Nachbarn zu hören. Bisher habe es keine Klagen gegeben, so Hallmannsecker. Der Gemeinderat erteilte das gemeindliche Einvernehmen, gegen die Stimme Stacheters. Die Gemeinde fordert, dass der Abbau wie bisher nur an Werktagen montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr erlaubt ist. „Den Immissionsschutz muss das Landratsamt in der Genehmigung festlegen“, so Hallmannsecker. Die alte Grube war mit Erdwällen umringt.

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