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Pächter-Duo: Max Klaus und Marlies Huber.

„Die Burschen waren begeistert“

Neue Pächter für den Kirchenwirt: Vereins-Magnet ohne Schnickschnack

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Die Durststrecke ist vorüber. Nach anderthalb Jahren sprudelt im Kirchenwirt in Unterdarching wieder Bier aus dem Zapfhahn. Ein Detail hat sich im Traditions-Wirtshaus geändert.

Valley – Die Idee kam Max Klaus junior spätnachts. Und sie war so gut, dass er sofort seinen Spezl anrufen musste. Der musste zwar – wohl auch der Tatsache geschuldet, dass Klaus ihn aus dem Tiefschlaf geklingelt hatte – kurz überlegen. Dann waren sich beide einig. Dieses eine zusätzliche Wort, dieses „Zum“, das macht den besonderen Reiz aus.

Seit jener Nacht heißt der Kirchenwirt, das Traditionswirtshaus in Unterdarching, eben nicht mehr nur Kirchenwirt, sondern „Zum“ Kirchenwirt. „Das hört sich irgendwie nach einem Geheimtipp an“, sagt Max Klaus, der neue Pächter, und lacht. Wobei ein Geheimtipp soll die Gaststätte ja eigentlich überhaupt nicht sein. Ganz im Gegenteil.

Die Wirtschaft, so plant Klaus, soll wieder zum pulsierenden Herzen des örtlichen Vereinslebens werden. Denn schon früher zog es die Burschen, den Männergesangverein und die Faschingsweiber in den Kirchenwirt. „Das war immer die Gaststätte vom Burschenverein“, sagt Klaus. Als er Mitte Oktober das Wirtshaus unter neuem Namen erstmals aufgesperrt hat, war die Freude riesig. „Die Burschen waren begeistert, dass sie wieder hierher kommen können.“ So, wie der Männergesangverein jeden Montag.

Nach knapp zwei Monaten ziehen Max Klaus und Marlies Huber, die den Kirchenwirt gemeinsam betreiben, ein erstes, positives Fazit. „Wir sind zufrieden mit dem Start“, sagt Huber. „Das Lokal wird gut angenommen.“ Derzeit beschränken sie sich auf den reinen Veranstaltungsbetrieb. Der tägliche Restaurantbetrieb wäre nicht zu stemmen, immerhin führt Klaus noch die Metzgerei, die sich im selben Gebäude wie die Wirtschaft befindet. „Die Metzgerei ist ein Fulltime-Job“, sagt er. Die Veranstaltungen – Geburtstag, Taufen, Hochzeiten – könne man vorab gut organisieren.

Platz für Veranstaltungen ist im Kirchenwirt genug. Die urige Stube bietet Platz für 50 Gäste, der Nebenraum für 25, und im Saal im ersten Stock können bis zu 120 Gäste essen und trinken. Freuen dürfen die sich auf gut bürgerliche Küche. „Halt so, wie die Oma immer gekocht hat“, sagt Huber. Rinderbraten mit Spätzle statt Steak. Oder wie Huber es ausdrückt: „Kein Schnickschnack.“

Beliefert wird die Wirtschaft mit Wurst und Fleisch aus der hauseigenen Metzgerei. In der Küche und an der Bar wechseln sich Huber und Klaus ab, unterstützt werden sie von zwei Bedienungen – und dem eigenen Nachwuchs. Wenn der Große, 19 Jahre alt, an der Schenke steht und Bier zapft, hilft der Jüngste, vier Jahre, mit und gibt ihm die Flaschen. Die anderen drei Burschen dekorieren derweil in der Küche fleißig die Teller.

Anderthalb Jahre lang stand die Wirtschaft im Herzen von Unterdarching leer. Vergeblich suchte die Graf Arco Brauerei als Besitzer nach einem Pächter. Bis man in der Metzgerei nebenan fündig wurde, die der Betrieb ebenfalls an Klaus vermietet. Im Sommer meldete dieser Interesse an, dann wurden schnell Nägel mit Köpfen gemacht. Rund 50 000 Euro investierte die Brauerei in neue Einrichtung. Derzeit wird ein neuer Boden in der Stube verlegt. Über den Wirt sei man natürlich sehr froh, sagt der Valleyer Betriebsleiter Thomas Furtner. „Er ist ein Alteingesessener, die Vereine kennen ihn.“

Auch im Rathaus schräg gegenüber freut sich Bürgermeister Andreas Hallmannsecker über den neuen Wirt: „Es ist ein Gewinn für den Ort und die Vereine.“ Von der kulinarischen Qualität überzeugen sich Rathauschef und Gemeinderat bald selbst. Nach der Sitzung am nächsten Dienstag geht es zur internen Weihnachtsfeier „Zum“ Kirchenwirt.

fp

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