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Die Polizei ermittelt, ob den Schmierereien in Oberlaindern ein rechter Hintergrund zugrunde liegt. (Symbobild)

Zwei Fälle in Oberlaindern

Rechte Symbole an Hauswände gesprüht

Gibt es in Valley eine rechte Szene? Vielleicht. In den vergangenen Tagen wurden rechte Symbole an zwei Hauswände gesprüht.

Oberlaindern – Gibt es im Valleyer Gemeindegebiet eine rechtsradikale Bewegung? Diese Frage stellt sich, nachdem an einem Haus Am Kleinfeld und an einem Gebäude des Medizintechnikherstellers OPED im Medizinpark Schmierereien mit rechtem Gedankengut angebracht wurden. Beide Gebäude wurden mit einem Keltenkreuz sowie einem rassistischen Aufruf verschandelt.

Wie die Polizei auf Nachfrage mitteilt, hatte die Bewohnerin des Hauses Am Kleinfeld die Schmierereien bereits am 31. Oktober angezeigt. OPED dagegen verzichtete auf eine Anzeige der Sachbeschädigung, wie eine Pressesprecherin mitteilt. Bereits im April war das Firmengebäude mit Graffiti besprüht worden. Da die Ermittlungen der Polizei damals ins Leere liefen, habe man sich im jüngsten Fall gegen eine Anzeige entschieden. Die Verschandelung werde noch in dieser Woche mit Wandfarbe übermalt, teilte die Sprecherin mit.

Das Keltenkreuz und der dazugestellte Spruch sind eindeutig der Neo-Nazi-Szene in den USA, die sich aus dem Ku Klux Klan entwickelt hat, der sogenannten White-Power-Bewegung, zuzuordnen. Auch in Deutschland hat das Keltenkreuz einen rechten Hintergrund. Die verbotene Organisation Volkssozialistische Bewegung Deutschlands beanspruchte das Symbol in den 1970ern und 1980ern für sich.

Rechte Symbole kommen nur selten vor

Zudem besitzt das Keltenkreuz eine ähnlich zum Hakenkreuz der Nationalsozialisten, wie Holzkirchens Polizeichef Johann Brandhubererklärt: „Ein Keltenkreuz ist eigentlich ein Hakenkreuz mit einem Kreis statt mit Querstrichen.“ Mittlerweile ist das Verwenden des Keltenkreuzes in Deutschland strafbar. Es ist also durchaus möglich, dass die Schmierereien der rechten Szene zuzuordnen sind.

Brandhuber sieht den Sachverhalt differenzierter. Einzelne Graffitis wie in diesem Fall seien meist das Werk von Jugendlichen. Außerdem gebe es im Zuständigkeitsbereich der Holzkirchner Polizei nur höchstselten rechte Schmierereien und auch Hauswände seien selten Ziele der vermeintlichen Künstler. Deshalb müssten die Graffitis in Oberlaindern nicht zwingend der rechten Szene zugeordnet werden. Dennoch würden die Hintergründe weiter geprüfte. Sollte sich allerdings der Verdacht eines rechten Hintergrunds erhärten, werde entsprechend ermittelt.

ses

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