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Auf der grünen Wiese neben dem Medizinpark (l.) soll die bis zu 160 Meter lange Logistik- und Fertigungshalle entstehen. Der Gemeinderat hat dafür nun den Bebauungsplan verabschiedet. Im Bildvordergrund sind die laufenden Arbeiten am Waldhausweg zu sehen.

Oped-Erweiterung in Oberlaindern

Freie Bahn fürs neue Gewerbegebiet

Valley – Auf der Wiese nördlich des Medizinparks in Oberlaindern soll Gewaltiges entstehen: Die Firma Oped will dort erweitern und plant einen 60 Meter breiten und bis zu 160 Meter langen Neubau. Der Gemeinderat hat jetzt den Bebauungsplan verabschiedet, der Baurecht für das Gewerbegebiet Osterläng schafft.

Oped braucht Platz. Seit Jahren kennt die Entwicklung der Unternehmensgruppe nur eine Richtung: Wachstum. Trotz Unwägbarkeiten in der Gesundheitsbranche, die stetig neuen Vorgaben und Regelungen unterworfen ist. Diesem Anspruch müsse auch das Erweiterungspotenzial gewachsen sein, das Oped im neuen Gewerbegebiet Osterläng findet: „Es muss so gestaltet werden, dass wir eine möglichst hohe Flexibilität und Variabilität haben“, erklärt Andreas Bonleitner, Mitglied der Geschäftsführung von Oped. 

Wie genau Oped den Neubau füllen wird, welche Abteilungen alle dorthin umziehen und wie im bestehenden Medizinpark umgruppiert wird – das werde derzeit noch geprüft. „Konkretes können wir dazu noch nicht sagen“, so Bonleitner. Das gelte auch zeitlich. „Wir hängen vom Termin her momentan noch in der Luft, es muss noch einiges geklärt werden.“ Fest steht: Der Neubau wird als Logistik- und Fertigungshalle konzipiert. Denn im Speziellen die Fertigung und Montage, die bisher in einem Altbau-Trakt des Medizinparks untergebracht sind, brauchen mehr Spielraum. Geplant ist bislang, erst einmal ein etwa 115 Meter langes neues Gebäude zu bauen. Damit bliebe noch Luft. 

Den Rahmen für die Erweiterung gibt der Bebauungsplan vor, der auf der grünen Wiese Baurecht schafft für das sogenannte Gewerbegebiet Osterläng. Der Kubus umfasst bis zu 160 Meter Länge und 60 Meter Breite und bekommt wie berichtet ein Satteldach mit bis zu 16 Metern Firsthöhe aufgesetzt. Auf dem Dach will Oped eine Solaranlage installieren. Der Gemeinderat fasste nun einstimmig den Satzungsbeschluss. Dem Baurecht ist damit der Weg geebnet. Die Vorbereitungen für das neue Gewerbegebiet laufen auf Hochtouren, wegen der Bauarbeiten ist die Ortsdurchfahrt Oberlaindern derzeit komplett gesperrt.

Vor dem Beschluss hatte der Gemeinderat in seiner Sitzung die bei der letzten öffentlichen Auslegung eingegangenen Hinweise noch eingearbeitet. Von Bürgern und Nachbarn waren keine Stellungnahmen mehr eingegangen, ebenso von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt. Kreisbaumeister Werner Pawlovsky äußerte sich noch einmal kritisch zum Satteldach, für das sich die Mehrheit des Gemeinderats entschieden hatte: Im gesamten Landkreis gebe es kein Gebäude mit einem 60 Meter breiten Giebel und Satteldach – „ein Alleinstellungsmerkmal höchst zweifelhafter Qualität“. Sein Vorschlag, die Dachfläche mit zwei parallelen, schmäleren Satteldächern und einem Flachdach dazwischen aufzuteilen, hatte bei der Mehrheit des Valleyer Gemeinderats keinen Gefallen gefunden und war in der vorigen Sitzung abgelehnt worden

Das Erdgas-Unternehmen Bayernets wies erst jetzt auf eine Hochdruckleitung im Geltungsbereich des Bebauungsplans hin; ein Plan war der Gemeinde nicht vorgelegen. Allerdings ist diese Leitung inzwischen doch nicht mehr touchiert: Sie durchquert eine spitze Ecke, die bislang als ökologische Ausgleichsfläche vorgesehen war, wegen ihrer unhandlichen Form aber doch ausgeklammert wurde. Stattdessen liegt die Ausgleichfläche nun als rechteckiger Block nördlich neben den Bahngleisen. 

Die Abteilung Bodenschutz am Landratsamt verwies nochmal darauf, dass der Aushub im neuen Gewerbegebiet Osterläng fachlich begleitet werden müsse. Wie berichtet, befand sich dort einst eine Kiesgrube, die wohl gegen Ende des Zweiten Weltkriegs verfüllt wurde. Sogar ein Blindgänger, den ein amerikanischer Jagdbomber auf den nahen Militärflugplatz Oberlaindern abgeworfen hatte, soll dort vergraben worden sein, erinnern sich Dorfbewohner. Der Kampfmittelräumdienst hatte trotz einergroß angelegten Suche Ende März bislang keine Bombe entdeckt, schließt aber weiter nicht aus, dass es doch eine gibt. 

Außerdem könnten auch andere gefährliche Stoffe in der einstigen „Graffelgrube“ verborgen sein. Die Gemeinde hat sich noch offen gelassen, ob sie im betroffenen Bereich im Westen des neuen Gewebegebiets selbst Aushub und Bodenaustausch besorgt und das Areal sauber an Oped übergibt. Dafür spräche, dass dann Regenwasser wie üblich versickert werden könnte. Dagegen könnten allerdings die Kosten sprechen. „Wir zeigen diese beiden Möglichkeiten nur auf, was geschieht, muss der Gemeinderat entscheiden“, so Hallmannsecker. Gemeinde oder Bauherr: „Einer von beiden muss es austauschen, wenn man Regenwasser versickern will.“

Katrin Hager

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