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In der voll besetzten Zollingerhalle des Valleyer Orgelzentrums beeindruckten die Künstler an insgesamt sieben Orgeln, Fagott, Saxophon und Trompete.

Premiere für neue Reihe der Kulturwerkstatt

Orgel & Mehr in Valley: Ein Auftakt, der auf mehr warten lässt

Außergewöhnlichen Kombinationen aus mehreren Orgeln, Fagott,Trompete und Saxophon gab‘s bei der Premiere der Reihe „Orgel & Mehr“ im Valleyer Orgelzentrum zu hören. Ein voller Erfolg. 

Valley– Orgel vierhändig, das macht fast jede Königin der Instrumente mit. Doch für ein Konzert an zwei, drei, vier Orgeln zusammen braucht es etwas wie die Zollingerhalle bei Sixtus Lampls Orgel-Museum in Valley mit ihrer Auswahl an sieben funktionierenden Instrumenten. Beim Auftakt der neuen Reihe „Orgel & Mehr“ die Sammlung ihre Einmaligkeit ausspielen. Hinzu kamen ungewohnte Kombinationen zwischen Orgel und Fagott oder Saxophon. Die Kulturwerkstatt im Oberland wagte das Experiment erfolgreich im voll besetzten Saal zusammen mit angehenden Organisten des Leopold-Mozart-Zentrums der Augsburger Universität.

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Die Nachwuchsmusiker Marie Koenigsbeck aus Warngau (auch Fagott), Sophia Gassler aus Ulm, Steve Roy aus Paris und Felix Langhammer (Trompete) aus Rottweil wurden unterstützt von Maries Vater Bodo Koenigsbeck und dem evangelischen Kantor Peter Wolff aus Tegernsee an der Orgel sowie dem Rottacher Saxophonisten Thomas Tomaschek und Kulturwerkstatt-Gründer Rolf Brandthaus aus Osterwarngau (Tenorsaxophon). Die technischen Pausen zur Einrichtung der jeweiligen Orgeln für das umfangreiche Programm überbrückte mit informativer Moderation Anja Gild.

Nicht nur das Publikum, sondern vor allem Hausherr Sixtus Lampl war erst gespannt und dann begeistert, wie die fantastische Akustik der Zollingerhalle den wunderbaren Zusammenklang der Orgeln mit ihren ganz individuellen Charakteren unterstützte. Der Schirmherr von „Orgel & Mehr“ freute sich mit dem Auftakt dieser neuen Konzertreihe auf Workshops junger Organisten, die künftig in Valley an unterschiedlichen Orgelsystemen üben und konzertieren werden.

Buchstäblich alle Hände voll zu tun hatte Marie Koenigsbeck, die in neun der insgesamt 13 Programm-Teile aktiv war. Mit einer getragenen Ciaccona von Johann Pachelbel leitete sie die beiden Konzertstunden an der großen Steinmeyer-Orgel ein und beschloss den Nachmittag auch an diesem Instrument mit den hoch dramatischen Klängen von Max Regers Toccata in d-Moll Opus 59. Zusammen mit Steve Roy glänzte sie vierhändig in zwei Mozart-Werken, der melodiösen Fantasie f-Moll KV 594 und der kraftvollen Fuge in G-Dur KV 401. Ganz klassisch brillierte Koenigsbeck an der Steinmeyer-Orgel zusammen mit Trompeter Felix Langhammer in zwei Stücken des Barock-Komponisten Dietrich Buxtehude: „Puer natus in Bethlehem“ und „Nun bitten wir den Heiligen Geist“. Zuvor hatte Langhammer schon in Alessandro Marcellos Concerto für Trompete und Orgel geglänzt, mit Steve Roy an der kleinen, zart tönenden Eule-Barockorgel. Dasselbe Duo begeisterte auch mit Johann Sebastian Bachs „Wachet auf, ruft uns die Stimme“, das Steve Roy auf der kleinen Rokoko-Orgel von Bayr mit ihrem feinen Klang intonierte.

Schlussapplaus für (v.l.) Sophia Gassler, Marie Koenigsbeck, Bodo Koenigsbeck, Felix Langhammer, Steve Roy, Peter Wolff, Thomas Tomaschek und Rolf Brandthaus. 

Wie schön die klare Karl-Richter-Orgel von Deininger und Remmer mit der Eule-Orgel zusammenklingt, demonstrierten Sophia Gassler und Marie Koeningsbeck an Aurelio Bonellis „Toccata Athalanta“ für zwei Orgeln. Aber auch die Karl-Richter-Orgel, die Hamburger Schröderstift-Orgel von Röver und die Münchner Rokoko-Orgel gehen gut zusammen, zeigten Gassler, Koenigsbeck und Roy bravourös an Pachelbels „Was Gott tut, das ist wohlgetan“. Eine Premiere in der Zollingerhalle bildete die „Sonata a 4 Organi per l’Assunta“ des Benediktiners Mariano Müller: Bodo Koenigsbeck an der Röver-Orgel, Sophia Gassler an der Richter-Orgel, Steve Roy an der Rokoko-Orgel und Marie Koenigsbeck am Steinmeyer-Instrument führten harmonisch die unterschiedlichen Lautfarben zu einem eindrucksvollen Erlebnis für die Ohren zusammen. Ganz erstaunlich schön erklangen drei ungewöhnliche Kompositionen für Blasinstrumente und Orgel. Auf der Eule-Orgel begleitete Gassler das Fagott von Marie Koenigsbeck in Antoine Dards Sonate Nr. 4. Peter Wolff an der Steinmeyer-Orgel begeisterte mit Saxophonist Tomaschek in einem Stück von Astor Piazzola und zu dritt mit Brandthaus am Saxophon im Spiritual „Nobody Knows the Trouble I’ve Seen“.

Dieser großartige Nachmittag lässt ein wunderbares Mehr an „Orgel & Mehr“ erwarten.

Gudula Beyse

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