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Hier wurde es für den Bruckmühler ungemütlich: Autowerkstatt (Symbolbild).

Weil er wegen seinem Auto nachfragte

Otterfinger Mechaniker (53) tritt Türke in die Weichteile

Valley – Ein Bruckmühler Türke (26) fragte bei einem Otterfinger Mechaniker nach seinem Auto, das seit vier Wochen unbearbeitet vor dessen Werkstatt stand. Er bekam eine eindeutige Antwort...

Ein Turbolader löste in einer Autowerkstatt in Valley im April dieses Jahres einen heftigen Streit zwischen einem Kfz-Mechatroniker und einem Kunden aus. Der Zwist eskalierte. Und zwar so heftig, dass sich der 53-jährige Kfz-Mechatroniker aus Otterfing und sein 26 Jahre alter türkisch-stämmiger Kunde aus Bruckmühl vor Gericht wieder trafen. Die Anklagepunkte gegen den 53-Jährigen lauteten: vorsätzliche Körperverletzung mit Beleidigung. Auch rassistische Äußerungen sollen gefallen sein.

Von Letzteren wollte der Kfz-Mechatroniker in der Verhandlung am Miesbacher Amtsgericht jedoch nichts wissen. „Ich habe ihn nicht beleidigt, sondern ihm nur gesagt, dass er unsere Räumlichkeiten verlassen soll“, schilderte der Angeklagte.

Der Mechaniker hatte sich wohl viel Zeit gelassen

Doch warum gerieten sich die beiden überhaupt in die Haare? Der Turbolader am Auto des Vaters des Kunden war defekt. Darauf gab es eigentlich eine Garantie. Die interessierte den Beschuldigten jedoch herzlich wenig, wie der 26-jährige Zeuge vor Gericht angab. „Das Auto meines Vaters stand bestimmt vier Wochen auf dem Hof der Werkstatt“, meinte er. „Dann wollten mein Vater und ich nachsehen, wie weit sie mit der Reparatur gekommen sind, und fuhren dort hin.“ Doch das Fahrzeug der türkischen Familie stand noch immer an der selben Stelle wie bei der Abgabe. Immer noch mit defektem Turbolader.

„Am Telefon wurde ich immer abgewimmelt, also sah ich keine andere Möglichkeit, als das Ganze vor Ort zu klären“, erklärte der Bruckmühler. Dort hörte er zufällig ein vom Angeklagten geführtes Telefonat mit einem anderen Kunden. Zu diesem soll der 53-Jährige gesagt haben, dass er gerade nicht in der Werkstatt sei. „Genau das Gleiche hat er zu mir auch immer gesagt“, schilderte der Zeuge. „Aber er war ja bei dem Telefonat mit dem anderen Kunden auch in der Werkstatt, was mich stutzig machte.“ Als er den Mechatroniker darauf ansprach, sei der aggressiv geworden und forderte ihn auf, die Werkstatt zu verlassen.

Rassistische Beleidigungen, Knie in Genitalbereich

Der Bruckmühler weigerte sich jedoch – er wollte die Sache klären. Sodann packte der Kfz-Mechatroniker den Bruckmühler am Kragen, um ihn nach draußen zu befördern. Als der Kunde sich das nicht gefallen ließ, soll der Otterfinger ihn beleidigt und ihm mit dem Knie in den Genitalbereich getreten haben. Der 26-Jährige verließ daraufhin die Werkstatt, verständigte aber die Polizei. „Ich wollte mich nur verteidigen, weil ich dachte, dass er auf mich losgehen wollte“, versuchte sich der Otterfinger nun vor Gericht zu rechtfertigen.

Gleichzeitig mit dem Bruckmühler erstattete er bei den kurze Zeit später eintreffenden Polizeibeamten ebenfalls Anzeige gegen seinen Kontrahenten, wegen versuchter Körperverletzung. Die Sache wurde schon vor Gericht verhandelt – und eingestellt.

Auch das Verfahren gegen den 53-jährigen Otterfinger wird vorläufig eingestellt, gegen Zahlung einer Geldauflage. Für Amtsrichter Walter Leitner sowie die Staatsanwaltschaft war der Vorfall gerade noch im Rahmen für diese Entscheidung. 1200 Euro muss der zweifach Vorbestrafte nun binnen eines Monats an den Kreisjugendring Miesbach entrichten.

Philip Hamm

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