+
Vorfreude auf die Biermanufaktur: Graf Max-Georg (5.v.l.) und Gräfin Monica von Arco auf Valley (4.v.l.) mit Ilse Aigner (5.v.r.) sowie (v.l.) Alexander Schmid (Standort-Marketing-Gesellschaft des Landkreises), Bürgermeiser Andreas Hallmannsecker, Georg Baumgartner (Leader-Stabstelle), Harald Gmeiner (Alpenregion Tegernsee-Schliersee), Landrat Wolfgang Rzehak, Michael Pelzer (Lokale Arbeitsgruppe Leader) und Klaus Dieter Graf von Moltke (Unternehmerverband im Kreis Miesbach).

Pläne der Brauerei Graf Arco Valley 

Biermanufaktur lässt noch auf sich warten

Valley – Die Brauerei Arco Valley will wieder brauen am Schlossberg, handwerklich und traditionell in der kleinen Biermanufaktur. Pünktlich zum Geburtstag des Bayerischen Reinheitsgebots in diesem Monat schaute am Montag Staatsministerin Ilse Aigner bei einem kleinen Festakt zum Projektstart vorbei.

Wie ein gutes Bier, so braucht auch ein gutes Projekt seine Zeit. Am Montag lud die Brauerei Graf Arco Valley zum symbolischen Projektbeginn ein. Der tatsächliche Umbau für die Biermanufaktur hat allerdings noch keinen Termin, auch wenn die Brauerei diesen für heuer plante. Der Umbau wird mit Mitteln des EU-Programms LEADER gefördert. 

Im Erdgeschoss des Schlossguts aus dem 18. und 19. Jahrhundert zieht wie berichtet eine offene kleine Brauerei in einem Veranstaltungssaal für knapp 100 Personen mit Bühne ein: Direkt hinter einem Tresen sehen die Besucher die kupfernen Sudkessel. Der frische Sud daraus wird über Leitungen in Gär- und Lagertanks im mittleren Trakt geleitet und abgefüllt. Bierseminare, Biersommelierkurse und Führungen sind geplant. Auch eine Gastronomie wird es geben, nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zum benachbarten Bräustüberl und voraussichtlich in enger Zusammenarbeit. Kooperiert werden soll auch mit den kulturellen Nachbarn: dem Verein Kunstdünger, dem Kultur- und Orgelzentrum im Alten Schloss und dem Trachtenverein. 

Momentan sind die Räume, die zur Erlebnisbrauerei werden sollen, kahl und harren des Umbaus. Eigentlich wollte die Brauerei damit heuer loslegen, inzwischen ist Ende 2016, Anfang 2017 vorgesehen, erklärt Brauerei-Chef Max-Georg Graf von Arco auf Valley. Die Genehmigungen seien in den Endzügen, die Handwerker haben die Auftragsbücher voll, und allein die Lieferzeit der Brautechnik im kleineren Maßstab – geplant sind 20 Hektoliter pro Sud – beträgt zehn Monate, erklärt der Graf. Die Nachfrage steigt, allerorten besinnt man sich beim Bierbrauen auf Qualität statt Quantität, vielerorts werden kleine, experimentierfreudige Nachwuchsbrauereien gegründet. 

„Ein Umbau erfordert Mut, Mörtel und eine Menge Geld“, sagte Graf Max-Georg in seiner Ansprache. Der Name Arco auf Valley sei Verpflichtung, dem Bier am Schlossberg wieder eine Heimat zu geben. „Wir wollen wieder ein original Valleyer Bier brauen.“ Der Braubetrieb, der hier fast 400 Jahre Tradition hat, war 1994 eingestellt worden. „Wir wollen ein Kulturraum werden.“ 

Zur Kultur in Bayern, betonte Ilse Aigner als Stimmkreisabgeordnete, gehöre Bier dazu, „in Maßen, nicht in Massen“. „Bier braucht auch Heimat“, betonte sie. Die Biermanufaktur bilde mit dem benachbarten Orgelzentrum von Sixtus Lampl ein Ausflugsziel für Tagesausflügler. Das freut auch Landrat Wolfgang Rzehak. „Was nützt ein Denkmal, wenn es tot ist?“ Er dankte der gräflichen Familie, dass sie das Neue Schloss mit der Biermanufaktur wiederbelebe. Damit dereinst auch viele Ausflügler zum „Kulturmagnet“ am Schlossberg finden, bat Bürgermeister Andreas Hallmannsecker Aigner um Unterstützung für ein touristisches Hinweisschild an der Autobahn. 

Welche Rezeptur der Brauerei am Schlossberg ihre Seele zurückgibt, steht noch nicht fest, klare Kante aber hat es schon: Ein untergäriges Vollbier in Exportqualität soll es sein, sagt der Graf, und auch wenn er ganz persönlich am liebsten ein filtriertes „Glanzfeines mit feinporigem Schaum“ trinkt, wird es wohl ein unfiltriertes, naturtrübes Kellerbier werden. Auf jeden Fall ein Charakterbier, das in den neuen Leitspruch der Brauerei Arco Valley passt: „Mia san Bia“.

Von Katrin Hager

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Weyarn: Betreiber für Supermarkt steht fest
Der Richtige ist offenbar gefunden: Stefan Odenbach (29) aus Gründwald wird den neuen Edeka in Weyarn betreiben. Der Vollsortimenter wird seine Türen wohl im Frühjahr …
Weyarn: Betreiber für Supermarkt steht fest
Wegen Gleis-Bauarbeiten: Strecke Schaftlach-Lenggries gesperrt
Von Donnerstag bis Dienstag (31. Oktober) fallen einige BOB-Züge aus. Samstag (28. Oktober) ist die Strecke Schaftlach-Lenggries komplett gesperrt. Doch es gibt auch …
Wegen Gleis-Bauarbeiten: Strecke Schaftlach-Lenggries gesperrt
Zu laut: Polizei stoppt Biker auf der A8
Der 26-jährige Slowake muss erstmal ohne sein Motorrad auskommen. Der Grund: Sein Motorrad war der Polizei viel zu laut. Bei der Kontrolle fanden die Beamten schnell den …
Zu laut: Polizei stoppt Biker auf der A8
Wir machen den Selbsttest: Wie unpünktlich ist die BOB wirklich?
Wochenend-Chaos, Pendlerfrust, überforderte Mitarbeiter - die Wut auf die BOB entlädt sich dieser Tage geballt. Aber ist sie wirklich so unzuverlässig? Unsere Autorin …
Wir machen den Selbsttest: Wie unpünktlich ist die BOB wirklich?

Kommentare