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In Hohendilching wurde der Deutschlandbesuch der Queen zu einer Live-Persiflage. Auf einem Tisch stapelten sich übrigens die Geschenke für die Königin.

"Schmarrn des Jahres" zum royalen Deutschland-Besuch

So feierte Hohendilching die Queen

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Hohendilching - Empfang mit Nationalhymne, Rundfahrt mit Sightseeing und ein Staatsbankett: So feierte Hohendilching am Mittwoch den Besuch von Queen Elizabeth II. Eine Live-Persiflage.

Vor dem Wirtshaus ins Hohendilching gibt es einen riesigen Auflauf. Festlich gekleidete Herrschaften entsteigen ihren Limousinen, rücken sich die Roben, Orden und imposanten Hüte zurecht, schreiten über den roten Teppich zur Gartenparty. Es wird geknipst, gefilmt und herzlich gelacht: „Ich finde die Idee super! A so a Gaudi! Wenn die Queen schon nicht nach Bayern kommt, dann tun wir halt einfach so als ob!“, sagt ein Besucher. Und schon geht es zum Empfang, die 100 Staatsgäste prosten sich mit Gin Tonic und Sekt Rosé zu und probieren typisch englische Pfefferminz-Schoko-Täfelchen.

Anlässlich des Staatsbesuchs, den die britische Queen Elizabeth II diese Woche Deutschland abstattete, hatte die Hohendilchinger Musikerin Annemarie Hagn im Gasthaus Vordermaier – alias Schloss Bellevue – zum „Staatsbankett“ geladen. Sie war es also, die die Idee zum „Schmarrn des Jahres“ hatte, wie es Hofmusikant Ulli Reffle ausdrückte. Vor vier Jahren, zu Prinz Williams und Kates Hochzeit hatte Hagn schon einmal eine ähnliche Aktion veranstaltet. Eine Live-Persiflage, so wie sie die Münchner Künstlerszene um die vorige Jahrhundertwende und im Fasching zelebrierte. Hagn mit ihrem kabarettistischen Talent ist eine Königstreue. „Und der Staatsbesuch der Queen ist eine großartige Gelegenheit zu feiern und zu musizieren“, sagt sie lachend, bevor sie in den mit Blumen festlich geschmückten Landauer klettert. Denn zum Programm gehört selbstverständlich eine Kutschrundfahrt um „Dilching City“.

Bei ihrer Rückkehr empfangen die Untertanen ihre „Party-Queen“ mit Jubel und Bravorufen. Zwischen dem Gelächter stimmt der ein oder andere die Hymne Großbritanniens an, es ertönt „God Save the Queen“. Für alle ist es ein Riesenspaß. „Sich einmal fühlen wie die Queen!“, schwärmt eine ältere Frau, die gekonnt aus dem Wagen winkt und neckisch ihr Sonnenschirmchen dreht. Aufgebrezelt haben sich die Gäste, die dem Ruf ihrer „Königin“ aus vier Landkreisen folgten: Einige tragen bodenlange Kleider, andere Pelzcapes, viele Krönchen oder extravagante Feder-Spitzen-Kreationen im Haar. Sogar Queen-Masken, an den Hut gesteckte Portraits und selbstgemalte Papierwimpel mit dem „Union Jack“, der englischen Flagge, kommen zum Einsatz. Die Herren glänzen mit Geschenkbändern als Ordensbänder und mit Frack und Zylinder. Alle sehen schick britisch aus, auch wenn das ein oder andere Ornat eher auf einen Fiaker nach Wien passen würde und aus der Faschingskiste stammt. Dazwischen tummeln sich zwei Schotten im Kilt und bayerischen Trachtenstrümpfen.

Ernst nimmt diesen Staatsbesuch, den die Gäste als humoristische Parallelveranstaltung zum Empfang in Berlin begreifen, freilich keiner. Es herrscht eine Stimmung wie an einem Faschingsdienstag, als es hinauf ins Wirtshaus zum Festbankett mit Schnitzel und „royalem Rollbraten“ geht. Drinnen liegen auf einem Tisch abstruse Gastgeschenke der Untertanen: zum Beispiel der „Schuh des Manitu“ aus den Kolonien. In einem englisch-bairischen Kauderwelsch stellt Hagn einzelne Gäste und Delegationen vor, bevor sie mit dem „Royal Queens Orchester“ aufspielt. In wechselnder Besetzung spielen Hans Obermeier, Georg Obermüller, Irene Paul, Flori Burgmayer, Walter Mies, Boguslaw Skawina, Hans Niedermeier, Elisabeth Althaus, Willi Schmotz, Veronika Hagnroth und die Ulli Reffle Wiener Salonmusik Bayerisches, Österreichisches, Jazziges. Hagn jodelt und singt. Bis weit nach Mitternach ist „everybody very amused“, will heißen, jeder hat eine Mordsgaudi.

Von Alexandra Korimorth

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