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Skulpturen bei Bildhauer-Symposium enthüllt: „Große Bereicherung für Valley“

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„Der letzte Krieger“ von Saeid Ahmadi
„Der letzte Krieger“ von Saeid Ahmadi wird um einen Reiter erweitert, den ein Bub aus dem Publikum verkörperte. Christiane Ahlhelm (l.) rezitierte bei der Vorstellung aus einem Gedicht, rechts daneben steht Bildhauer und Hausherr Tobel.  © sie

Schöner hätte die Inszenierung kaum sein können. Pünktlich zur Finissage des internationalen Kunstdünger Skulpturen Symposiums verzogen sich die Regenwolken in Hohendilching.

Valley – Hatte Bildhauer und Hausherr Tobel noch wenige Stunden vorher befürchtet „es fällt komplett ins Wasser“, trockneten rechtzeitig alle Pfützen und der Festakt konnte beginnen. Stimmungsvoll wie man es kennt, wenn Mitveranstalterin Christiane Ahlhelm die Präsentationen zu kleinen Festspielen werden lässt. Dabei wurden diesmal nicht nur die neuen Exponate enthüllt. Gleichzeitig feierte ein großes Publikum auch das zehnjährige Jubiläum dieses einzigen internationalen Bildhauersymposiums im süddeutschen Raum.

„Es ist eine sehr große Bereicherung für Valley“ betonte Bürgermeister Bernhard Schäfer, der zu den vielen gehörte, die schon während der Werkphase den Künstlerinnen und Künstlern über die Schultern geschaut hatten. Gespannt waren alle, was sich unter den roten Tüchern verbarg, die leuchtende Tupfen in die Lichtung gesetzt hatten. Mit Enthüllung allein war es beim ersten Exponat nicht getan. Roter Nebel verhüllte Roxana Usnayo Quelcas Stein und unterstrich, was die Bildhauerin aus La Paz in den harten Granit gebrochen hatte. Mit ihrer „Lunge“ wolle sie zeigen, dass Covid keine Unterschiede zwischen Menschen und ihrer sozialen Herkunft mache. Ihre Arbeit widmete die vom Ort und seinen Menschen tief beeindruckte Bolivianerin Tobel und der gesamten Truppe, die ihr das Gefühl gegeben hätten, hier zu Hause zu sein.

Artist in Residence: Ukrainer arbeitet seit Februar im Verein Kunstdünger

So wie es Saeid Ahmadi der Not gedrungen seit Februar ist. Weil der aus der Ukraine Geflüchtete vom Verein Kunstdünger als Artist in Residence aufgenommen wurde, hat er auch noch Zeit, weiter an seinem „letzten Krieger“ zu arbeiten. Wie er ausschauen soll, nahm eine Inszenierung voraus, für die ein Bub aus dem Publikum in die Rolle des Reiters schlüpfte, dessen Entstehung man in den kommenden Wochen beobachten kann.

Das Netzwerk der Galaxien von Josef Pleier
Das Netzwerk der Galaxien von Josef Pleier (Mitte) inszenierten Ahlhelm und Tobel mit biologisch abbaubarem Schaum. © sie

Zwischenzeitlich habe er Phasen gehabt, in denen er seine Arbeit einfach nur als Wahnsinn gesehen habe, gestand Josef Pleier, der die aktuellen Messungen zu Strukturen des Universums in einer schaumigen Form darstellen wollte. 352 Löcher habe er entsprechend wissenschaftlicher Vorlagen über in den Stein gebohrt, so der Künstler aus dem Pfaffenwinkel, der den Betrachtern nicht nur viel Spaß damit wünschte. Sie durften sich mit den Bohrkernen auch ihr kleines Stück Galaxie mit nach Hause nehmen. Oder doch lieber eine symbolische kleine Biene, wie sie Ahlhelm in die Wabenstruktur des Sarden Alessandro Canu gesetzt hatte. Vor zehn Jahren hatte Canu mit seinem Tropfen die Kostbarkeit des Wassers in Szene gesetzt. Diesmal versuche er mit einer Bienenwabe zu zeigen, wie aus einer kleinen Sache Großes erwachsen kann. Ein wenig ließ die Abendsonne erahnen, warum er die Wabenstruktur zwischen die Bäume am Mangfallufer platziert hatte, wo sie die Morgensonne besonders in Szene setzt.

Sorge um Naturmaterialien bei Regen

Extrem vergänglich arbeitete Sybille Kobus; sie habe schlaflose Stunden verbracht, ob ihr aus Naturmaterialien in einen Baum gesetztes „Wespennest“ überhaupt Regen überstehen würde. „Demut“ sei ihr Thema gewesen und sie habe einiges davon gebraucht. Was blieb, war Landart im besten Sinn. Schon in den wenigen Tagen hinterließen Wind und Regen ihre Spuren.

Nichts dergleichen hat Tobel mit „Die innere Balance finden“ zu befürchten, wenngleich „der Krummling, der sich durch den Stein windet“ seine innere Balance oft ordentlich gefordert habe. Bis zur letzten Minute habe er sich gequält und mit dem Stein gekämpft. Es lohnte sich.

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