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Spielplatz und Treffpunkt: Im Neubaugebiet Am Hoffeld tummeln sich kleine Kinder gerne auf der Straße.

Neubaugebiet Am Hoffeld

Tempo 10 für die Kinder? Valley entscheidet gegen Eltern

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Wie weit soll eine Gemeinde gehen, um spielende Kinder zu schützen? Der Gemeinderat lehnte den Antrag von den Familien am Hoffeld auf 10 km/h ab. Die Eltern verstehen das nicht.

Valley– Das Neubaugebiet Am Hoffeld liegt traumhaft. Die Sackgasse verhindert Durchgangsverkehr, was die jungen Familien freut. 19 Kinder, keines älter als neun Jahre, tummeln sich dort. Wie die Eltern in ihrem Antrag formulieren, hat sich die kaum befahrene Straße zum Treffpunkt entwickelt. Der Nachwuchs ist unterwegs mit Laufrad, Radl, Kettcar oder Skateboard, bemalt die Straße mit Kreiden oder flitzt schnell rüber in den nächsten Garten. „Eine solche Wohnsituation dürfte ziemlich einmalig sein“, stellen die Eltern fest.

Die besondere Situation, so das Argument der Anwohner, rechtfertige besonderen Schutz. „Unsere Kinder sind so jung, dass sie im Zweifelsfall im Spiel vergessen, dass sie sich auf einer Straße befinden“, heißt es im Antrag, „viel leichter ist es, einem Autofahrer eine Geschwindigkeitsbeschränkung vorzuschreiben.“ Die Ausweisung einer 30er Zone, wie sie die Gemeinde jüngst anordnete, reiche hier nicht mehr. „Nur die 10er Zone wäre so ungewöhnlich, dass sie dem Autofahrer eine Warnung ist“, betont Katja Knauer, eine der betroffenen Mütter. Oft habe man schon gefährliche Situationen mit Lieferdiensten beobachtet.

Nachdem der Gemeinderat im Mai die Ausweisung als Spielstraße, die das Tempo auf 7 km/h gedrosselt hätte, mit 11:6-Mehrheit abgelehnt hatte, starteten die Eltern einen neuen Anlauf wenigstens für Tempo 10. Auch diesmal erfolglos, obwohl der Beschluss knapper ausfiel (6:8). „Wir verstehen nicht, warum man aus Prinzip dagegen ist“, sagt Knauer.

Das lässt Bürgermeister Andreas Hallmannsecker (FWG) nicht gelten. Er habe nach der ersten Ablehnung mit zwei Experten von Polizei und vom Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland die Straße begutachtet. „Beide haben von Tempo 10 abgeraten“, betonte er, „weil es aus ihrer Sicht nichts bringt und keine Gefährlichkeit zu begründen ist.“ Günter Schuler (SPD) kann das nicht nachvollziehen: „Die Polizei reitet Paragrafen, ein Herz für Kinder hat sie aber nicht.“ Er plädierte für Tempo 10, speziell an der spitzwinkligen Kurve vor dem Neubaugebiet. Josef Dittmayer (FWG) schlug eine Testphase vor: „Ich habe erlebt, wie in Oberdarching ein Kind totgefahren wurde. So etwas will ich nicht auf dem Gewissen haben.“

Der Bürgermeister warnte davor, Emotionen über Sachargumente zu stellen. Schon seien Stimmen aus dem „alten“ Hoffeld laut geworden, die Eltern des „neuen“ Hoffelds“ vorwerfen, selbst zu schnell zu fahren. „Jetzt geht’s Erbsenzählen los“, fürchtet Hallmannsecker.

Bernhard Schäfer (FWG) sieht keine Notwendigkeit für Tempo 10. „Dort fahren zu 99 Prozent Anwohner. Wenn wir da zustimmen, haben wir sofort zehn Anträge aus anderen Straßen.“ Wer Kinder schützen wolle, müsse ihnen das Spielen auf der Straße verbieten, findet Josef Huber (Valleyer Liste). „Sie müssen wissen, dass sie da nichts zu suchen haben.“

Untätig bleibt die Gemeinde trotz der Ablehnung nicht, wie der Bürgermeister erklärte. Die kürzlich angeordnete 30er-Zone, die ein generelles Rechts-vor-Links vorsieht, wird von zwei bunten Schildern („Spielende Kinder“) und einer Fahrbahnmarkierung ergänzt. Zudem misst der Zweckverband derzeit zwei Wochen lang, wie viele Autos Am Hoffeld unterwegs sind und wie schnell sie fahren. „Dann sind wir vielleicht schlauer“, hofft der Bürgermeister.

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