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Macht richtig viel Lärm: A8.

A8: Ein Dorf kämpft für Lärmschutz

Unterlainderner schicken Unterschriftenliste an die Regierung

Offenbar hat jeder volljährige Dorfbewohner seinen Namen auf die Liste gesetzt. Insgesamt sind es 52. Ihr Ziel: Einen eigenen, vollständigen Lärmschutz zur A8. Und zwar jetzt.

Valley– Die Einwendungsfrist im Planfeststellungsverfahren für den Lärmschutz an der A 8 im Gemeindegebiet Valley ist abgelaufen: Rund 60 Stellungnahmen von Bürgern, dazu mehrere von Behörden und Organisationen seien eingegangen, teilt die Regierung von Oberbayern auf Anfrage mit. Den Großteil davon bilden die Bürger aus Unterlaindern: 52 haben sich mit einer Unterschriftenliste zu Wort gemeldet.

Initiiert hatte diese Gemeinderat Paul Hechenthaler jun. (FWG), der selbst in Unterlaindern lebt. Gemeinsam mit Silvia Lechner hat er im Dorf Unterstützer gesucht – und gefunden: Alle Erwachsenen hätten unterzeichnet, sagt Hechenthaler. Sie fordern einen Lärmschutz auch für ihr Dorf, das nach Ansicht der Autobahndirektion Südbayern ohne Rechtsanspruch darauf dasteht und für das deshalb wie berichtet bisher weder Lärmschutzwände noch -wälle geplant sind.

Die Behörde unterscheidet klar zwischen zwei paar Stiefeln: Zum einen dem Rechtsanspruch auf „nachträgliche Lärmschutzvorsorge“, den bestimmte Anwesen genießen, weil das Verkehrsaufkommen beim sechsspurigen Ausbau der A 8 in den 1970er Jahren viel zu niedrig eingeschätzt worden war. Dieser Anspruch soll mit den nun geplanten Bauten erfüllt werden. Zum anderen ein Lärmschutzanspruch, der bei einem achtspurigen Ausbau der A 8 für alle Anrainer neu ermittelt werden müsste. Der Ausbau ist zwar Teil des Bundesverkehrswegeplans bis 2030, der Lärmschutz käme aber erst, wenn der Ausbau auch tatsächlich erfolgt, nicht bereits vorab.

Letzteres fordern indes die Unterlainderner und haben dafür auch ein Argument: Der Standstreifen wird bisher schon teilweise als zusätzliche Fahrspur freigegeben, womit der Verkehr achtspurig fließt. Zumal Unterlaindern haarscharf am Rechtsanspruch auf die „nachträgliche Lärmschutzvorsorge“ vorbeischrammte: „Das sind 15 oder 20 Meter“, erklärt Hechenthaler: Die entscheidende Trennlinie verlaufe durch den Bauernhof der Lechners: Der Wohnteil ist außen vor, aber der Wirtschaftsteil wäre mit einem Zipfel gerade noch im Anspruchs-Gebiet drin. Wäre der Wohnteil berücksichtigt, könnte das ganze Dorf von dessen Anspruch profitieren. „Gerade bei Ostwind hören wir den Verkehr durch die geschlossenen Fenster durch“, sagt Hechenthaler.

Ihm ist bewusst, dass die Sache knifflig ist. „Das ist ein Kampf David gegen Goliath.“ Aber man sei es kommenden Generationen schuldig, jetzt nichts unversucht zu lassen. „Wenn wir das nicht gemacht hätten, müssten wir uns vorhalten lassen, dass wir das unversucht gelassen haben.“ Das Dorf hofft, dass seine Einwände in einem Erörterungstermin verhandelt werden.

Hinzu kommen einige weitere Forderungen: Das Anwesen Waldhaus 3, das Anspruch hat, soll diesen nur passiv – also etwa mit speziellen Fenstern – erfüllt bekommen statt mit aktivem Schutz wie Wänden und Wällen. Überhaupt fordern die Unterlainderner mehr Wände statt Erdwälle, weil letztere mehr Landwirtschaftsfläche kosten.

Hinter diese Forderungen hat sich auch der Valleyer Gemeinderat gestellt. Die Gemeinde fordert wie berichtet überdies, die Dehnungsfuge der Autobahnbrücke auf Höhe Mitterdarching zu erneuern, über die jede Fahrzeugachse lautstark drüberpoltert.

Die Regierung von Oberbayern sortiert und erfasst die eingegangenen Schriftstücke derzeit noch. Danach werden diese der Autobahndirektion Südbayern zugeleitet, um sich zu rechtfertigen oder nachzubessern. Wenn diese dazu Stellung bezogen hat, „können wir darüber entschieden, ob und gegebenenfalls wann wir einen Erörterungstermin durchführen“, teilt die Bezirksregierung mit.

Katrin Hager

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