Streit eskaliert in Küche

Mann schlägt Security-Mitarbeiter Lautsprecher auf Kopf

Mit dem Lautsprecher einer Musikanlage soll ein Afghane (37) einen Security-Mitarbeiter auf den Kopf geschlagen haben. Das Gericht verurteilte ihn wegen gefährlicher Körperverletzung.

Valley – Wegen gefährlicher Körperverletzung stand jetzt ein 28-jähriger Afghane vor dem Amtsgericht Miesbach. Laut Anklage hat er im September 2019 gegen 0.10 Uhr in der Flüchtlingsunterkunft Valley bei einer Auseinandersetzung zwischen ihm und einem weiteren Bewohner mit zwei Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes einem der Wachmänner, einem 37-jährigen Österreicher, mit der Hand ins Gesicht geschlagen. Der zweite Asylant soll dem zweiten Wachmann, einem 31-jährigen Geretsrieder, mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben, woraufhin die Wachleute ihn am Boden fixierten. Der Afghane soll daraufhin dem 37-jährigen zweimal mit dem Lautsprecher einer Musikanlage auf den Hinterkopf geschlagen haben. Der Wachmann erlitt ein Hämatom und Schürfwunden.

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Mann schlägt Security-Mitarbeiter Lautsprecher auf Kopf

Der 28-Jährige schilderte den Hergang aus seiner Sicht. Er habe in der Küche gekocht, als die Sicherheitsleute ihn aufforderten, diese zu verlassen. Dann sei es zu der Auseinandersetzung gekommen. An Einzelheiten konnte er sich angeblich nicht erinnern, nur daran, dass der Mitbewohner dazugekommen und von den Wachmännern auf dem Boden fixiert worden sei. Als Grund für seine lückenhafte Erinnerung gab der Mann an, sich an dem Abend aus Sorge um seine Frau und die beiden Töchter, die ihn Griechenland seien, betrunken zu haben. Er habe psychische Probleme, gegen die er Medikamente nehme. Manchmal könne er sich deshalb an die Geschehnisse des Vorabends nicht erinnern. „Ich bitte um Entschuldigung, es tut mir leid, was ich getan habe“, beteuerte er.

Detaillierter fielen die Aussagen der Security-Mitarbeiter aus. Bereits gegen 22 Uhr hätten Bewohner vor der Unterkunft laut Musik gehört und Alkohol getrunken, berichtete der 37-Jährige. Auf eine Ermahnung hätten sie aggressiv reagiert. Schließlich musste eine Polizeistreife für Ruhe sorgen. In der Küche des Heims sei die Situation eskaliert. Nur Bewohner, die um diese späte Zeit aus der Arbeit kämen, dürften die Küche noch benutzen. Doch auch ein weiterer Bewohner habe sich hineingedrängt. Als sein Kollege diesen aus dem Raum schieben wollte, habe der 28-jährige Afghane versucht, ihn ins Gesicht zu schlagen. „Aus dem Augenwinkel habe ich gesehen, wie der andere in Richtung meines Kollegen schlug“, schilderte der Wachmann weiter. Die beiden Wachmänner hätten den Randalierenden auf dem Boden fixieren müssen. Der Afghane habe daraufhin versucht, sie von dem Mitbewohner herunterzuzerren. „Dann habe ich auf einmal ein oder zwei Schläge auf den Hinterkopf bekommen“, erinnerte sich der Mann. Die Polizei wurde gerufen, er selbst ins Krankenhaus gebracht.

Die Aussage des Kollegen bestätigte weitgehend die Angaben des Österreichers, ebenso die Aussage eines Polizisten (24), der in der Tatnacht im Einsatz war. Nach der Zeugenvernehmung wurde ein Handy-Video von der Prügelei gesichtet, aufgenommen von einem Bewohner der Unterkunft. Darauf war lediglich ein Schlag mit einem Lautsprecher zu erkennen.

Nur durch Zufall seien die Verletzungen nicht gravierender ausgefallen, befand die Staatsanwältin. Dennoch seien sie nicht gering, der Kopf zudem eine sehr empfindliche Stelle und der Schlag aus dem Hinterhalt ausgeführt. Zwölf Monate zur Bewährung mit einer Bewährungsfrist von drei Jahren seien hier angemessen, außerdem eine Geldbuße von 600 Euro zugunsten einer sozialen Einrichtung. Schließlich verließ der 28-Jährige das Gericht mit einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und der Auflage, 120 Sozialstunden abzuleisten.

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